Enduro-Langzeittest: Scott Genius LT 710 Plus Enduro-Langzeittest: Scott Genius LT 710 Plus Enduro-Langzeittest: Scott Genius LT 710 Plus

Dauertest: Scott Genius LT 710 Plus

Enduro-Langzeittest: Scott Genius LT 710 Plus

  • Hans Voglsamer
 • Publiziert vor 4 Jahren

Die Kombination aus breiten Plus-Reifen und 160 Millimetern Federweg versprach Komfort, Grip und Reserven bergab. Viel Aufmerksamkeit gab es mit dem Scott Genius LT beim Dauertest gratis dazu.

Egal, ob Kroatien, Sardinien, Gardasee oder Teneriffa, überall, wo ich mit dem Scott Genius LT auftauchte, zog es die Blicke auf sich wie ein Magnet. In Kroatien fotografierte sogar eine komplette Schulklasse das Enduro mit den breiten 2,8er-Reifen, auch wenn die grelle Neonlackierung im Laufe der Monate immer mehr verblich.

Doch nicht nur optisch wusste das vielseitige Scott-Mountainbike zu gefallen. Im Uphill rollten die Schwalbe-Nobby-Nics trotz üppiger Breite erstaunlich gut, und das komplett vom Lenker aus blockierbare Fahrwerk sorgte ebenfalls für sehr guten Vortrieb. Trotz 14 Kilo kletterte das Plus-Enduro damit absolut solide. Und bergab? Durch die gelungene Geometrie mit flachem Lenkwinkel und tiefem Tretlager fuhr sich das Bike souverän und machte auch im Bikepark eine gute Figur. Skeptisch war ich jedoch gegenüber den für ein Enduro untypisch breiten Reifen. Können die breiten Walzen etwa mehr, als nur Blicke auf sich ziehen? Bei meinen Ausflügen auf Sardinien und Teneriffa gab es zumindest einen Aha-Effekt. Auf den sandigen Trails konnten die 2,8er absolut punkten. Weniger Einsinken und volle Kontrolle ohne nerviges Schlingern, wenn der Boden besonders weich war. Wäre da nicht die hohe Pannenanfälligkeit der breiten, aber doch recht leichten Reifen. Gemessen an einem soliden Enduro-Reifen muss man hier Abstriche machen. Wer mehr Pannenschutz will, landet bei dieser Reifenbreite jedoch schnell bei Modellen, die deutlich über ein Kilo auf die Waage bringen.

Schwachstellen des Bikes waren aber eher die Bremsen und die absenkbare Sattelstütze. Selbst nach der Umrüstung auf eine größere Scheibe am Hinterrad konnte die Shimano-SLX-Bremse nicht mit dem Potenzial des Bikes mithalten. Sobald es steiler war und die Abfahrten länger wurden, hatte die Bremse mit starkem Fading zu kämpfen. Auch die Rockshox Reverb enttäuschte gleich zweimal, denn selbst das Nachfolgemodell machte nach dem Tausch Probleme. Abgesehen davon schlug sich das Scott Genius LT trotz reichlich Tiefenmeter sehr gut. Sogar der Sram-GX-Antrieb hielt die komplette Testdistanz durch, ohne Ketten- oder Kassettenwechsel. Das schaffte bislang noch kein Antrieb an einem meiner Dauertest-Bikes. Auch Gabel und Dämpfer absolvierten den Test anstandslos.


FUNTIONALITÄT   5 von 6 Punkten
HALTBARKEIT      4 von 6 Punkten
KILOMETER          5600 km
HÖHENMETER      84000 hm



DEFEKTE | WARTUNG


1159 km – Bremsscheibe eiert: Die vordere Bremsscheibe der Shimano-SLX-Bremse läuft unrund und muss getauscht werden.


2391 km – Rockshox-Reverb-Sattelstütze sinkt ab: Die Tele-Stütze bleibt nicht mehr oben und wird gegen das neue Modell mit 170 mm Hub getauscht. Am Ende der Testphase sinkt auch diese wieder ab.


3439 km – Tausch der hinteren Bremse:  Auch nach dem Entlüften verzögerte die SLX-Bremse nur schlecht. Nach starkem Fading Tausch gegen eine XT.

Georg Grieshaber Abgesunken: Nach Problemen mit dem Absinken des Sattels kam die neue Reverb ans Bike. Doch auch diese zeigte gegen Ende des Tests die gleichen Symptome.

Georg Grieshaber Abgefahren: Fünf Sätze Beläge wurden im Laufe der über 80000 Tiefenmeter zerrieben. Die Standfestigkeit der Shimano-SLX-Bremse, die mehrmals entlüftet wurde, war schwach. 

Georg Grieshaber Abgegriffen: Zahlreiche Kilometer und Höhenmeter hinterlassen Spuren. Die Griffe ähneln mittlerweile mehr einem Slick als einem Profilreifen.



TUNING


125 km – Scheibe größer, Vorbau kürzer:  Für ein direkteres Handling musste der 60er-Vorbau einem 35er weichen. Die größere Bremsscheibe am Hinterrad brachte immer noch nicht die gewünschte Standfestigkeit.

Georg Grieshaber BEZIEHUNGS-HIGHLIGHTS: Teneriffa – Nicht nur Windsurfern hat die größte Kanaren-Insel einiges zu bieten. In der Masca-Schlucht durfte das Genius LT sein gelungenes Handling und den guten Grip der Plus-Reifen auf Sand unter Beweis stellen.  



DAS BIKE: Scott Genius LT 710 Plus


Material   Alu
Rahmengröße   L
Preis / Gewicht   5399 Euro / 13,99 kg ohne Pedale
Federweg (vo. / hi.)   160 mm / 160 mm
Reifengröße   27,5 x 2,8 Zoll
Gabel   Fox 36 Float 29
Dämpfer   Fox Nude Evol



DER TESTER: Hans Voglsamer, BIKE-Dauertester


Alter   58 Jahre
Größe   1,89 m
Gewicht   88 kg
Fahrerprofil   Technisches Gelände mit fahrtechnischen Herausforderungen mag Hans am liebsten
Lieblingsreviere   Teneriffa, Gardasee und Finale Ligure



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Themen: DauertestEnduroGenius LTScott


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