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Test 2016: Scott Genius vs Specialized Stumpjumper 6Fattie Test 2016: Scott Genius vs Specialized Stumpjumper 6Fattie

Test: Scott Genius Plus vs Specialized Stumpjumper 6Fattie

Plus-Test: Scott Genius vs Specialized Stumpj. 6Fattie

Peter Nilges am 23.05.2016

Fetter geht's nicht, zumindest was Preis, Technologie und Image angeht. In ihre neuen Plus-Mountainbikes haben Scott und Specialized alles hineingepackt, was 2016 State of the Art sein wird.

8000 gegen 9000 Euro, Tuned gegen S-Works, Plus gegen 6Fattie. Im Duell der neuen Trailbike-Generation geht es um Superlative. Scott als auch Specialized schicken ihr jeweiliges Top-Modell im neuen Plus-Reifenformat in den Test. Um es vorwegzunehmen: Beide Hersteller bieten dem Kunden jedoch nach wie vor die Wahl, auch ein "klassisches" Genius oder Stumpjumper FSR mit 27,5 Zoll oder 29 Zoll zu erwerben. Um ein Plus-fähiges Mountainbike zu bauen, nutzen beide Branchen-Riesen einen bestehenden Carbon-Hauptrahmen und kombinieren diesen mit einem breiteren Alu-Hinterbau – für bis zu drei Zoll breite Reifen. Zusammen mit einer Fox-34-Wide-Gabel (bis zu 3,25-Zoll-Reifen möglich) entsteht so ein komplett neues Trailbike.

Beide Bikes basieren auf den jeweiligen 29-Zoll-Pendants: Carbon-Hauptrahmen des 29ers plus neuer Alu-Hinterbau. Scott setzt beim Genius Plus bewusst auf eine Reifenbreite von "nur" 2,8 Zoll, um das Fatbike-Feeling zu umgehen und dem Bike maximale Spritzigkeit und Agilität einzuimpfen. Der 2,8er-Reifen wiegt weniger und liegt auch vom Durchmesser wesentlich dichter an einem normalen 27,5er. Der 3,0-Zöller von Specialized bringt mehr auf die Waage und reicht vom Außendurchmesser nahezu an einen 29er heran.

Gewichtsvorteil für das Scott Genius

Bereits auf den ersten Metern im Gelände wird deutlich, dass Specialized zwar das Gewicht nicht außer Acht gelassen hat, der Fokus aber mehr auf dem Traktionsgewinn lag. Betrachtet man das Gesamtgewicht, so trennen beide Kontrahenten gerade einmal 200 Gramm. Diesen Gewichtsvorteil erreicht Scott durch den leichteren und dabei minimal steiferen Rahmen. Specializeds Trumpf beim Rahmen ist jedoch die SWAT-Door. Wer lieber ohne Rucksack fährt und es hasst, Trikottaschen vollstopfen zu müssen, kann das Unterrohr als praktischen Stauraum für jeden nötigen Kleinkram nutzen.

Praxistest: Welches Bike regiert auf dem Trail?

BIKE Testredakteur Peter Nilges 11/2014

Peter Nilges, BIKE-Testleiter

Zurück auf den Trail: Durch die tiefere Front und das leichtere Reifen-Setup fährt sich das Genius Plus eine Spur sportlicher. Das Stumpjumper kommt im direkten Vergleich etwas touriger und damit gemütlicher daher. Durch die geringe Druckstufe im offenen Modus erfordert der Scott-Hinterbau den Griff zum schnell erreichbaren Twinloc-Hebel, um Pumpen im Wiegetritt zu eliminieren. Hier reagiert das Stumpi gelassener und kann sehr gut im offenen Modus gefahren werden. Bergab spielt das Stumpi seinen Reifen-Trumpf aus. Die zwar schwereren, aber besser dämpfenden Reifen liegen spürbar satter und bieten mehr Traktion. In Kombination mit dem äußerst sensiblen Fahrwerk besitzt das Bike einen unglaublichen Komfort und schwebt geradezu über Wurzeln hinweg. Bei harten Landungen und Kompressionen bietet das Scott wiederum mehr Reserven durch mehr Progression am Hinterbau. Seitens der Geometrie gibt es viele Übereinstimmungen. Lenkwinkel und Tretlagerhöhe unterscheiden sich zwischen den Bikes nur minimal, dafür fällt die Front beim Stumpi deutlich höher aus. In Kombination mit den kürzeren Kettenstreben lässt sich das Specialized dadurch leichter aufs Hinterrad ziehen, erfordert aber mehr Körpereinsatz beim steilen Klettern. Mit 325 Millimetern liegt das Tretlager bei beiden Bikes extrem niedrig. Wir hatten mehrmals unerwünschten Bodenkontakt. Durch die zehn Millimeter schmaleren Carbon-Felgen mussten wir die Specialized-Reifen für die gleiche Seitenstabilität mit mehr Luftdruck fahren – dadurch verspielt man etwas von den Vorteilen der Plus-Reifen.

TEST-FAZIT PETER NILGES (BIKE-REDAKTEUR)

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Peter Nilges am 23.05.2016