Dauertest: Ibis Mojo HD

  • Renaldo Scola
 • Publiziert vor 8 Jahren

Mit satten 160 Millimetern Federweg will das Mojo seinen Fahrer vor Gefahren schützen. Alles wahr oder nur leere Voodoo-Versprechen?


Dauertest-Leistung: 3.126 km | 30.860 hm

Was ohne Talisman passieren kann, haben wir gesehen, als Dr. Evil Austin Powers’ Mojo geklaut hat. Mein Glücksbringer verlieh mir zwar keine sexuelle Anziehungskraft. Dank seines knallgelben Carbon-Rahmens und 160 Millimeter Federweg aber umso mehr Selbstvertrauen. Mein Wunsch-Bike sollte auch ohne Gondel klettern, aber vor allem bergab richtig rocken. Carbon-Rahmen klang für mich immer noch ein wenig nach rasierten Beinen, engen Radlerhosen und Schmalspurreifen.

Das Mojo übezeugte mich vom Gegenteil. Kaum ausgepackt, zog das Edel-Enduro selbst die verwöhnten Blicke meiner Bike-Kollegen auf sich. Die Ausstattung konnte sich durchaus sehen lassen: komplette XT, Crank-Brothers-Laufräder und Fox-Fahrwerk. Das Test-Bike kam im Januar.

Zur ersten Runde brach ich bei Schnee und Eis an die Isar-Trails auf. Ergebnis: direkt mal langgelegt – zum Glück ohne jeglichen Kratzer am Carbon-Rahmen. Nur die Formula schrie laut! Besserung brachte erst sehr penibles Feintuning. Auch das Tubeless-Setup stieß bei mir auf wenig Gefallen – da war ständig die Luft raus. Mit Schläuchen in den Reifen war dann alles gut. Viel mehr gab’s auf über 3000 Testkilometern nicht zu meckern. Lange, monotone Bergauf-Passagen waren mit dem Mojo, dank Plattform, zwar möglich, aber nicht unbedingt die Stärken des Bikes. Das Fahrwerk sprach sensibel an und schluckte bergab so einiges. Es sorgte auf jedem Trail für ein dickes Grinsen.


Fazit: Egal, ob in Bozen oder bei der Feierabendrunde auf den Isar-Trails, das Mojo ist eine echter Glücksbringer. Einziger Wermutsropfen ist der stolze Preis.


Defekte / Veränderungen:
1. Bremse schleift – 25 km: Bremse penibel ausgerichtet
2. Reifenwechsel wegen Winter – 130 km: vom WTB Mutano 2.4 auf Schwalbe Nobby Nic 2.4
3. Tubeless hält nicht 100 % dicht – 250 km: Schläuche in die Reifen


Funktion ****
Haltbarkeit ******
(max. 6 Sterne)

Testfahrer Renaldo Scola

Das Bremsen-Setup war Mikrometer-Arbeit, erst dann liefen sie quietschfrei.

DW-Link-Hinterbau mit viel Federweg, manchmal zu viel: Bei Landungen schrammte ab und zu der Hinterreifen das Sitzrohr.

Renaldo Scola, Surf-Redakteur: Fährt Bike seit 2003, Gewicht 63 kg, Größe 1,65 m, Fahrertyp Enduro, Lieblingsrevier Bozen/Isar-Trails


Test: Ibis Mojo HD

Hersteller/Modell/Jahr
Ibis Mojo HD / 2011
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Tri-Cycles GbR, 0611/9103358, www.tri-cycles.de
Material/Grössen/Testgrösse
Carbon / H: S, M, L, XL / S
Preis
5098.00
Preis (Rahmen)
2698.00
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
12900.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
67.20
Vorbau-/Oberrohrlänge
65.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1091.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
120/160, -/160
Übersetzung
3
BB Drop/Reach/Stack
10.00/373.00/572.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Fox 36 Talas Fit RLC QR20/Fox Float RP23 Boostvalve
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Shimano XT/Shimano XT/Shimano XT
Bremsanlage/Bremshebel
Formula The One/Formula The One
Laufräder/Reifen
Crank Brothers Iodine - - - -/WTB Mutano 2,4 WTB Mutano 2,4
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Schlagwörter: Dauertest Enduro Ibis Mojo


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