Drei All Mountain-Fullys aus dem Versandhandel im Test

Test 2015: Touren-Fullys um 2000 Euro vom Versender

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 6 Jahren

Canyon, Radon und Rose beherrschen den Markt der Direktversender. Viel Bike für wenig Geld, lautet das Motto. Wir haben drei All Mountains der 2000-Euro-Klasse auf den Zahn gefühlt und getestet.

Die Katze im Sack zu kaufen, ist eigentlich ein unangenehmes Gefühl. Dennoch haben sich ganze Branchen spezialisiert auf den Versandhandel. Ob Amazon oder Zalando: Das Überraschungspaket kommt per Post. Was nicht gefällt, geht retour. Bezahlt wird nur, was man behält. Das Bike per Post gibt es schon einige Jahre länger als die trendigen Online-Modehändler. Und das Geschäftsmodell von Canyon, Radon und Rose trägt sich nicht nur über den günstigen Preis. Versender-Bikes zu kaufen, heißt nicht, auf Schnäppchenjagd zu sein. Hinter den drei getesteten Bikes stecken seriöse Unternehmen mit Entwicklungsabteilungen, langer Historie und eigener Identität. Versandhandels-Gauner, die das schnelle Geld machen wollten, hat der Markt längst beerdigt.

Test 2015: All Mountains Fullys um 2.000 Euro vom Versender

3 Bilder

Canyon, Radon und Rose beherrschen den Markt der Direktversender. Viel Bike für wenig Geld, lautet das Motto. Wir haben  drei All Mountains der 2000-Euro-Klasse auf den Zahn gefühlt. Welches bietet den besten Gegenwert?

Während sich andere Direktvertreiber wie YT, Propain oder Solid auf Nischen beschränken, bieten Canyon, Radon und Rose eine breite Produktpalette. Daraus haben wir drei 29er mit 130-Millimeter-Fahrwerken ausgewählt. Beim Praxistest der drei All Mountains stellten wir fest: Für 2000 Euro kriegt man vielseitige, robuste Bikes mit eigentlich nur einem einzigen Nachteil: das hohe Gewicht. 29er, besonders in dieser Preisklasse, sind schwer, dazu drückt die Ausrichtung der Bikes mit 130 Millimetern Federweg plus Teleskop-Stütze auf die Waage. Auf die Tele-Stütze will man aber nicht mehr verzichten, wenn man sich an sie gewöhnt hat – 250 Gramm Mehrgewicht hin oder her. Am Fahrverhalten oder der Ausstattung gibt es nichts auszusetzen, denn mal ehrlich: Ob man nun mit einer Shimano-Deore-Kurbel oder einer XT auf Touren geht, beeinflusst den Fahrspaß nicht. Eher schon die gewählte Abstufung, und hier gilt, auch wegen des Gewichts der Bikes: Kleinere Blätter sind besser als größere, Dreifach (Radon) sinnvoller als Zweifach (Canyon, Rose). 29er benötigen wegen des größeren Radumfangs ohnehin kleinere Blätter. Ein 22er vorne ist der einzig wahre Klettergang.

Wenn Sie jetzt über eines dieser Bikes nachdenken: Beim Versand hat Rose die Nase vorn. In einem riesigen Karton steckt das komplette Bike. Lenker drehen, Pedale montieren, Fahrwerk abstimmen – fertig. Canyon erfordert schon ein paar Arbeitsschritte mehr. Der Karton ist kleiner, das Bike dadurch stärker zerlegt. Die meiste Arbeit erfordert Radon. Zwar kommt das Bike voreingestellt. Man muss aber das Verpackungsmaterial runterschneiden, Lenker und Sattel montieren, plus die Abstimmung vornehmen. Allerdings kann man sich sein Radon auch an einen der 180 sogenannten Service-Partner schicken lassen und holt es dort fahrfertig montiert ab. Abholung bieten auch die anderen in Koblenz (Canyon), Bocholt oder München Rose). Wobei eine weite Anreise möglicherweise den Preisvorteil gegenüber dem Fachhandel vernichtet. Aber so kauft man dann eben auch nicht die Katze im Sack.

Diese drei All Mountains von Direktversendern haben wir im Test:

• Canyon Spectral AL 29 7.9
• Radon Slide 29 8.0
• Rose Root Miller 29


Fazit von Christoph Listmann, BIKE-Testleiter: Für Canyon, Rose und Radon ist der Direktvertrieb ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Alle drei bieten sorgfältig entwickelte Bikes mit gutem Preis/Leistungsverhältnis. Sie liegen im Fahrverhalten nahe beieinander, die Unterschiede fallen gering aus. Radon besticht mit dem günstigsten Preis und seinem Handling. Canyon punktet darüber hinaus mit seinen cleveren Details. Rose überzeugt mit der unkompliziertesten Montage und seiner Custom-Bauweise.


Den kompletten Test der All Mountain-Fullys um 2000 Euro (BIKE 1/2015) können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:


Lesen im Apple App Store
Lesen im Google Play Store
Bestellen im DK-Shop

Gehört zur Artikelstrecke:

Test 2015: All Mountains Fullys um 2.000 Euro vom Versender


  • Drei All Mountain-Fullys aus dem Versandhandel im Test
    Test 2015: Touren-Fullys um 2000 Euro vom Versender

    21.01.2015

  • Test 2015: Canyon Spectral AL 29 7.9
    Canyon Spectral – ein durchdachtes All Mountain Bike

    20.01.2015

  • Test 2015: Radon Slide 29 8.0
    Gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet das Radon Slide

    20.01.2015

  • Test 2015: Rose Root Miller 1 29
    Individuelles All Mountain vom Versender Rose

    20.01.2015

Themen: All MountainCanyonRadonRoseTestVersender/Versandhandel


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Test 2014: Radon Slide 130 29 10.0
    Das Radon Slide 130 29 10.0 im Test

    24.10.2013

  • Einzeltest 2019: E-Thirteen TRS+ 1x12-Upgrade Kit
    E-Thirteen-Kassette mit Upgrade Kit auf 12 Gänge

    12.07.2019

  • Test 2012: All Mountain-Fullys um 1500 Euro
    All Mountain-Fullys um 1500 Euro im BIKE-Test

    31.05.2012

  • GT Zaskar Carbon 100 9R Expert

    21.03.2013

  • Univega Ram E-90

    04.09.2006

  • Einzeltest: Mountainbike Griffe von Renthal
    Griffig: Renthal Ultra Tacky MTB Griffe im Kurztest

    24.01.2017

  • NS Bikes Define: All Mountain und Trailbike aus Carbon
    NS Bikes zeigt abfahrtsstarke Bikes aus Carbon

    06.07.2018

  • Test All Mountain Fullys
    Test 2015: Trek Remedy 8 27,5

    09.02.2015

  • Test 2020: ergonomisch geformte Griffe
    6 Ergo-Griffe im BIKE-Vergleichstest

    13.07.2020