Megatest Freeridebikes

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 14 Jahren

„Eigentlich haben wir ja von allen hier die meiste Erfahrung im Offroad-Sport.“ Mit dem Satz in den Ohren nahmen wir das „Aphex“ direkt vom KTM-Eurobike-Stand mit auf unsere Testrails. Ja, KTM genießt im Motocross-Sport tatsächlich einen legendären Ruf. Ob die Erfahrung aber wirklich in die Bike-Entwicklung mit einfließt? Mit dem „Aphex“ bringt KTM zum ersten Mal einen Downhiller.

Big Bikes, Hardcore-Freerider, Downhiller - es gibt viele Namen für die Federwegswunder. Wir wollten wissen was die Kisten leisten und sagen Euch, wer die großen Kaliber fahren darf.

Gottseidank war “JJ1” noch nicht in Bayern, als wir mit unserem Kastenwagen im Slopestyle-Park Lenggries vorfuhren und unsere Big Bikes auspackten. Nicht, dass wir uns fürchteten, mitten am Tag dem Problembären in die Arme zu laufen – der arme Kerl ist ja längst totgeschossen und ausgestopft. Doch Problembär “JJ1” hat Nachwuchs bekommen. “JJ1” und “JJ2”. Die Lenggrieser Bikeparkler benannten ihre neuesten Drop-Türme nach ihrem verstorbenen Lieblingsraubtier. Der eine Turm – “JJ1” – ist vier Meter hoch, der andere sechs. Diese Mutproben hätten uns in Verlegenheit gebracht, denn als Big-Bike-Tester kann man nicht unbeobachtet biken gehen.


"Poser oder Gefahrensucher?"

“Wow, die Trek-Dropmaschine von Andrew Shandro und da das neue Cannondale!” Sofort sind wir umringt, und die Big Bikes werden bestaunt. Kaum schiebt man den Extrem-Freerider in den Bikepark, schon wird das Spotlight angeknipst und – als hätte man den James-Bond-Raketenantrieb aufgeschnallt – will alle Welt sehen, dass man damit sofort abhebt und in den Orbit braust. Das geht nicht nur uns so, vermutlich jedem, der ein Big Bike fährt.

“Guck mal, wofür braucht der Typ ein ‚Demo’?” Mit einem Big Bike kauft man anscheinend gleichzeitig das Ich-habe-keine-Angst-vor-nix” Image mit. Bleibt man den Leistungsbeweis dann schuldig, heißt es gnadenlos: Poser! Wer ein Big Bike fährt, muss also große Sachen wagen oder dumme Sprüche kassieren. Diese Einstellung ist schlichtweg BLÖD. Als müsste man sich das Hardcore-Bike erst mit Mutproben verdienen. Schließlich driften die meisten Porsche-Fahrer auch nicht mit 200 km/h in jede Kurve.

Im Gegenteil: Big Bikes ermöglichen jedem Freeride-Novizen und Bikepark-Neuling den leichtesten und spaßigsten Einstieg ins Droppen, Springen und Downhill-Fahren. “Die Big-Bike-Fahrwerke verzeihen Fahrfehler und schräge Landungen, und sie nehmen die Angst vor dem ersten Ein-Meter-Drop”, sagt Bikepark-Experte Diddie Schneider. Auch der Profi-Freerider und Fahrtechnik-Experte aus Whistler, Andrew Shandro, weiß: “Gerade Quereinsteiger und Leute ab 30, die nicht mit BMX und Dirtbikes aufgewachsen sind, wenig Freizeit haben, aber dennoch Freeride erleben wollen, finden in Big Bikes die idealen Räder. Warum mit 130 Millimetern Federweg über den Drop zittern, statt die ersten Sprünge mit satten Reserven zu probieren – und sofort Spaß zu haben?” Shandro findet unsere Frage befremdlich, denn in Kanada kann Big Bike fahren, wer will, ohne Leistungsdruck oder Dizz-Gefahr.


Testen ja, aber wo?

Es fällt uns nicht leicht die angemessene Teststrecke für unsere Big Bikes zu finden, denn erstens: Man braucht einen Lift oder muss shutteln, da die Bikes nicht wirklich uphill-tauglich sind.


Wie der Test weitergeht und folgende getestete Freeride-Bikes findet Ihr im gratis
PDF-Download:

Alutech "Keiler"

Cannondale "Judge 1 FR"

Fusion "Whiplash XT"

Intense "Uzzi VPX"

Kona "Stab Supreme"

Lapierre "DH 230"

Morewood "Izumi DH"

Norco "Shore 2" Proceed "VRC"

Rocky Mountain "RMX 2.0"

Specialized "Demo 8"

Trek "Session 10"

Schlagwörter: Alutech Cannondale Fusion Intense Kona Lapierre Morewood Norco Proceed Rocky Mountain Specialized Trek

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