Canyon Nerve CF 9.0 Ltd. im Langzeittest Canyon Nerve CF 9.0 Ltd. im Langzeittest Canyon Nerve CF 9.0 Ltd. im Langzeittest

Test Canyon Nerve CF 9.0 Ltd.

Canyon Nerve CF 9.0 Ltd. im Langzeittest

  • Franz Fischer
 • Publiziert vor 5 Jahren

Es ist kein Geheimnis: Gewichtsoptimierte Bikes machen einfach mehr Spaß, benötigen aber viel Pflege. Das Canyon Nerve CF 9.0 Ltd. im Dauertest.


Dauertest-Leistung: 3.350 Kilometer | 45.850 Höhenmeter

Die Kombination aus 120 Millimetern Federweg und weniger als elf Kilo an der Waage trifft man eher selten auf dem Trail. Das Canyon Nerve CF zählt durch seinen schlanken Carbon-Rahmen mit 26-Zoll-Laufrädern mit zu dieser seltenen Spezies, wozu auch die verbaute Highend-Ausstattung beiträgt. Genau so, wie es das Datenblatt vermuten lässt, fährt sich die steife Leichtrakete auch. Trotz Federwegsreserven ist das Canyon schnell genug für jeden Marathon und ein austrainierter Touren-Begleiter. Doch wie jedes hochgezüchtete Rennpferd ist auch beim Nerve CF Sorgfalt geboten. Neben kleineren Wehwehchen wie einem knackenden Tretlager und einer zwitschernden Scheibenbremse, gab es bei Kilometer 1200 den ersten ungewollten Zwangsstopp. 200 Höhenmeter unterhalb des Karwendelhauses riss die Kette. Gott sei Dank hatte mein Schwager ein Ersatzkettenglied dabei, wodurch dem Kuchen auf der Hütte nichts mehr im Weg stand. Nur 180 Kilometer später wurde aus der Feierabendrunde mit meiner Frau eine ungeplante Bike&Run-Veranstaltung. Das Schaltauge brach wohl in Folge des Kettenrisses, und ich durfte brav neben ihr bis nach Hause joggen. Keine 150 Kilometer später bemerkte ich ein starkes Eiern im Hinterrad auf der Abfahrt von der Zillertaler Höhenstraße. Eine Speiche war gebrochen und machte das Weiterfahren unmöglich. Neben drei Platten erwischte es mich erneut auf einer Trail-Runde im Vinschgau. Eine weitere Speiche im Hinterrad machte schlapp, und ich durfte mal wieder schieben.


Fazit: Die hochwertige Ausstattung und der damit verbundene, überragende Vortrieb machen jede Fahrt zum Vergnügen. Trotz geringem Fahrergewicht waren die Anbauteile jedoch zu anfällig und verursachten zu viele Ausfälle. Zuverlässigkeit ist etwas anderes. Bis auf ein schwergängiges Lenkkopflager zeigte sich der Rahmen robust.


Funktionalität: 4 von 6 Punkten
Haltbarkeit: 3 von 6 Punkten


TUNING

• 100 km - Griffe getauscht: Die Originalgriffe mussten bequemeren von Ergon weichen.
• 720 km - Bremsbeläge: Ein Abfeilen der Bremsbelagskanten reduzierte die Geräuschkulisse der Formula-Bremsen


DEFEKTE

• 1200 km - Kette gerissen: 200 Höhenmeter vor dem Karwendelhaus riss die Kette
• 1380 km - Schaltauge bricht: Wahrscheinlich als Folge vom Kettenriss brach auch das Schaltauge
• 1.520 km - Speiche reißt: Zweimal (2580 km) riss eine Speiche im Hinterrad


TECHNISCHE DATEN CANYON NERVE CF 9.0 LTD (Modelljahr 2013)


Material/Größen Alu / S, M/L, XL
Gewicht 10,75 kg ohne Pedale
Preis/Laufradgröße 4499 Euro / 26 Zoll
Federweg vo./hi. 120 / 120 mm
Info www.canon.com

Robert Niedring Gleich zweimal brach eine Speiche im Hinterrad des Canyon Nerve und verursachte einen starken Achter. Die Reparatur bei Mavic dauerte 6 Wochen.

Robert Niedring Trotz normaler 2,25er-Reifenbreite hinterließ der ein oder andere Stein Spuren im engen Carbon-Hinterbau des Canyon Nerve.

Robert Niedring Rider: Franz Fischer, KFZ-Meister. Fährt Bike seit 2004; Gewicht/Größe 75 kg/1,70 m; Fahrertyp Tour/Marathon; Lieblingsrevier Vinschgau/Gardasee


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Themen: CanyonDauertestNerveTest


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