So testet BIKE: Status Quo Saison 2018 So testet BIKE: Status Quo Saison 2018 So testet BIKE: Status Quo Saison 2018
Seite 3:

Das Testsystem von BIKE im Detail

Teil 3: Praxistest und BIKE Punktebewertung

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 5 Jahren

Harte Praxistests, Prüfstandsorgien und Computer-Simulation – im BIKE-Test gehen wir dem Charakter der Mountainbikes mit allen Mitteln auf den Grund. Wie aufwändig wir testen, lesen Sie hier.

AB AUF DIE TRAILS – DER PRAXISTEST

Fahrspaß über alles! Wir wissen, dass unsere Leser ihr Bike nicht an die Wand hängen, sondern fahren. Daher nimmt der Praxistest die größte Bedeutung ein. Unsere Testredakteure und -fahrer verfügen über so viel Erfahrung wie nur wenige Menschen auf der Welt. Beim Praxistest wird jedes Bike auf einer Testrunde (je nach Einsatzbereich unterschiedliche Bedingungen) von mindestens drei Testern gefahren. Wir stimmen jedes Bike perfekt auf Fahrer und Terrain ab. Wir messen den tatsächlich genutzten Federweg und gleichen ihn mit den Laborwerten ab. Wir überprüfen so lange, bis ein stimmiges Bild entsteht. Die Ergebnisse fließen in standardisierte Testbögen. Diese subjektiven Eindrücke ergeben zusammen mit den Messwerten das Testurteil und münden in der ausführlichen Charakterisierung jedes Bikes im Testbrief.

Markus Greber Von mindestens drei Testfahrern wird jedes Bike gefahren. Die Eindrücke fließen in standardisierte Testbögen ein, so kann man die Bikes am besten vergleichen.

DIE BIKE-PUNKTETABELLE

Optisch kaum verändert und dennoch neu: In ihrem Rohbau bleibt die Tabelle auch in 2018, was sie immer war – die differenzierte Beurteilung der Test-Bikes in unterschiedlichsten Merkmalen. Wir haben einzelne Kriterien verändert, neue hinzugefügt und Faktoren angepasst. Unabhängig von der jeweiligen Kategorie der Testgruppe werden alle Bikes zunächst nach den gleichen Kriterien beurteilt. Erst später werden die Punkte mit Hilfe von Faktoren so multipliziert, dass die genau an die Bedürfnisse der jeweiligen Bike-Kategorie angepasst sind. Wenn also zum Beispiel die Bergauf-Eigenschaften bei Marathon-Bikes deutlich wichtiger sind als in der All-Mountain-Kategorie, dann bekommt die Kategorie "Marathon" in dieser Disziplin auch einen höheren Faktor. Über alle Kategorien gleichwertig bleiben Kriterien wie Lackqualität und Garantie.

In jeder Wertung verteilen wir ab 2016 zehn statt bisher sechs Punkte, das ermöglicht eine feinere Abstufung der Bikes. Statt der bisher maximal 150 Punkte können 250 Punkte erreicht werden – theoretisch zumindest. Praktisch wird das wohl kein Bike schaffen, zu unterschiedlich sind die Anforderungen, und zu hoch liegt die Messlatte. Auch die Urteile "sehr gut" und "super" zu erreichen, ist schwerer als bislang. Wir haben die Anforderungen verschärft, um mit künftigen Innovationen Schritt zu halten. Wie eingangs beschrieben: Hohe Testanforderungen machen Bikes besser. Jetzt sind die Produkt-Manager und Ingenieure am Zug, um ihren Entwicklungen den letzten Schliff zu verpassen.
Bei Hardtails bewerten wir erstmals den Sitzkomfort, bei Fatbikes den Q-Faktor und bei allen Bike-Kategorien die Laufradträgheit. In der Antriebseffizienz sind die früher einzeln bewerteten Kriterien Wippen und Pedalrückschlag zusammengefasst, dazu addieren wir den Praxiseindruck.

Die Fahrstabilität setzt sich zusammen aus der Steifigkeitsmessung und dem Fahrgefühl auf der Teststrecke.
Und jetzt kommen wir zur kundenfreundlichsten Neuerung: Der neue Punkt "Usability" zielt auf den Nutzwert eines Bikes ab. Hier sammeln die Modelle viele Punkte, die dem Käufer einen Mehrwert bieten. Beispielsweise eine Geometrieverstellung, ein im Rahmen integriertes Werkzeug, Ersatzschaltaugen, Lockout-Hebel am Lenker, Kettenführungen oder ein Lenkanschlagsbegrenzer. Dieser gehört unbedingt an Carbon-Rahmen. Denn, was nützt das superleichte Racebike, wenn der Rahmen nach einem Sturz Schrott ist, weil der Lenker das Oberrohr zerquetscht hat? In das Kriterium "Garantie" fließt nun auch das Crash-Replacement mit ein.

PUNKTETABELLE ERKLÄRT: DIE BEWERTUNG IM DETAIL

Am Ende der BIKE-Punktetabelle stehen die Gesamtpunktzahl und das BIKE-Urteil. Doch Vorsicht: Machen Sie Ihre Kaufentscheidung nicht alleine vom BIKE-Urteil und der Gesamtpunktzahl abhängig. Denn womöglich basieren diese auf Kriterien, die für Sie persönlich gar nicht so wichtig sind. Beispiel: Wenn Sie ohnehin ausschließlich mit Trinkrucksack fahren, dann ist es egal, wie viele Flaschenhalter ins Rahmendreieck passen. Oder: Sie sind überzeugter Lockout-User. Dann sollte die Effizienznote für Sie kaum eine Rolle spielen. In der Punktetabelle finden Sie die Spalte: Praxisbewertung. Sie addiert die Eigenschaften BERGAUF und BERGAB, steht also für die reine Leistungsfähigkeit des jeweiligen Bikes auf dem Trail. Ausgeklammert sind hier die Kriterien SONSTIGES. Somit können Sie ablesen, welches Bike sich am besten fährt, ungeachtet der Verarbeitungsqualität oder z. B. Garantieleistung.

BIKE Magazin Die neuen Bewertungskriterien der BIKE Punktebewertung.

Jede der sechs Bike-Kategorien wird nach einem eigenen Schema beurteilt. Unterschiedliche Kriterien und Faktoren führen zum Gesamtergebnis. Die Faktoren signalisieren die Wichtigkeit eines Merkmals.


Diese Kriterien haben wir für 2016 neu integriert oder überarbeitet:

FAHRVERHALTEN
Der wichtigste Punkt im Praxistest und daher mit dem höchsten Faktor beaufschlagt: Die Wertung Fahrverhalten (Handling) macht Fahrspaß und Vortrieb sichtbar. Rein subjektives Kriterium aus dem Praxistest.


■ FEDERUNG/FAHRWERK
Bei Hardtails bewerten wir die Federgabel, bei Fullys das Fahrwerk. Hier überwiegt der subjektive Eindruck (Ansprechverhalten, Progression etc.), dazu wird der im Labor ermittelte Federweg mit dem auf der Testrunde erreichten abgeglichen.

SITZKOMFORT
Gemessen haben wir den Flex von Sattelstütze und Hinterbau bei Hardtails schon immer. Für die Saison 2016 fließt der Messwert erstmals ins Punktesystem ein.


■ TRÄGHEIT LAUFRÄDER
Objektiver Messwert der Massenträgheit. Die kompletten Laufräder inklusive Reifen werden beschleunigt. Die Unterschiede von superleichten Carbon-Laufrädern zu schweren Fatbike-Exemplaren sind enorm. In den Kategorien "Hardtail" und "Marathon" am wichtigsten.


■ Q-FAKTOR
Sensible Biker merken sofort, wenn hier was nicht stimmt: Der Q-Faktor bezeichnet den Abstand der Kurbeln. Normalbereich ca. 175 mm, bei Fatbikes beträgt der Abstand bis zu 220 mm und kann Knieschmerzen verursachen. Wir bewerten den Q-Faktor daher bei Plus-Bikes und Fatbikes. Rein objektives Kriterium.


■ ANTRIEBSEFFIZIENZ
Die statischen Berechnungen einer Kinematik-Software plus die Eindrücke aus dem Praxistest ergeben die Gesamt-Effizienz (Pedalrückschlag/Wippen).


■ FAHRSTABILITÄT
Wie die Antriebseffizienz resultiert diese Wertung aus Labor und Praxis. Der gemessene Steifigkeitswert und der Eindruck von der Testfahrt ergeben die Fahrstabilität eines Bikes. Ein schwammiges Fahrgefühl führt zur Abwertung.


■ USABILITY/MEHRWERT
Neues, kundenfreundliches Kriterium: Hier sammeln jene Bikes viele Punkte, die dem Käufer Mehrwert bieten. Beispielsweise eine Geometrieverstellung, ein im Rahmen integriertes Werkzeug, Ersatzschaltauge, Lockout-Hebel am Lenker, Kettenführungen oder ein Lenkanschlagsbegrenzer im Steuerlager.


■ LACKQUALITÄT
Labormessung: Wir prüfen die Qualität mit einem Falltest, dabei muss die Oberfläche einem Meißel widerstehen. Wenn der Lack zu früh abplatzt – Punktabzug. Der neu entwickelte Scheuertest ergänzt diese Messung.


■ GARANTIE
Zwei Jahre Gewährleistung muss jede Firma laut Gesetz bieten. Darüber hinaus greift die freiwillige Garantie. Wir schauen uns die Garantiebedingungen der Hersteller genau an, bewerten eine davon abweichende Lack-Regelung, das Crash-Replacement und ziehen Punkte ab, wenn die Garantie Renneinsatz bei Racebikes ausschließt.

TESTBRIEFE UND DARSTELLUNG IM HEFT

Zu jedem Bike finden Sie die von uns ermittelten Messwerte (keine Herstellerangaben!), die Beschreibung des Bikes mit Fazit und Testurteil sowie die Federkennlinien. Auf einen Blick erkennen Sie die Geometrie sowie den Einsatzbereich.

Neu für die Saison 2016 war das Element der Charakterisierung. Die Testcrew ordnet jedem Bike seine Eigenschaften in den Kriterien "Handling", "Sitzposition" und "Ausrichtung" zu. So sehen Sie auf einen Blick, ob das Bike zu Ihren Anforderungen passt. Daran halten wir auch 2018 fest.

Und noch eine neue Darstellung erleichtert Ihnen die Auswahl Ihres Favoriten: Gleich vorne in jedem Vergleichstest finden Sie eine Übersicht aller Bikes mit Stärken und Schwächen zu den Merkmalen Ausstattung, Preis/Leistung, Gewicht, Handling bergauf und bergab. Insgesamt bedeutet das BIKE-Testprozedere für Sie als Leser: so subjektiv wie nötig, so objektiv wie möglich. Jeder Test wird durch das Punktesystem und unsere Labormessungen durchsichtig und reproduzierbar. Jeder kann für sich seinen individuellen Testsieger herausfiltern. Sie sehen: Umfassender, objektiver und informativer kann ein Test nicht sein. Vom "nervösen Springinsfeld für mutige Cowboys" ist 2018 bei Mountainbikes im BIKE-Test keine Rede mehr …

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dem Testjahrgang 2018!

  • 1
    Das Testsystem von BIKE im Detail
    So testet BIKE: Status Quo Saison 2018
  • 2
    Das Testsystem von BIKE im Detail
    Teil 2: Die Stationen im Labor-Test
  • 3
    Das Testsystem von BIKE im Detail
    Teil 3: Praxistest und BIKE Punktebewertung
Gehört zur Artikelstrecke:

So testet BIKE: Status Quo Saison 2016


  • Die legendäre BIKE-Testrunde am Busatte
    Der BIKE-Praxistest am Gardasee

    27.03.2015Geballte Kompetenz nicht nur im Labor – denn letztlich entscheidet der Hintern. Deshalb wird jedes Mountainbike von BIKE von mehreren unabhängigen Testern gefahren. Wo? Meist am ...

  • Das Testsystem von BIKE im Detail
    So testet BIKE: Status Quo Saison 2018

    05.02.2017Harte Praxistests, Prüfstandsorgien und Computer-Simulation – im BIKE-Test gehen wir dem Charakter der Mountainbikes mit allen Mitteln auf den Grund. Wie aufwändig wir testen, ...

  • So testet BIKE Pumpen
    Pumpen: So testet BIKE Mini- & Standpumpen

    07.04.2006Mini- und Standpumpen müssen bei BIKE im Praxis- und Labortest beweisen, wozu sie fähig sind. Wir testen, welche der Pumpen einen Sturm entfachen können und welche nur für ein ...

Themen: BIKE 1/2016Labor-TestPraxistestPunktetabelleSo testet BIKETest 2018Testsystem


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Test Mountainbike-Winter-Handschuhe
    Für den Winter: 6 MTB-Handschuhe für 5-10 Grad

    10.11.2018Ein Bike-Tag im Pulverschnee ist die Ausnahme. Viel öfter geht es darum, bei Temperaturen von fünf bis zehn Grad Spaß zu haben. Im Test: sechs Handschuhe für Wintersport über dem ...

  • Klamotten: acht lässige Bike-Kombis aus Hose und Trikot
    8 Bike-Outfits für den Sommer im Test

    27.07.2018Der Sommer lässt den Schweiß in Strömen fließen. Zeit für ein lässiges Bike-Outfit. Wir haben acht kurze Bekleidungskombis aus Bike-Hose und MTB-Trikot getestet.

  • All Mountain Plus 2012 um 2500 Euro

    15.12.2011Mit dem Alter wächst der Federweg – sagt BIKE-Testleiter Christoph Listmann. Je mehr, desto größer der Fahrspaß. Wir haben acht 2012er-All-Mountains mit 150 mm Federweg um 2500 ...

  • Tomac-Chef Joel Smith lobt BIKE-Testsystem

    23.07.2009In seinem Blog berichtet der Tomac Bikes-Chef Joel Smith von seinem Besuch in der BIKE-Redaktion in München.

  • Das perfekte Winterrad: Cyclocross-Bike (Teil 2)
    Ist ein Cyclocross-Bike das perfekte Winterrad?

    16.03.2018Das Cross-Rad wurde Ende des 19. Jahrhunderts erfunden, als Straßenfahrer Spaß daran fanden, mit ihren Rennrädern auch durchs Gelände zu fahren. Das Cross-Rad ist also wie der ...

  • So testet BIKE Pumpen
    Pumpen: So testet BIKE Mini- & Standpumpen

    07.04.2006Mini- und Standpumpen müssen bei BIKE im Praxis- und Labortest beweisen, wozu sie fähig sind. Wir testen, welche der Pumpen einen Sturm entfachen können und welche nur für ein ...

  • Test 2008: Carbon-Lenker im Crash-Test
    Carbonlenker: Größter Crash-Test der Bike-Geschichte

    11.09.2008Wir fühlen dem Werkstoff Carbon auf den Zahn. Im Rahmen des größten Bruchtests von BIKE untersuchen wir mit der TU München die Sicherheit von Carbonteilen fürs Mountainbike.

  • 2016er MTB-Reifen im Test
    Reifen: Neue Profile für Race-, Touren- und Trail-Bikes

    03.05.2016Neue Profile, Technologien und Materialien beleben den Reifenmarkt: 23 neue MTB-Reifen aus den Kategorien Cross Country, Marathon, All Mountain und Enduro mussten im Labor- und ...

  • Test 2012: All Mountain Plus-Bikes um 3000 Euro
    All Mountain Plus -Mountainbikes um 3000 Euro

    07.03.2012Es gibt Investitionen, die bereut man nicht. Ein All Mountain um 3000 Euro gehört dazu. Der Jahrgang 2012 ist besonders gut gelungen. Neun Bikes im Vergleich. Plus: Punktetabelle ...