Einzeltest: Das Riot LT-All Mountain von Ghost Einzeltest: Das Riot LT-All Mountain von Ghost Einzeltest: Das Riot LT-All Mountain von Ghost

Test All Mountain 2015: Ghost Riot LT 10 LC

Einzeltest: Das Riot LT-All Mountain von Ghost

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 6 Jahren

Mit dem Kürzel „LT“ pflanzt Ghost seinem All Mountain Riot zwei Zentimeter mehr Federweg ein. Garantiert das dem Bike mehr Abfahrtsspaß? Unser Test gibt Aufschluss.

Zur Technik:

Out of the box sticht das Riot LT 10 LC mit seinem futuristischen Carbon-Rahmen und frischem Feuerwehr-Rot sofort ins Auge. Und schon ist da wieder dieses nervende Haben-Wollen-Gefühl. Dieser erste Eindruck bestätigte sich auch auf den Trails. Was aber bedeuten eigentlich die ganzen Bezeichnungen und Zahlen im Modellnamen? Riot steht für den verbauten Riot-Link, der für ein wipparmes Antreten, ein lineares Verhalten im mittleren Hub und ordentlich Endprogression sorgen soll. Ghost erreicht diese „Hinterbau-Eigenschaften folgendermaßen: der Dämpfer befindet sich zwischen zwei Wippen. Die ersten 80 Prozent der Kompression überträgt die obere Wippe an das Federbein, die verbliebenen 20 Prozent übernimmt die untere und erzeugt somit die erwünschte Endprogression. Allerdings kann die großzügige Anzahl der Drehpunkte zu Problemen führen und eine höhere Reibung mit sich bringen sowie bei Verschmutzung Geräusche von sich geben. LT steht für Long Travel, im Klartext heißt das zwei Zentimeter mehr Federweg an der Gabel als beim normalen Riot. Wegen der großzügigeren Einbauhöhe der Gabel verändert sich auch die Geometrie. So fallen Sitz- und Lenkwinkel um etwa ein Grad flacher aus, das Tretlager wandert um einen Zentimeter nach oben.

Wolfgang Watzke Mit unter 12 Kilo hängt das Riot LT auch bergauf gut am Gas.

Die Ausstattung des Ghost Riot ist einem Topmodell würdig

Des Weiteren ist die Ausstattung für mehr Abfahrts-Spaß optimiert und etwas solider ausgelegt. Diese ist sehr hochwertig, denn es wurden nur die besten der besten Komponenten am Topmodell (die 10 in der Bezeichnung) verbaut. So kommt an der Front die bewährte Pike mit 150 Millimetern Federweg und am Heck der neue Double Barrel Inline mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten zum Einsatz. Der Hinterbau quetscht 135 Millimeter Federweg aus dem Dämpfer, die sich jedoch nach mehr anfühlen und gut zur Gabel passen. Um die Schaltvorgänge kümmert sich die Sram XX1. Der Bodenkontakt wird von den leichten und steifen Mavic Crossmax XL System-Laufrädern in Kombination mit den etwas schmalen Hans Dampf Reifen (2,25 Zoll) gehalten. Die super-edle und besonders leichte Race Face Next Carbon-Serie komplettiert die Ausstattung. Durch die Verwendung einer speziellen Carbon-Technologie (LC) wiegt der Rahmen in Größe L ohne Dämpfer 2528 Gramm, das Gesamtgewicht liegt bei 11,65 Kilogramm ohne Pedale.

Wolfgang Watzke Das Riot LT in seinem Element.

So fährt sich das Riot LT 10 LC auf dem Trail


In der Praxis macht sich das geringe Gewicht sofort bemerkbar. Das Bike lässt sich so leichtfüßig beschleunigen, dass es auf dem Trail keine Gegner, sondern nur noch Beute gibt. Ist das ideale Setup erst einmal gefunden (viele Einstelloptionen am Dämpfer), liegt das Riot LT sauber auf dem Trail und entwickelt genügend Pop, um an jeder Kante abzuziehen. Diesen Spieltrieb verstärkt sowohl das geringe Gewicht als auch der eher steile Lenkwinkel mit 67,3 Grad. Falls das Bedürfnis besteht, den Spieltrieb auszureizen, steckt das Riot selbst harte Landungen nach längeren Flugphasen souverän ein. Dennoch sorgt der relativ lange Rahmen für ausreichend Laufruhe und Sicherheit, jedoch ohne die Wendigkeit einzuschränken. Somit steht man zentral im Rad und auch die Sitzposition ist angenehm sportlich. Der Hinterbau bleibt im Wiegetritt sehr stabil und vortriebsorientiert, arbeitet dafür aber etwas zäh und spricht nicht hypersensibel auf Feinheiten an.  Die Gabel verfügt über ein Lockout und eine Absenkfunktion, letztere benötigt man dank der tiefen Front nicht. Aufgrund guter Zugverlegung und Rahmenschützern bewegt sich das Riot selbst bei härterer Gangart angenehm leise durch das Gelände.

Wolfgang Watzke Auch mit längere Gabel behält das Riot LT seinen verspielten Charakter.

Unser Fazit zum Ghost Riot LT 10 LC:


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ghost ein großer Wurf gelungen ist. Das getestete Riot LT 10 LC trumpft mit einer tollen Geometrie und sehr hochwertigen Parts auf. Spaß kann mit diesem Rad jeder haben. Jedoch spricht das Rad aufgrund des niedrigen Gewichts und der angenehm sportlichen Geometrie hauptsächlich All-Mountain-Biker an, die es auch bergab gerne mal ordentlich stehen lassen. Lediglich der Preis von 6500 Euro ist etwas happig. Als Alternative bietet Ghost jedoch auch noch zwei günstigere Modelle an.

Wolfgang Watzke Das Riot LT in seinem Element.


Test: Ghost Riot LT 10 LC

Hersteller/Modell/Jahr
Ghost Riot LT 10 LC / 2015
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Ghost-Bikes GmbH, 09632/92550, www.ghost-bikes.com
Material/Grössen/Testgrösse
/ H: XS, S, M, L, XL / L
Preis
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
11650.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
67.30
Vorbau-/Oberrohrlänge
70.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1185.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
119/153, -/135
Übersetzung
1
BB Drop/Reach/Stack
-3.00/453.00/608.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Rock Shox Pike RCT3 27.5/Cane Creek Double Barrel Inline
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Race Face Next SL/SRAM XX1/SRAM XX1
Bremsanlage/Bremshebel
Avid XO/Avid XO
Laufräder/Reifen
Mavic Crossmax XL 27.5 - - - -/Schwalbe Hans Dampf Evo Pace Star 2,25 Schwalbe Hans Dampf Evo Pace Star 2,25
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: All MountainGhostRiotTest


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Test 2017: Mountainbike Reifen AM, CC, EN
    21 MTB Reifen für All Mountain, Cross Country, Enduro

    13.10.2017Reifen sind Verschleiß- und Tuning-Teil Nummer eins, leiden aber unter Kompromissen. Entweder haben sie Grip, oder sie rollen gut. Beides zusammen geht kaum. Oder etwa doch? ...

  • Test 2017: Trailbike Klassiker
    Klassiker-Treffen: 3 Trailbikes im Vergleich

    25.07.2017Trailbikes sollen schlichtweg alle Disziplinen beherrschen. Ist das auch im mittleren Preissegment zu schaffen? Scott, Specialized und Cannondale wollen mit ihren Trail-Klassikern ...

  • Test 2016 Trailbikes: Cube Stereo 120 HPC Race 27,5
    Cube Stereo 120 HPC Race 27,5 im Test

    06.09.2016Quasi noch taufrisch stürmt das neue Stereo aus der Entwicklungsabteilung gleich an die Spitze des Testfelds.

  • Scott Genius MC 10

    20.01.2008FAZIT: Allrounder aus dem Lehrbuch. Zwar nicht superleicht, aber souverän in jeder Fahrsituation.

  • Einzeltest 2017: MTB Minipumpe von Crank Brothers
    Minipumpe Crankbrothers Klic HV im Test

    18.10.2017Minipumpe oder CO²-Kartusche? Mit dem neuen Klic-Luftspender von Crank Brothers hat man beides am Mann – zumindest in der Top-Version.

  • Test 2021: E-MTB-Federgabeln Fox 38 vs. Rockshox ZEB
    Duell: Fox 38 Factory E-Opt. vs Rockshox ZEB Ultimate 29"

    22.11.2020Bisher blieben Gabeln schlank, aber: Mit der Fox 38 und der Rockshox ZEB kommt nun eine neue Generation extradicker Forken auf den E-MTB-Markt.

  • Test 2017: Rose Root Miller 1
    All Mountain: Rose Root Miller 1 im Test

    08.04.2017Biken statt blechen! Das Rose-All-Mountain zeigt, dass echter Trail-Spaß kein Vermögen kosten muss. Für rund 1800 Euro liefert das 29er ausgewogene Fahreigenschaften und eine ...

  • Test 2015: Cannondale Jekyll Carbon 2
    Enduro-Test: Cannondale Jekyll Carbon 2

    15.12.2014Nachdem wir bereits in BIKE 7/14 das Top-Modell der Cannondale Jekyll-Baureihe mit Urteil "super" getestet haben, rollt nun mit dem Carbon 2 der günstigere Carbon-Ableger in ...

  • Poison Zyankali Team

    24.04.2013Die hohe Front macht aus dem Zyankali Team einen Komfort-Tourer klassischen Zuschnitts. Top: leichte, handeingespeichte Laufräder.