Lady-Bikes 2011 Lady-Bikes 2011 Lady-Bikes 2011

Lady-Bikes 2011

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 12 Jahren

Drei Tage in der absoluten Wildnis der Kanadischen Coast Mountains. Hier müssen die neuen Specialized-Frauen-Bikes Era und Safire beweisen, ob sie wirklich für den harten Geländeeknsatz konstruiert oder nur hübsch anzusehen sind.

Es gibt Momente, da muss man sich auf sein Bike definitiv verlassen können. Im schlimmsten Fall sollte es dabei auch noch so leicht sein, dass frau es blitzschnell an Sattelstütze und Vorbau packen, senkrecht über den Kopf reißen und dort eine Weile so halten kann. Wir erleben diesen Moment in den kanadischen Chilcotins, British Columbia. Gerade eben haben wir einen Grizzly beim Mittagessen im Fluss aufgeschreckt. 50 Meter von uns entfernt. Die gute Nachricht: Der braune Riese hatte offensichtlich keinen Bock auf uns und ist in den Wald getrottet. Die schlechte Nachricht: Unser Trail führt genau in diesen Wald. Sollte es dort zu einer direkten Gegenüberstellung kommen, schnell das Bike über den Kopf hochreißen, rät unser Guide Chris Winter. Die Größe würde dem schlecht sehenden Bären Angst machen …

An der Qualität ihrer Frauen-Bikes scheint die Firma Specialized jedenfalls nicht zu zweifeln. Sonst hätte sie uns mit ihren Test-Bikes nicht in der absoluten Wildnis ausgesetzt. Knapp eine Wasserflugzeugstunde nördlich von Whistler gibt es nichts außer: Seen, Berge, Wald und Trails. Zwei ganze Tagesritte wird es dauern, bis wir wieder Zivilisation erreichen. Und das in wirklich ernstzunehmendem Gelände. Die erste Etappe über den Lorna-Pass erlebe ich auf dem Era. Und das Erste, was mir an diesem Race-Bike-Modell auffällt, ist, dass nichts auffällt. Ein gutes Zeichen. Denn Frauen-Bikes fallen ja gern dadurch auf, dass ein Oma-Sattel nervt, ein schmaler Lenker das Kurvenfahren erschwert, die Hände von platten Griffen abrutschen oder ein zu kurzer Radstand das Bike über die Wurzeln hampeln lässt. Nicht so beim Era. Die spezielle Rahmenbauweise macht den neuen Carbon-Rahmen noch mal 350 Gramm leichter, die Sattelstütze bleibt komplett versenkbar. Zusammen mit Fox hat Specialized ein Flowcontrol-Mini-Brain-Federbein entwickelt, das sich auch für Leichtgewichte optimal einstellen lässt. Die Rock-Shox-Reba-RLT-Gabel (100 mm) und die leichten Laufräder von DT Swiss, mit gestecktem Felgenstoß verstärkt, machen das Bike leicht, aber belastbar. Das Bike ist etwas steifer und robuster als das Vorgängermodell, hat aber nichts von seiner Trail-Wendigkeit verloren. Nur die Reifen (Specialized Captain 2,0 vorne und S-Works Fast Trak 2,0 hinten) finden auf staubigen Sand-Passagen wenig Halt und rutschen bergauf wie bergab schnell mal durch. Etwas breitere Reifen mit gröberem Profil wären in diesem Terrain sicher die bessere Wahl gewesen.

Die Sonne steht schon ziemlich tief, als wir den Spruce Lake erreichen. Der ganze Tag ein einziger Flowtrail. Schnell noch die Bikes wechseln und anpassen, damit es morgen früh gleich weitergehen kann. Windy-Pass oder Flowtrails um die Berge herum – am nächsten Morgen haben wir die Wahl. Der Pass würde zwei Stunden schieben bedeuten, weil sich die Trails in den Chilcotins bergauf nur selten fahren lassen. Heute mit dem satten Federweg des Safires ausgestattet, wähle ich die Flow-Variante. Erster Sitzeindruck auf dem Bike: kaum ein Unterschied zum Era, aber ein großer Unterschied zum Vorgängermodell. Das neue Safire wirkt steifer, der Antrieb direkter und das Fahrwerk straffer. Agil fliegt es durch Trail-Kurven – und bald wird auch der Unterschied zum neuen Era deutlich: Wurzeln und Flussbett-Wackersteine bügelt dieses Trail-Bike mit seinen 120 Millimetern Federweg vorne und 140 Millimetern hinten einfach weg. Ein sattes, sicheres Fahrgefühl, das sofort mehr Selbstvertrauen gibt.

34 Kilometer dauert allein das heutige Trail-Erlebnis, dann trifft der Pfad nach zwei Tagen das erste Mal wieder auf eine Schotterstraße: Die Tyax-Lodge – wir sind zurück, leider.


Web: www.specialized.com

Sieben Journalistinnen aus den USA , Australien und Deutschland wurden mit dem Wasserflugzeug am Lorna Lake ausgesetzt. Zurück in die Zivilisation ging es ausschließlich auf Trails über Pässe, durch Flussbetten und Täler. Technik-Spezialistin Amy sorgte für die richtige Abstimmung der Test-Bikes; gegessen und geschlafen wurde im Zelt-Camp.

Specialized Safire FSR Pro

Specialized Era FSR Carbon


Test: Specialized Safire Pro

Hersteller/Modell/Jahr
Specialized Safire Pro / 2011
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Specialized Germany GmbHMarketing Office, www.specialized.com
Material/Grössen/Testgrösse
Alu / H: XS, S, M, L / M
Preis
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
11900.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
67.50
Vorbau-/Oberrohrlänge
70.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1101.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/-, -/-
Übersetzung
2
BB Drop/Reach/Stack
10.00/398.00/573.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Specialized Future Shock/Fox/Specialized Future Shock Brain
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
SRAM S-2200 Carbon (XO)/SRAM XO/SRAM X9
Bremsanlage/Bremshebel
Avid Elixir CR SL/Avid Elixir CR SL
Laufräder/Reifen
Roval Control Trail EL - - - -/Specialized Purgatory 2.2 Specialized Purgatory 2.2
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: CarbonEraFrauenFSRProSafireSpecialized

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    Lady-Bikes 2011

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