Duell: Trek Slash gegen Trek Remedy 2012

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 9 Jahren

Das bergablastige Scratch ist Geschichte. Der Nachfolger Slash 9 setzt wieder voll auf Enduro-Qualitäten. Aber wie dicht ist das Slash jetzt am Remedy 9.8 Carbon – und wer wird mit welchem Trek-Bike glücklich?

Das alte Trek Scratch war ein Bike fürs Grobe, das auf den Berg geshuttelt werden musste. Durchweg solide Teile trafen auf eine extrem kurze, kompakte Geometrie. Gut für den Bikepark, für Touren undenkbar. Entsprechend wenige Bikes wurden verkauft, das Scratch verschwand aus dem Programm. Jetzt kommt ein Nachfolger: das Slash, ein klassisches Enduro.

Der Hauptunterschied zum Scratch ist die etwas längere Geometrie, zudem ist das Slash etwa ein Kilo leichter als sein Vorgänger. Mit 13,75 Kilo zählt es aber immer noch nicht zur Gruppe der leichten Enduros. Der Rahmen ohne Dämpfer bringt mit 3100 Gramm nur unwesentlich weniger auf die Waage als der des Scratch. Ein leichterer Slash-Rahmen aus Carbon bleibt Zukunftsmusik. Die Gewichtseinsparung kommt also im Wesentlichen von der Ausstattung. Insgesamt sind die Unterschiede nicht zu groß – auch beim Federweg sind es nur vier Millimeter. Sogar der Preis des Top-Modells bleibt mit 5499 Euro gleich. Das Slash ist also deutlich dichter am alten Scratch als am Remedy. Dadurch hat das Slash einen ganz anderen Charakter als das Remedy. Gabel und Geometrie machen Welten aus. Die dicke 160er-Fox-36 im Slash gibt in Verbindung mit dem bis zu 1,5 Grad flacheren Lenkwinkel bergab ein souveränes Gefühl. In steilen, sportlichen Passagen liegt das Slash dadurch satter und vermittelt mehr Sicherheit. Leider waren Slash und Remedy für diesen Vergleich nicht in der exakt gleichen Rahmenhöhe lieferbar. Generell fällt das Remedy jedoch immer noch deutlich länger aus, wodurch man auch zum Slash spürbar sportlicher sitzt.

Obwohl die beiden Trek-Brüder ein Kilo trennt, rollen sie im Flachen Rad an Rad. Kein Wunder: Mit identischem Laufradsatz inklusive identischer Reifen bleibt der Unterschied gering. Bergauf wendet sich das Blatt. Das Remedy 9.8 mit Carbon-Rahmen fährt sich lebendiger, beschleunigt besser. Zudem ist die Sitzposition gestreckter, das gibt mehr Druck auf dem Vorderrad. Im Wiegetritt bergauf ist bei beiden Bikes ein Wippen spürbar. Die Plattform schafft Linderung, könnte jedoch noch effektiver arbeiten.

Wenn es richtig steil bergauf geht, punktet das Slash mit der Absenkung der Fox Talas. Durch das Dual Rate Control Valve (DRCV) von Trek, das beim Remedy nicht nur im Dämpfer, sondern auch in der Gabel steckt, lässt sich die 150er-Fox-Gabel nicht absenken. In den meisten Fällen ist das aber kein Problem. Die ausgewogene Geometrie lässt kaum Wünsche offen. Dafür steht durch die DRCV-Technik der komplette Federweg leichter zur Verfügung. Während des Einfederns wird ab der Hälfte des Weges eine zweite Luftkammer geöffnet. Dadurch fehlt die für Luftfahrwerke typische Progression gegen Ende des Federwegs.

Beim Preis gibt es eine Überraschung. Trotz Carbon-Rahmen kostet das Remedy mit XTAusstattung 4699 Euro und ist damit 800 Euro günstiger als das zwar neuere, aber nur in Alu erhältliche Slash mit X0-Ausstattung. Vorteil Remedy. Die Kosten für die neuen Rohrformen des Slash schlagen auf den Preis durch.

Mehr Infos finden Sie unten im PDF-Download.

Peter Nilges, BIKE-Redakteur: „Das leichtere Carbon-Remedy ist auf Touren definitiv das vielseitigere Bike. Zudem kostet es 800 Euro weniger. Für diese Differenz könnte man es bereits mit einer 160-Millimeter-Gabel für mehr Potenz bergab pimpen. Wer einen robusten Begleiter aus Alu sucht, sollte zum verspielteren Slash greifen.“

Trek Slash 2012

Trek Remedy 2012

.


Test: Trek Remedy 9.8 Carbon

Hersteller/Modell/Jahr
Trek Remedy 9.8 Carbon / 2012
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Bikeurope B.V./Trek Deutschland, 0180/3507010, www.trekbikes.com
Material/Grössen/Testgrösse
Hybrid / H: 15,5, 17,5, 18,5, 19,5, 21,5 / 18,5 "
Preis
4699.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
12700.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
67.00
Vorbau-/Oberrohrlänge
80.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1163.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/151, -/158
Übersetzung
3
BB Drop/Reach/Stack
8.00/432.00/581.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Fox 32 Float 150 DRCV/Fox Float RP2 DRCV Boostvalve
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Shimano XT/Shimano XTR/Shimano XT
Bremsanlage/Bremshebel
Shimano XT/Shimano XT
Laufräder/Reifen
Bontrager Rhythm Elite - - - -/Bontrager XR4 2.35 Bontrager XR4 2.35
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: All MountainDuellEnduroRemedySlashTrek

PDF-Download

Für Abonnenten kostenfrei. BIKE-Abo gibt's hier


  • 0,99 €
    Trek Slash gegen Trek Remedy 2012

Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Eurobike 2015: Neues Enduro von Rose
    Pikes Peak: das neue Carbon-Enduro von Rose

    07.09.2015

  • Test 2017: Norco Range C 9.2
    Schnell und wild: Norco Range C 9.2 im Test

    31.08.2017

  • Scott Genius 910 gegen Specialized S-Works Stumpjumper FSR Carbon 29

    30.09.2012

  • Specialized Stumpjumper FSR Comp

    21.05.2013

  • Commençal Meta 5.3

    31.05.2009

  • Test 2014: Giant Trance Advanced 27.5 0
    Giant Trance Advanced 27.5 O

    24.10.2013

  • Test 2018: Rocky Mountain Instinct gegen Pipeline
    29 vs. 27,5 Zoll: Welches Bike punktet auf dem Trail?

    24.07.2018

  • Test 2015: BH Lynx 9.7
    Enduro-Test: BH Lynx 9.7

    15.12.2014

  • Canyon Nerve WXC 9.0

    30.06.2008