Test: All Mountain-Fullys um 3000 Euro für 2015

Versenderbikes gegen Fachhandelsmarken

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 6 Jahren

Bei den All Mountains um 3000 Euro treffen Welten aufeinander. Versender gegen Fachhandel. Nie waren die Qualitätsunterschiede in einer Preisklasse höher. Unser Test klärt, warum das so ist.

Es ist der Lohn für den Gärtner und die Miete für die Lagerhallen. Es sind die Reisekosten für die Entwicklungsabteilung und der Aufwand für zig Bildschirmarbeitsplätze: Der Preis eines Bikes errechnet sich nicht nur aus dem Materialwert von Aluminium und den Erstausrüsterkonditionen für Shimano-Komponenten. Die Kosten entstehen an vielen Stellen.

Feinabstimmung: Erst das passende Setup macht aus einem sehr guten Bike das perfekte Bike.

All Mountains im Klassenkampf


Rund 3000 Euro muss man für die neun All Mountains dieser Testgruppe berappen. Dafür kriegt man bei allen viel Federweg, nämlich 140 bis 160 Millimeter. Gemäß unserer Definition die Gattung All Mountain Plus. Doch beim Blick auf die Ausstattungen blinken Fragezeichen auf. Selten sind so ungleich ausgestattete Bikes in unser Testlabor gerollt – ein Resultat des Klassenkampfes, der da heißt: Direktvertrieb gegen Fachhandel. In diesem Fall prahlen Versender wie Votec und Radon mit Race-Face-Kurbeln, Top-Modell-Federgabeln, leichten Laufrädern und fernbedienbaren Teleskop-Sattelstützen. Fachhandelsfirmen wie Trek oder Scott liefern für 2999 Euro gruppenlose Kurbeln und Fox-Gabeln aus der günstigen Evolu¬tion-Serie. Die in dieser Kategorie eigentlich nicht mehr wegzudenkende Teleskop-Stütze fehlt. Woher kommen diese Unterschiede, die ja auch wesentlich über die Funktion eines Bikes entscheiden?

Diese All Mountains finden Sie im Test

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Weite Streuung bei den Federgabeln

Dass Bikes nicht mehr aus Stahlrohren gebrutzelt werden, nicht mehr ungefedert sind und auch nicht mehr mit Felgenbremsen verzögern, ist großen Entwicklungs-Investitionen zu verdanken. Trek und Scott haben Meilensteine gesetzt, unter anderem bei Fahrwerkstechnologie oder der Carbon-Fertigung. Trendsetter zu sein, kostet Energie und Geld. Follower sein, ist billiger. Dass man für 3000 Euro so unterschiedliche Qualität bekommt, hat uns überrascht. Dabei ist die Federgabel mit das wichtigste Bauteil am Bike. Neben den All-Mountain-Klassikern Fox 32, Rock Shox Revelation und Pike haben wir über drei Modelle gestaunt. Giant spezifiziert die preisgünstige Sektor-Gabel, normalerweise nicht in dieser Klasse zu Hause. Im Test hat sie aber überraschend gut funktioniert. Das preisgünstige Erstausrüster-Modell Evolution von Fox hingegen fällt durchs hohe Gewicht und unsanftes Ansprechverhalten auf. Geringstes Losbrechmoment und super Funktion bietet hingegen das Factory-Modell – auch nicht üblich für 3000 Euro.

Erstaunliche Qualitätsbandbreite bei den Gabeln

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Diese All Mountains um 3000 Euro haben wir getestet

Die Kategorie All Mountain Plus steht für viel Federweg, robuste Rahmen, solide Ausstattung. Die Generation 2015 ist abfahrtsorientierter denn je. Folgende Bikes sind im Test:

  • Centurion No Pogo 2000.27
  • Cube Stereo 140 HPA RACE 27,5
  • Drössiger XRA 650B 2
  • Giant Trance Advanced 2
  • Radon Slide 27,5 10.0
  • Rose Granite Chief 2 Custom
  • Scott Genius 730
  • Trek Remedy 8 27,5
  • Votec VM Elite


Den ausführlichen All Mountain-Test mit allen Messwerten, Punkten und Testbriefen gibt's in BIKE 2/2015 ab 3. Januar am Kiosk, im  DK-Onlineshop  und als  Digital-Ausgabe  für alle Endgeräte.

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