Dauertest: Trek Remedy 9.9 Dauertest: Trek Remedy 9.9 Dauertest: Trek Remedy 9.9

Dauertest: Trek Remedy 9.9

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 10 Jahren

Vertragen sich filigrane Carbonrohre und Edel-Komponenten mit einem 150-Millimeter-Fahrwerk? Im Dauertest musste Treks Remedy Topmodell zeigen, ob es Stresssituationen gewachsen ist.


Dauertest-Leistung: 3050 km / 51400 hm

Als technikverliebter Bike-Fetischist bin ich sofort dem Lack-Finish in Mahagoni-Optik, der edlen Machart und der hochwertigen Ausstattung erlegen. Das Verhältnis aus Federweg und Gewicht erfüllt exakt meinen Anspruch: Eins für alles – lange Touren, Gondel-Biken, zwischendurch ein Marathon. Auf dem Trail überzeugte mich das Handling. Die Wurzeln des Remedy liegen im Enduro-Segment, das spürt man sofort. Und schließlich verwundert es kaum, dass sich das hervorragende Fahrwerk, gepaart mit dem Carbon-Diätrahmen (12,3 Kilo), spielerisch in jede Kurve legen lässt. Der Alu-Hinterbau zählt in Sachen Funktion wohl zu einem der ausgereiftesten Konzepte. Die absenkbare Fox 32 Talas RLC ist dafür eindeutig der passende Gefährte. So kurbelt das Remedy ohne Wippen willig bergauf, um in der Abfahrt gierig die dicksten Brocken zu schlucken. Allerdings birgt das Hinterbausystem mit Active Brake Pivot (ABP) einen Nachteil: Es lockerte sich mehrfach die hintere Bremsscheibe. Bereits kurz nach Beginn kämpfte die Joplin-Sattelstütze mit Funktionsproblemen, erst ein Austausch schaffte Abhilfe. Als Achillesferse erwies sich letztendlich aber die Avid-Bremsanlage. Eine plötzliche Undichtigkeit beendete einen Urlaub, ein gebrochener Magnesium-Hebel eine Tour durchs Alpbachtal. Kratzer durch Steinschlag und Co. sind die Narben von Erlebtem und gehören selbst bei einem 6000-Euro-Bike dazu.


Fazit: Das Remedy hat den Einsatzbereich All Mountain für mich neu definiert. Sitzposition, Fahrwerk und Ausstattung trösteten über die Defekte hinweg!


Funktion *****
Haltbarkeit **

(Max. 5 Sterne)


DEFEKTE / VERÄNDERUNGEN:
1. Erste Probleme mit der Joplin-Stütze
 300 km: erstes Mucken der Teleskop-Stütze
2. Vorderbremse undicht  900 km: Bremse entlüftet
3. Bremsbeläge abgefahren  1200 km: Beläge vorne getauscht
4. Bremshebel abgebrochen, Beläge abgefahren  1500 km: Hebel neu & Beläge hinten gewechselt
5. Teleskop-Stütze defekt 2000 km: Joplin-Stütze ersetzt

Daniel Simon

Georg Grieshaber Der abgebrochene Bremshebel: Das Magnesium-Gehäuse entpuppte sich als Schwachstelle.

Robert Niedring Stephan Ottmar (33), Bike-Testfahrer Fährt Bike seit 1997 Gewicht 71 kg Größe 1,85 m Fahrertyp: technische Touren Lieblingsrevier: Bayerische Voralpen

.


Test: Trek Remedy 9.9

Hersteller/Modell/Jahr
Trek Remedy 9.9 / 2010
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Bikeurope B.V./Trek Deutschland, 0180/3507010, www.trekbikes.com
Material/Grössen/Testgrösse
Carbon / H: 15,5, 17,5, 18,5, 19,5, 21,5 / 18,5 "
Preis
5999.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
12300.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
68.00
Vorbau-/Oberrohrlänge
80.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1155.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/-, -/-
Übersetzung
3
BB Drop/Reach/Stack
10.00/432.00/586.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Fox 32 Talas Fit RLC/Fox Float RP 23 Boost Valve DRCV
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Shimano XTR/SRAM X-O/SRAM X-O
Bremsanlage/Bremshebel
Avid Elixir CR Mag/Avid Elixir CR Mag
Laufräder/Reifen
Bontrager Rhythm Pro - - - -/Bontrager XDX 2,4 Bontrager XDX 2,4
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: DauertestRemedyTrek


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