Einzeltest: Kona Satori

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 9 Jahren

Konas neues Twentyniner begeistert besonders in schwerem Terrain. Es ist das beste Fully, das Kona in den letzten Jahren gebaut hat.

Eine Bedeutung von Satori im Zen-Buddhismus ist: Man wacht morgens auf und hat ein zusätzliches Paar Arme. Wer sich nicht vorstellen kann, was dies mit einem Mountainbike zu tun hat, sollte eine Runde auf dem Kona Satori drehen. Die Kanadier verbinden dabei die Fahreigenschaften eines All Mountains mit 29 Zoll großen Laufrädern – das schafft quasi vierarmige Überlegenheit. Dabei haben die Entwickler nicht mal Wunder vollbracht: Das Fahrwerk ist durchschnittlich schwer (3,4 Kilo), es besitzt Taper-Steuerrohr, Steckachsen und ISCGAufnahme, Details also, die Stand der Technik sind. Beim Test im Ötztal entpuppte es sich als echte Fahrmaschine. Die angenehme Sitzposition verschafft gute Übersicht, die Geometrie ist rundum gelungen und knüpft an die alte „draufsetzen und wohlfühlen“-Tradition des Hauses an. Im Wiegetritt bergauf pumpt das Heck etwas, die Plattform greift dann regelnd ein.

Dass man mit 13,9 Kilo keinen Bergpreis holt, verzeiht man dem Bike, sobald man in den Trail einbiegt. Die 130 mm Federweg fühlen sich Twentyniner-typisch nach mehr an. Man kann es fliegen lassen, das 29er-Konzept geht hier voll auf. Um diesem Bike zu folgen, braucht man beim 26er-All-Mountain mindestens 150 mm Federweg. Im verblockten Trail stört die mäßige Steifigkeit (60 Nm/Grad, STW 18) nicht – sie wirkt fehlerverzeihend.

Blickt man auf die Ausstattung, gibt es allerdings einiges, was man dem Bike ankreiden könnte, es aber nach der Testrunde nicht tut. Schraube statt Schnellspanner am Sattel (hier muss eine Teleskop-Stütze rein!), einfache Ausstattung, mäßige Steifigkeit und Bremsleistung, keine Niveau-Regulierung an der Gabel. Nach unserem Punktesystem erreicht das Satori ein knappes „sehr gut“, auf den Fahrspaß bezogen ist es ein dickes „sehr gut“.


PLUS: Fahreigenschaften, potentes Fahrwerk
MINUS: Ausstattungs-Niveau, kein Sattelschnellspanner


Fazit: Fahrspaß großgeschrieben. Das Satori überzeugt in schwerem Gelände, auf Singletrails und auch als Touren-Bike. Beim Ausstattungs-Niveau muss man gemessen am Kaufpreis ein Auge zudrücken.

Kona Satori 2012

Der abgestützte Eingelenker hat 130 mm Federweg. Der Alu-Rahmen wiegt mit Dämpfer 3,4 Kilo, das ist All-Mountain-Durchschnitt.

Trotz Maxle-Steckachse ist der Hinterbau nicht der steifste. Die 160er-Bremsscheibe ist bei den großen Rädern und im Einsatzbereich fehl am Platz.

Gabel und Dämpfer harmonieren sehr gut, das Fahrwerk gibt Rückmeldung, man nutzt den Hub aus. Nur im Wiegetritt taucht das Heck spürbar ein.

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Test: Kona Satori

Hersteller/Modell/Jahr
Kona Satori / 2012
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Kona Europe, 0041/22/9608300, www.konaworld.com
Material/Grössen/Testgrösse
Alu / H: 16, 18, 19, 20, 22 / 18 "
Preis
2999.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
13550.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
68.50
Vorbau-/Oberrohrlänge
100.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1142.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/132, -/130
Übersetzung
2
BB Drop/Reach/Stack
-28.00/412.00/626.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Rock Shox Revelation RLT 130/Fox Float RP 2 High Volume
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
SRAM X7/SRAM X9/SRAM X7
Bremsanlage/Bremshebel
Avid Elixir 5/Avid Elixir 5
Laufräder/Reifen
Easton Vice 29er - - - -/Maxxis Ardent 29x2,4 Maxxis Ardent 29x2,25
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Schlagwörter: All Mountain Einzeltest Fullys Kona Satori


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