Test 2015: Yeti SB 95

Das All Mountain Yeti SB 95 im Test

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 6 Jahren

Vier Buchstaben formen eine Legende. Kaum eine Firma repräsentiert die Coolness und den Rennsport der Neunzigerjahre so wie Yeti. Doch das moderne Yeti SB95 hat mit seinen Ur-Opas nur wenig gemein.

Sicher, die glorreichen Zeiten sind vorbei. Yetis Erfolge mit John Tomac und Juli Furtado, mit Bikes wie dem C-26, dem Rennradlenker oder dem "Frank the Welder"-Vorbau finden sich in den Geschichtsbüchern des Mountainbikens, aber längst nicht mehr auf den Trails. Doch Yeti lebt, und wie damals macht die Company aus Colorado auch heute noch alles anders. Das SB95 fällt optisch und technisch aus dem Rahmen. Es kombiniert Alu-Hauptrahmen mit Carbon-Heck (leider schwer). Die Switch-Technologie mit exzentrisch gelagertem Hinterbau soll Kettenkräfte neutralisieren – und das funktioniert. Schon in unserem Lesertest ( BIKE 8/14 ) erkannten die Testfahrer die Qualitäten des Bikes sofort. Sie lobten die Antriebseffizienz, die Sitzposition, das Fahrverhalten. Jetzt tritt der Sieger der Leserherzen nochmals in den Ring, zum Vergleich mit der jüngsten Konkurrenz.

Im Alu-Steuerrohr steckt eine 34er-Fox mit 140 Millimetern Federweg, Yeti bietet alternativ eine 120er-Gabel, die würde den sportlichen Charakter des Bikes betonen. Doch auch mit der langen Gabel (allerdings umgedrehtem Vorbau) motiviert das Bike zum engagierten Tritt. Beim Klettern bleibt das Heck ruhig, im Steilhang bäumt das Vorderrad nicht auf, und bergab bahnt sich die steife Gabel ihren Weg. Im unmittelbaren Konkurrenzvergleich auf den harten Trails im Ötztal spürt man, dass der Hinterbau mit schnellen Schlägen zu kämpfen hat. Es rappelt im Heck, die Druckstufendämpfung ist überfordert, man muss auf dem Bike deutlich mehr arbeiten. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Wer nörgeln will, darf das über die unzulängliche Flaschenhalter-Montage
unterm Unterrohr. Und über die fehlende Teles­kop-Stütze, die man heute an solchen Bikes nicht mehr missen möchte. Doch wer ein Yeti kauft, baut es wohl eher vom nackten Rahmen nach Wunsch auf (das Vollcarbon SB95 C kostet 3199 Euro).


Fazit Das Yeti ist cool, das Yeti ist begehrenswert, und es macht richtig Spaß. Eine Single­trail-Rakete mit vielen Talenten. Punkte kosten die Kriterien Flaschenhalter, Tele-Stütze und Garantie.


PLUS Effizienter Hinterbau, sportliches Handling, leichte Laufräder
MINUS Hohes Rahmengewicht, kein Flaschenhalter im Rahmen möglich

Test 2015: Yeti SB 95

Mit umgedreh­tem Vorbau sitzt man sportlich auf dem Yeti. Aufgeräumtes Cockpit: zwei Bremshebel, ein Schalthebel – fertig.

Alu vorne, Carbon hinten: Diese unübliche Kombination beim Yeti SB 95 wird hervorragend geschützt von umlaufenden Gummileisten.

Yeti SB 95 - Kennlinien wie aus dem Bilderbuch. Sehr komfortables Fahrwerk, nur bei schnellen Schlägen verhärtet das Heck. Die Gabel ist dem Hinterbau überlegen.


Test: Yeti SB 95

Hersteller/Modell/Jahr
Yeti SB 95 / 2014
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Silverfish UK Ltd., 0044-1752 843882, www.silverfish-uk.com
Material/Grössen/Testgrösse
Hybrid / H: S, M, L, XL / L
Preis
5299.00
Preis (Rahmen)
2399.00
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
12450.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
67.00
Vorbau-/Oberrohrlänge
90.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1185.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/140, -/125
Übersetzung
1
BB Drop/Reach/Stack
-27.00/419.00/637.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Fox 34 Float 140 29 Fit CTD/Fox Float CTD Boostvalve Kashima
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
SRAM X1/SRAM XO1/SRAM XO1
Bremsanlage/Bremshebel
Avid Elixir 9 Trail/Avid Elixir 9 Trail
Laufräder/Reifen
Stans 3.30-ZTR Crest - - - -/Maxxis Ardent 2,4 Maxxis Ikon 2,2
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.
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