2006er Bikes im Einzeltest: Canyon Torque Limited

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 15 Jahren

Neu und heiß begehrt: BIKE jagte die interessantesten Bikes der Saison 2006 über die Trails.Canyon Torque, Ghost ERT 7500, Kona King Supreme, Nicolai Helius FR, Rocky Mountain Slayer 90, Specialized Enduro Elite, Specialized Stumpjumper Pro und Trenga De Team TW. (BIKE 11/2005)

Das „Torque“ von Canyon sieht aus wie ein Freerider, will aber „nur“ Enduro sein.

Canyon bezeichnet die Optik von Lutz Scheffers neuem Baby „Torque“ als „abwärts orientierte Erscheinung“. Das ist noch untertrieben – das „Torque“ sieht aus wie ein waschechter Freerider. Hinter dem wilden Äußeren verbirgt sich jedoch ein vergleichsweise zahmes Enduro-Wesen.

Die Sitzposition ist kompakt geraten — das Oberrohr misst nur 574 Millimeter. Das bringt den Fahrer in eine zentrale Position, ideal für spielerische Manöver. Das Vorderrad lässt sich leicht zum Bunny Hop oder Wheelie lupfen. Auch Drops bringen das „Torque“ nicht in Verlegenheit. Allerdings muss man eine Weile tüfteln, bis das richtige Dämpfer-Setup gefunden ist. Stellt man den Sag wie gewohnt ein (ein Drittel des Hubs), schlägt der „DHX“-Dämpfer schon an kleinen Kanten durch. Das liegt an der Hinterbau-Kinematik. Konstrukteur Scheffer setzte die vier entscheidenden Gelenke so, dass der Hinterbau die Luft-Charakteristik (progressiv gegen Ende des Federwegs) des Fox- Dämpfers ausgleicht. Daraus ergibt sich eine stahlfederähnliche, aber flache Kennlinie. Um Durchschläge zu vermeiden, braucht der Dämpfer viel Druck. Der Negativ-Federweg beträgt dann nur 15 bis 20 statt der üblichen 30 Prozent.

Das hat zwei Effekte. Positiv wirkt sich aus, dass man in Kletterstücken nicht im Dämpfer versackt. Somit ist das „Torque“ auch für viele Höhenmeter geeignet, zumal es mit knapp über 14 Kilo nicht an Übergewicht leidet. Im Downhill muss man allerdings Abstriche machen. Das Hinterrad klebt nicht so gut am Boden, wie man es von Bikes mit so viel Federweg gewohnt ist.

Die Ausstattung ist Canyon-typisch edel und durchdacht. Überragend arbeitet die Fox „36“ an der Front. Sie hat so viele Reserven, dass doch noch Freeride-Gefühle aufkommen. Weiteres Highlight sind die „X.O“-Trigger von SRAM. Die knackigen Gangwechsel fühlen sich einfach gut an. Die Syntace-Parts vereinen geringes Gewicht mit Haltbarkeit. Passend auch die Avid „Juicy“ mit großen Scheiben (200 Millimeter vorne/185 Millimeter hinten).


FAZIT: Das Canyon „Torque“ bietet erstklassige Enduro-Leistung zum Spar-Preis. Ein Freerider ist es trotz der heftigen Optik jedoch nicht.

Schlagwörter: Canyon Enduro


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