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All Mountain

Second-Hand-Beratung: Das Trek Remedy als Gebraucht-Bike

Christoph Listmann am 15.07.2014

Manche Klassiker-Bikes sind schon lange auf dem Markt. Wir zeigen deren Weg und geben Tipps für den Gebrauchtkauf. Diesmal: Das All Mountain Trek Remedy.

Das Trek Remedy ist der Vater Abraham der Long-Travel-Touren-Fullys, ein Meilenstein der All-Mountain-Kategorie. Galt es in seinem Erscheinungsjahr auf dem deutschen Markt in 2008 mit 160er-Gabel noch als Vollblut-Enduro, erweiterte Trek den Einsatzbereich des Remedys zum Jahrgang 2010 durch geringeres Gewicht (Carbon-Rahmen, 32er-Gabel) und rüstete auf 150 Millimeter Federweg ab. Den größten Entwicklungsschritt vollzogen die Amis bei der 2014er-Baureihe, die es entweder in 27,5 oder 29 Zoll gibt. Wie beliebt das Remedy ist, kann man in Internet-Foren nachlesen, wo auf über 360 Seiten über das Modell diskutiert wird. Technisch hat das Remedy Maßstäbe gesetzt: zum Beispiel 2008 bereits mit konifiziertem Steuerrohr (E2) für spürbare Steifigkeit – heute überall Standard. Den Einfluss des ABP-Links spürt man dagegen kaum (soll Bremsstempeln verringern). Rahmengewichte: drei Kilo mit Dämpfer bei den Alu-Modellen, Carbon-Rahmen sparen ein halbes Kilo, sind etwas weniger steif.

trek remedy 8

Geburt einer Legende: 150 mm Federweg hinten und eine mächtige 160er-Gabel vorne bedeuteten seinerzeit: Vollblut-Enduro. Ein sehr gutes Bike für z. B. schwere Gardasee-Touren. Test 9/08: super.

Das Trek Remedy im Dauertest


Wo klemmt es beim Remedy? Beim 2010er-Modell enttäuschte der Nasslack im Dauertest, der Sattelschnellspanner verbog sich, unrunde Bontrager-Reifen und Laufräder mit defekten Sperrklinken (2010). Vor einem Kauf sollte man checken, ob der Vorbesitzer den Lack ausgebessert oder vorher gleich mit Folie abgeklebt hat. Wir hatten bisher drei Remedys im Dauertest, aktuell läuft das Remedy 9 29: Hier musste der Hinterbau schon mal zerlegt und die Wälzlager gefettet werden. Auch das untere Steuersatzlager muss man im Auge behalten (Gabel ein Stück herausziehen). Die genaue Inspektion eines gebrauchten Remedys ist also genauso wichtig wie bei allen anderen Second-Hand-Schnäppchen. Insgesamt ist das Erfolgsmodell aber absolut kein auffällig anfälliges Bike, sondern das Gegenteil: überdurchschnittlich belastbar, vor allem über den Rahmen hört man keine Kritik. Achtung: Die lebenslange Garantie gilt offiziell nur für den Erstbesitzer.

Fotostrecke: Trek Remedy: Vom Enduro zum All Mountain mit zwei Laufradgrößen

Trek Remedy 8: Second Hand ab 1700 Euro

Das Remedy hat seinen Charakter ab dem Jahrgang 2010 in Richtung All Mountain verändert. Die Carbon-Version ist leichter und kommt dem perfekten Touren-Bike für schweres Gelände sehr nah. Im Dauertest war das Top-Modell 9.9 unauffällig.

Neupreise 2008: 2599 bis 3999 Euro

Neupreise 2014: 2499 bis 4999 Euro

Fahrerprofil: Bis Jahrgang 2009 Enduro (160-mm-­Gabel), danach mit 150 mm Federweg All Mountain/schwere Touren.

Stärken: Fahreigenschaften und Fahrkomfort, große Modellauswahl, gute Kinematik

Probleme: Lackqualität, Laufradqualität (Bontrager), in Einzelfällen DRCV-Dämpfer. Ersatzteile z. B. bei: www.bike-alm.de

Unsere Empfehlung: Ab Jahrgang 2010 stecken DRCV-Dämpfer im 150-mm-Fahrwerk. Spürbar komfortabler! Wer aufs Gewicht Wert legt, sucht einen Voll-Carbon-Rahmen ab 2012: noch leichter und unproblematische Haltbarkeit.

Hier finden Sie die beliebtesten Mountainbikes in unserer Second Hand Modell-Beratung >>

Christoph Listmann am 15.07.2014
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