Fahrbericht: Mondraker Dune XR

  • Christian Schleker
 • Publiziert vor 8 Jahren

120er-Vorbauten sind lange ausgestorben. Auch das 90er-Maß steht auf der Liste der bedrohten Arten. Enduros fährt man heute mit Stummeln um die sieben Zentimeter. Beim Mondraker Dune XR mit Forward-Geometry-Konzept schrumpft der Vorbau auf mickrige zehn Millimeter – macht das Sinn? Und wenn ja, für wen?

Auch wenn die Optik bei einem Fahrtest keine Rolle spielen sollte – beim ersten Anblick des Dune XR zieht man unweigerlich die Augenbrauen hoch. Auch die ersten Touren-Meter sind gewöhnungsbedürftig, denn die Lenkung ist extrem direkt. Im Anstieg passt die Sitzposition gut, die Gabelabsenkung braucht man eigentlich nicht. Dennoch vermittelt die leichtgängige Lenkung das Gefühl, als würde das Vorderrad jeden Moment steigen. Verwirrend. Mit aktivierter Plattform klettert das Dune XR gut. Nach ein paar hundert Höhenmetern hat sich die Motorik den neuen Gegebenheiten angepasst und ist bereit für die Abfahrt. Und die führt sofort zum Aha-Effekt: Das Enduro liegt wie ein fetter Freerider und bleibt gleichzeitig sehr agil. Eine ungewöhnliche Kombination, speziell in steilem Gelände. Man fühlt sich sicher, erkauft sich das Gefühl aber nicht mit einem trägen Handling. Bei Wurzel-Passagen spürt man seitliche Schläge aufs Vorderrad dafür intensiver – ein negativer Effekt des kurzen Vorbaus, den der breite Lenker nur teilweise ausgleicht. Schnelle Richtungswechsel klappen spielerisch wie mit einem Trailbike. Der Grip am Vorderrad ist sehr gut, weil die Gewichtsverlagerung zum Lenker hin leicht fällt, denn man bleibt dabei immer weit hinter der Nabe und fühlt sich sicher. Etwas sperrig wird’s in engen Spitzkehren. Beim Umsetzen macht sich der lange Radstand negativ bemerkbar. Hier wirkt das Dune XR plötzlich unhandlich. Aber auch nur hier. Auf normalen Trails und Touren jenseits verblockt-kurviger Alpensteige ist die Forward Geometry durchaus eine Offenbarung. Auch im Bikepark macht das Bike Spaß. Drops verlieren ihren Schrecken, Überschlagsgefühle hat man mit der Forward Geometry nicht.


Fazit: Drei Touren und ein Bikepark-Besuch mit dem Stummelvorbau. Steil bergab geht super. Steil bergauf und enge Kehren sind ungewohnt.


Einen Vergleich mit dem Dune RR und weitere Infos gibt's unten als PDF-Download.

Praxistest im Bikepark


Test: Mondraker Dune XR

Hersteller/Modell/Jahr
Mondraker Dune XR / 2013
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Intense Europe S. L., intensecycles.com
Material/Grössen/Testgrösse
Alu / H: M, L, XL / M
Preis
5379.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
13850.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
65.50
Vorbau-/Oberrohrlänge
10.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1220.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/180, -/160
Übersetzung
2
BB Drop/Reach/Stack
16.00/459.00/589.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Fox 36 Talas 180 Fit RC2/Fox Float CTD Boostvalve
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
eThirteen TRS/SRAM XO/SRAM X9
Bremsanlage/Bremshebel
Formula T1S/Formula T1S
Laufräder/Reifen
Easton Haven - - - -/Schwalbe Hans Dampf 2,35 Performance Schwalbe Hans Dampf 2,35 Performance
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Schlagwörter: Dune Fahrbereicht Mondraker

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