YT JeffsyNach 29 Zoll kommt 27,5

Peter Nilges

 · 05.03.2017

YT Jeffsy: Nach 29 Zoll kommt 27,5Foto: Hersteller

Das perfekte Trailbike rollt auf 29-Zoll-Laufrädern, hieß es bei der Vorstellung des YT Jeffsy im letzten Jahr. Nun hat YT Industries nachgelegt und stellt das Jeffsy zusätzlich in 27,5 Zoll vor.

Ein neues Jeffsy mit 27,5-Zoll-Laufrädern, wirklich? Die News kam etwas überraschend. Wurde das letztjährig eingeführte Trailbike doch nach ausgiebigen Tests bewusst von YT auf 29-Zoll-Räder gestellt. BIKE hat bei YT nachgehakt, woher der Sinneswandel rührt und zeigt die Unterschiede zwischen Jeffsy 29 und 27.

  Das Jeffsy 27 CF Pro ist das zweitteuerste Modell im YT-Lineup und kostet 3999 Euro.Foto: Hersteller
Das Jeffsy 27 CF Pro ist das zweitteuerste Modell im YT-Lineup und kostet 3999 Euro.

Size doesn`t matter

Es ist definitiv mehr als nur die Laufradgröße, die das Jeffsy 29 vom neuen Jeffsy 27 unterscheidet. Lediglich die Kettenstreben sind bei beiden Modellen gleich geblieben. Alle anderen Rahmenteile, der Federweg und die Geometrie unterscheiden sich voneinander. Für jede Laufradgröße hat YT sechs unterschiedliche Modelle zwischen 2099 Euro und 4499 Euro im Programm. Vier Carbon- und zwei Alu-Modelle. Während das 29er an Vorder- und Hinterrad um bis zu 140 Millimeter federt, packt das Jeffsy 27 hier nochmals zehn Millimeter drauf. Das Topmodell Jeffsy CF Pro Race besitzt sogar ein 160er-Fahrwerk und positioniert sich damit bereits im Enduro-Bereich. Dennoch soll das neueste YT-Bike nur schlanke 12,4 Kilo auf die Waage bringen.

  Das YT Jeffsy 29 besitzt zwar größere Laufräder, begnügt sich aber mit weniger Federweg (140 mm vorne und hinten).Foto: Georg Grieshaber
Das YT Jeffsy 29 besitzt zwar größere Laufräder, begnügt sich aber mit weniger Federweg (140 mm vorne und hinten).

Für wen ist welches Jeffsy?

Was das Einsatzgebiet angeht, besitzen beide Jeffsys eine große gemeinsame Schnittmenge im All-Mountain-Bereich. Etwas weniger Federweg und dafür ein besseres Überrollverhalten beim 29er und mehr Federweg, aber kleinere Laufräder beim 27,5er. So gewappnet sind beide Jeffsy-Modelle für die meisten MTB-Schandtaten bereit. Die unterschiedliche Laufradgröße dient daher in erster Linie, um den verschiedenen Vorlieben des Fahrers gerecht zu werden. Lediglich das 27 Race-Modell mit 160 Millimetern positioniert sich noch einen Ticken abfahrtslastiger. Wieviele Reserven das leichte Topmodell wirklich hat, wird ein Test in BIKE 5/17 zeigen – ab 4. April am Kiosk.

  Den ersten Eindruck konnten wir auf der Präsentation in Malaga verschaffen.Foto: Hersteller
Den ersten Eindruck konnten wir auf der Präsentation in Malaga verschaffen.
  Das neue Jeffsy 27 bietet mit 150 Millimeter etwas mehr Federweg. Das Topmodell CF Pro Race sogar 160 Millimeter und einen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter.Foto: Hersteller
Das neue Jeffsy 27 bietet mit 150 Millimeter etwas mehr Federweg. Das Topmodell CF Pro Race sogar 160 Millimeter und einen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter.

Die Geometrie-Unterschiede im Überblick (Größe L)

Interview mit Markus Flossmann, Geschäftsführer YT

„Manche Fahrer lassen sich nicht von 29ern überzeugen.“


BIKE: Letztes Jahr habt ihr das Jeffsy 29 auf den Markt gebracht und behauptet 29-Zoll sei die ideale Laufradgröße für den Trail-Einsatz. Wie passt das neue Jeffsy 27 zu dieser Aussage?
Markus Flossmann: Letztendlich entscheidet die Nachfrage. Es gab viele Kunden, die konkret nach 27,5 Zoll in diesem Federwegsbereich gefragt haben. Vor allem in anderen Märkten wie z. B. in Asien spielt 29-Zoll keine Rolle. Manche Leute lassen sich auch einfach nicht von 29ern überzeugen. Wobei wir viel Feedback von Jeffsy 29-Kunden bekommen haben, die vollkommen überrascht waren wie agil sich ein gutes 29er fahren lässt.


Welcher Kunde wird womit glücklich?
Wir überlassen dem Kunden, was er mit dem Bike macht. Fahrern mit etwas weniger Skills bietet das 29er mehr Sicherheit. Durch den tiefen Scherpunkt unterhalb der Radachsen steht man sehr sicher im Bike. Beim 27,5er hingegen merkt man den größeren Federweg vor allem beim Springen bzw. landen.


Wildert das Topmodell des Jeffsy 27 mit 160 Millimetern nicht zu sehr bei Eurem Enduro Capra?
Ja, dass ist uns durchaus bewusst. Bei der Entwicklung des Jeffsy 27 haben wir eng mit unserm Enduro-Racer Bryan Regnier zusammen gearbeitet. Bei manchen Rennen muss es nicht unbedingt das Capra sein, wenn ein rund 800 Gramm leichteres Bike wie das Jeffsy 27 Vorteile bringt. Somit ist das Bike renntauglich aber trotzdem Touren orienterter als das Capra. Mit dem Capra wird derjenige glücklich, der auch regelmäßig im Bikepark Spaß haben will.


Warum hat das neue Jeffsy 27 keine mega-verspielte Geometrie mit maximal kurzen Kettenstreben?
Wir haben mit unterschiedlichen Längen herum experimentiert und festgestellt, dass die Kettenstreben auch zu kurz sein können. Ein ausbalanciertes Fahrgefühl, auch beim Springen war uns besonders wichtig. Den Trend von super kurzen Kettenstreben sehen wir aktuell nicht mehr.


Warum gibt es das Jeffsy nicht auch in 27,5-Plus?
Unsere eigenen Erfahrungen mit den breiten Reifen sprechen eindeutig dagegen. Das Fahrgefühl wird einfach zu schwammig und undefiniert. Daher haben wir uns bewusst gegen eine Plus-Version entschieden.

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