BIKE Header Campaign
So testet BIKE Mountainbikes Labor Prüfstand 2019 So testet BIKE Mountainbikes Labor Prüfstand 2019

So testet BIKE – das Mountainbike-Magazin

BIKE – die Test-Instanz der MTB-Szene – Praxistest

Peter Nilges, Ludwig Döhl am 28.02.2019

Der Praxistest

Trotz des immensen Aufwands im Labor entscheidet im BIKE-Bewertungssystem am Ende die Fahrpraxis. Was helfen der steifste Rahmen und der beste Lack, wenn das Bike im Gelände Schwächen offenbart? Nur, wenn ein Bike sowohl auf unseren Prüfständen als auch auf der Teststrecke außerordentlich gut funktioniert, hat es sich am Ende das Testurteil Sehr Gut, Super oder womöglich sogar einen Testsieg verdient.

Der Weg dahin ist im Wortsinne steinig – oder doch wenigstens schlammig. Auf dem Weg zum Testurteil muss jedes Bike die erfahrenen Testpiloten überzeugen. Um persönliche Vorlieben auszublenden, wird jedes Bike von mindestens drei verschiedenen Testern über den Kurs getrieben. Neben unseren Technikredakteuren gibt es einen festen Pool an erfahrenen Testfahrern. Exzellente Fahrtechnik, viel Erfahrung und ein extrem sensibles Gespür für das Material sind unbedingte Voraussetzung, um Teil des BIKE-Testteams zu sein.

So testet BIKE Mountainbikes Praxis Testfahrt 2019

Expertise: Bei den Longtravel-Enduros wurde das Testteam vom Deutschen Enduro-Meister Christian Textor verstärkt.

Außerdem bitten wir häufig Profis, uns mit ihrer Expertise zu unterstützen. So passiert es, dass Top-Fahrer wie der Deutsche Enduro-Meister Christian Textor oder Marathon-Legende Karl Platt unser Testteam ergänzen, um die entsprechenden Bikes artgerecht am Limit zu bewegen. Besonders kontrovers diskutierte Neuheiten oder Trends testen wir gelegentlich sogar mit unseren BIKE-Lesern. Das ist auch ein Realitäts-Check: Manche Entwicklungen mögen fahrtechnisch exzellente Fahrer überzeugen. Aber gehen sie vielleicht an den Bedürfnissen eines normalen Bikers vorbei?

Testen, wo es Sinn macht

Wenn die Testmannschaft mit vollgepackten Bussen vom Parkplatz vor der BIKE-Redaktion ausrückt, rufen manche Kollegen ein grinsendes "Viel Spaß im Urlaub" hinterher. Aber wer packt, putzt und schraubt im Urlaub schon gerne dutzendweise Bikes? Auch die Wahl des Testreviers richtet sich nicht nach dem Wellness-Faktor oder einer Holiday-Check-Empfehlung. Das Testrevier muss einfach zur entsprechenden Bike-Gattung passen.

So testet BIKE Mountainbikes Praxis Testfahrt 2019

Besondere Testbedingungen für besondere Testgruppen: Mit den 2018er-Cross-Country-Bikes sind wir beim Worldcup in Nové Město an den Start gegangen.

So testet BIKE Mountainbikes Praxis Testfahrt 2019

Auch die Teilnahme der BIKE-Crew am Megavalanche in Alpe d’Huez zählte zu einem der Test-Highlights und führte die Highend-Enduros an ihre Grenzen.

Mal reicht das Alpenvorland, mal geht die Reise zum Reschenpass, mal muss die Crew für drei Tage nach Finale Ligure donnern. Bietet sich die Gelegenheit, fühlen wir entsprechenden Testfeldern sogar im Renneinsatz auf den Zahn. Mit Racefullys starteten wir 2018 für einen absoluten Härtetest beim Cross-Country-Worldcup in Nové Město. Enduros haben wir beim legendären Megavalanche in Alpe d’Huez geschunden.

Vergleichbarkeit und Analyse

Vor jedem Test pumpen wir alle Reifen einheitlich auf, je nach Gelände mit 1,5 bis 2,0 bar. Danach schnappt sich jeder Testfahrer ein Bike und stimmt das Fahrwerk auf sein Gewicht ab. Wer hier akribisch arbeitet, tüftelt leicht eine Viertelstunde. Alle Luftdrücke werden notiert und mit etwaigen Herstellerangaben abgeglichen. Erst nach dem peniblen Setup geht es auf die Trails.

So testet BIKE Mountainbikes Praxis Testfahrt 2019

Tetris für Fortgeschrittene: Wenn wir zum Praxistest ausrücken, sind die BIKE-Busse bis unters Dach bepackt – mit Test-Bikes, Werkzeug und Ersatzmaterial.

Meist beginnt die Testrunde mit einer Klettereinheit. Wippt das Fahrwerk? Lassen sich die Laufräder leichtfüßig beschleunigen? Passt die Sitzposition für ein effizientes Treten? Einen ganzen Fragenkatalog beantwortet jeder Tester bis zum Trail-Einstieg für sich. Bergab wird auf andere Kriterien geachtet: Haben die Reifen Grip? Funktioniert das Fahrwerk harmonisch? Oder: Ist die Geometrie eher laufruhig oder verspielt? Nach einer Runde werden die Räder durchgewechselt. Nur der direkte Vergleich der Modelle bringt die entscheidenden Unterschiede zu Tage.

Unmittelbar nach jeder Testrunde notieren die Tester ihre frischen Eindrücke. Wenn jeder Fahrer jedes Bike gefahren ist, geht es an die Bewertung. Eindrücke werden diskutiert, Fahrsituationen werden besprochen und jedes Fahrverhalten genau analysiert. Oft helfen die Daten aus dem Testlabor, die Fahreindrücke zu bestätigen und zu interpretieren. Lassen sich Unstimmigkeiten unter den Testern dann noch nicht ausräumen, geht es erneut auf die Teststrecke, bis das Ergebnis klar ist.

Vom gesammelten Wissen zum BIKE-Urteil

Der finale Schritt obliegt dem verantwortlichen Testredakteur: In der Münchner Redaktion fließen die Erkenntnisse aus den Testbögen zusammen mit den Labordaten in die vollständige Punktewertung ein. Bis alle Kriterien zu jedem Bike ausgewertet sind, vergehen Tage. Dann erst übersetzt der BIKE-Redakteur das gesammelte Wissen in einen Artikel.

So testet BIKE Mountainbikes Praxis Testfahrt 2019

Um jeder Bike-Kategorie gerecht zu werden, testen wir auf unterschiedlichen Strecken. Die Enduros aus BIKE 12/2018 beispielsweise fuhren wir auf den Trails am Reschensee.

Die Mühe zeigt Wirkung, auch jenseits der objektiven Kaufberatung: BIKE-Urteile haben in der Industrie einen hohen Stellenwert. Unsere Testverfahren haben viele Entwicklungen und Verbesserungen angestoßen. So wurden etwa die Fahrwerke immer effizienter – und viele Anbauteile wie Lenker oder Kurbeln nachweislich sicherer.

Aus welchen Einzelwertungen sich das Urteil genau zusammensetzt und was sie bedeuten, erfahren Sie auf der folgenden Seite. Dort erläutern wir die BIKE-Punktetabelle.

Seite 2 / 3
Peter Nilges, Ludwig Döhl am 28.02.2019

  • Das könnte Sie auch interessieren