Neuheiten im Fahrbericht: Trek Remedy Carbon im ersten Check Neuheiten im Fahrbericht: Trek Remedy Carbon im ersten Check Neuheiten im Fahrbericht: Trek Remedy Carbon im ersten Check

Neuheiten im Fahrbericht: Trek Remedy Carbon im ersten Check

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 7 Jahren

Nur eine Hand voll Journalisten durften bei der Trek-Präsentation in Brevard, North Carolina schon ihren Hintern auf die Trek-Neuentwicklung setzen. Wir haben eine Runde mit dem Remedy Carbon gedreht und sagen, was es kann.

Christoph Listmann Auch beim Remedy kommt die neue RE:aktiv-Technik im Federbein zum Einsatz.

Unschuldig weiß. Kein Sticker. Kein Logo. Auf den ersten Blick entlarvt man Hersteller und Modell nicht. Die Form der Rohre deutet immerhin auf den Werkstoff Kohlefaser hin. Die mächtigen Alu-Kettenstreben verraten Insidern: hier handelt es sich um einen Erlkönig des Remedy 29 9.8. Die Alu-Kettenstreben nämlich gibt es nur beim Modell 9.8, das Topmodell 9.9 verwendet solche aus Carbon – ist aber voraussichtlich nicht in Deutschland erhältlich. Das 9.8 in 29 Zoll spart alleine am Rahmen gegenüber dem Alu-Remedy knapp 400 Gramm. Beim 9.9 wären es über 500 Gramm.

Christoph Listmann Die gewachsene Reifenfreiheit ist sichtbar, ebenso bleibt Raum für Kettenblätter bis 38 Zähne.



Nur eine Hand voll Journalisten durften in Brevard, North Carolina schon ihren Hintern auf die Trek-Neuentwicklung setzen. Die Remedy-Prototypen waren ausgestattet mit Rock Show Pike-Gabel, Fox-Federbein mit der neuen, Trek-exklusiven RE:aktiv-Dämpfung, Shimano XT-Bremsanlage und Sram X01-Schaltung (32er Kettenblatt). Dazu die unverzichtbare Reverb-Teleskop-Stütze, ein angenehm breites Cockpit und 2,3 Zoll breite Bontrager-Reifen auf der neuen Laufradtechnik Boost 148. Hier bietet die Hinterradnabe sechs Millimeter mehr Stützbreite (Flanschabstand größer), was die Steifigkeit des 29er Rades auf 26 Zoll-Niveau heben soll.

Christoph Listmann Boost 148 heißt der neue Standard, der das Laufrad steifer machen soll (6 mm breitere Naben/Flansche).


Ob das Hinterrad wirklich steifer ist? Isoliert gesehen schwer zu sagen, dazu müsste man intensiver und vergleichend testen. Das Laufrad fiel jedenfalls nicht durch geringe Steifigkeit oder Schwänzeln auf. Die gewachsene Reifenfreiheit und die Kurbel-Optionen des Boost 148-Standards sind allerdings auf jeden Fall ein Gewinn. Bontrager-Reifen bis 2,35 Zoll passen ins Heck, inoffiziell auch Schwalbe-Reifen bis 2,4 Zoll. Das Bike wird natürlich mit Bontrager ausgeliefert.

Christoph Listmann Der Prototyp war noch nicht serienmäßig ausgestattet.


Die Geometrie passt auf Anhieb. Man sitzt schön integriert im Bike, die Lenkung verhält sich bergauf ruhig ohne kippeln und die Steigfähigkeit ist beeindruckend. Das Remedy bäumt selbst an steilen Rampen nicht auf. Das Bike fühlte sich – zumindest in der gewichtsoptimierten Prototypen-Version – behände und agil an.

Christoph Listmann Auch beim Remedy kommt die neue RE:aktiv-Technik im Federbein zum Einsatz.


Man spürt sofort die steife und lenkpräzise Front, das Bike fährt genau dort hin wo man es will. Die Pike-Gabel arbeitet bekannt sensibel und trägt ihren Teil zum Skalpell-Charakter bei. Das RE:aktiv-Heck arbeitet so wie bereits beim Fuel EX 9.8 erfahren (siehe Fahrbericht): Starke Plattform im Climb-Mode des Fox-Federbeins, dennoch saugt das Fahrwerk auch hier Hindernisse auf. Das Heck taucht dabei in Kompressionen oder Steilkurven nicht weg.

Christoph Listmann Die ersten Meter auf dem noch unbeklebten Prototyp des Remedy 29 Carbon.

Für den Normal-Einsatz bietet sich der Trail-Mode an, hier freut man sich über eine spürbare Plattform und den Käsehobel-Effekt: das Fahrwerk hobelt den Untergrund glatt, nur wenig kommt beim Fahrer an. Der Descend-Mode macht freilich beim gebotenen längeren Federweg auch Sinn – und mehr Sinn als beim Fuel EX. Wenn es richtig rumpelt schaltet man auf D, selbst wenn die Rückmeldung dann nicht gigantisch ist.


Insgesamt wird das gewichtsoptimierte Remedy 29 Carbon eine echte Trail-Maschine mit breitem Einsatzbereich. Das Alu-Remedy war durch sein hohes Gewicht ja eher ein Panzer denn ein Wiesel. Für mich liegt die Zukunft in dieser Art Bikes, sofern man mit 29ern klar kommt (Fahrstil/Körpergröße). Der lange Federweg fällt nicht negativ auf. Das Remedy zieht souverän und unbeeindruckt von sämtlichen äußeren Einflüssen seine Bahn, spendet Vertrauen und macht dem Fahrer Mut: „Trau dich was, ich kann das!“


Fazit: Der unbeklebte Prototyp des Bikes zeigt schon mal wohin die Reise geht. Das Remedy sieht cool aus, die Formen gefallen, das Fahrverhalten überzeugt. Für mich ist der leichtere Carbon-Rahmen sowohl technisch als auch optisch ein Zugewinn – ein hoffentlich bezahlbarer.

Christoph Listmann So sieht das Serienbike des Remedy 29 Carbon 9.8 dann aus.

Themen: All MountainFahrberichtNeuheitenTestTrek


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Neuheiten-Test 2015: Felt Virtue Nine 1
    29er mit breitem Einsatzbereich: Felt Virtue

    16.10.2014Mit diesem 29er kann man es fliegen lassen. Viel Federweg und geringes Gewicht sorgen für gute Laune am Boden, in der Luft und bergauf.

  • Test 2020: Giro Manifest Spherical
    Schon gefahren: Giro-Helm Manifest Spherical

    16.09.2020Giros neuester Trail-Helm setzt auf eine völlig neue Art des MIPS-Systems. Bei der sogenannten Spherical-Technologie können zwei separate Helmschalen wie in einer Gelenkpfanne ...

  • Test-Duell 2021: Giant Trance X vs. Kona Process 134 Supreme
    Alpha-Bikes: Die Top-Modelle von Giant und Kona

    05.02.2021Top-Modelle sind Platzhirsche in der Palette jedes Herstellers. Haben Giant Trance X oder Kona Process 134 das Zeug, sich an die Spitze der ganzen Gattung zu setzen?

  • Test Superior TF 930
    Solides Touren-Bike: Superior TF 930

    02.01.2016Das Superior TF 930 entpuppte sich in unserem BIKE-Dauertest als zuverlässiges Bike zum Höhenmetersammeln. Überflüssig ist das Kabel-Wirrwarr.

  • Duell der Generationen: Alt gegen Neu mit Jekyll, Genius & Co.

    30.11.2012Vorgänger gegen Nachfolger, 2012 gegen 2013: Unser Schnäppchen-Guide zeigt Ihnen, wo es sich lohnt, zuzuschlagen? Und bei welchen Top-Bikes Sie lieber aufs 2013er-Modell warten. ...

  • Interview Gary Fisher
    "Wir müssen endlich dreidimensional denken!"

    10.10.2020Schlaghosen, Schnurrbart, Hut. Doch nicht nur in Sachen Klamotten ist Gary Fisher eine Ikone. Dieses Jahr wird er 70, aber von Ruhestand ist keine Rede. Er hat schon die nächsten ...

  • Test 2017 – Frauen-Bikes: Focus Spine Evo Donna
    Focus Spine Evo Donna

    22.11.2017Von allen getesteten Bikes hat das Focus Spine den längsten Reach, also die gestreckteste und damit sportlichste Sitzposition.

  • Rose Jabba Wood 2 2014

    19.05.2014Ja, es gibt sie noch, die 26-Zöller. Roses Jabba Wood hält an diesem von der Industrie großflächig verschmähten Laufradmaß tatsächlich noch fest – und wissen Sie was? Das ist kein ...

  • Test Radbrillen für Touren-Biker: Alpina Twist Four VLM+
    Radbrille Alpina Twist Four VLM+ im Vergleich

    07.03.2016Gute Gläser, gute Ausstattung, neigungsverstellbare Bügel, eine Form, die vielen passt – doch der Nasensteg versaut das Ergebnis.