Top-Neuheiten E-Bike 2023Die spannendsten E-Mountainbikes des Jahres

Josh Welz

 · 22.01.2023

Die besten E-Bikes für 2023: Wir präsentieren die spannendsten E-MTB Neuheiten für die neue Saison.
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2022 hat die E-MTB-Branche nochmal einen Gang hochgeschaltet und ein wahres Feuerwerk an neuen Modellen abgebrannt. Haupt-Innovationstreiber sind die Light- oder Minimal-Assist-E-Mountainbikes. Die Top-Neuheiten und spannendsten E-Bike-Modelle für 2023 im Überblick.

Erstklassige, leichte E-Mountainbikes gibt es im Modelljahr 2023 so viele wie noch nie! Aber auch bei E-Bikes mit klassischen E-Antrieben haben einige Hersteller für die neue Bike-Saison herausragende, neue Modelle vorgestellt. Vor allem in den E-Bike-Klassen mit mehr Federweg, also bei E-Enduros und All Mountain E-Bikes. Damit Sie beim E-MTB-Kauf kein spannendes Modell in ihrer Auswahl vergessen, haben wir die top E-Bike-Neuheiten für 2023 in diesem Artikel zusammengefasst. Vom exklusiven Light E-MTB bis zum heißesten E-Enduro. Hier eine Inhaltsübersicht über die einzelnen Modelle. Über den Link kommen Sie direkt zum E-Bike:

Spannende E-Bikes 2023: Die neuen, leichten Light-E-Mountainbikes

Neue Light-Motoren wie der TQ HPR50 und der Fazua Ride 60 haben wie ein Brandbeschleuniger auf die E-MTB-Branche gewirkt. Sechs nennenswerte Modelle gibt es mittlerweile am Markt. Diese Aggregate sind vor allem leicht und kompakt. Damit ermöglichen Sie zum einen sehr niedrige Gesamtgewichte, aber auch schlanke Rahmenformen, die denen klassischer Mountainbikes immer mehr ähneln. Doch die neue Generation der Light-Motoren kann noch viel mehr. Beispiel: TQ HPR 50 – das neue Aggregat des oberbayerischen Elektronik-Konzerns ist nicht nur der kompakteste E-Bike-Antrieb seiner Klasse, in der Praxis besticht er auch mit seiner natürlichen, dezenten Charakteristik, außerdem ist er kaum zu hören. Mehr klassisches Mountainbike-Fahrgefühl gab es bei E-MTBs noch nie. Anderes Beispiel: der neue Fazua Ride 60. Fazua hatte mit den Vorgänger Ride 50 vor sechs Jahren den Grundstein für die Light-Entwicklung gelegt. Der Nachfolger Ride 60 setzt in der Kategorie Light-Assist-Motoren einen neuen Meilenstein: Er ist nicht nur sehr kompakt und mit 2,02 Kilo sehr leicht, er liefert darüber hinaus eine Leistung, die sich mit der klassischer E-MTB-Antriebe fast messen kann.

Kaum verwunderlich also, dass sich mit dieser neuen Motoren-Generation die Kategorie der Light-E-MTBs immer größerer Beliebtheit erfreut. Wir haben die spannendsten Light-E-MTB-Modelle für 2023 zusammengetragen.

Scott Lumen: Gewicht-Rekordler mit TQ-Motor

Definitiv eine Top-Neuheit bei den E-MTBs für 2023 ist das Scott Lumen. Es definiert die Grenzen für Light-E-Bikes neu: 15,5 Kilo Gesamtgewicht, maximale Integration und extrem leise dank dem neuen TQ-Aggregat HPR50. Auch optisch ist das Lumen kaum mehr von seinen unmotorisierten Verwandten im Scott-Modell-Portfolio zu unterscheiden. Damit schaffen die Schweizer gleich auch einen Präzedenzfall für eine neue Kategorie: Down-Country-E-Bikes. Diese Bike-Klasse hat sich bei motorlosen Bikes bereits etabliert: Leichtes Gewicht und begrenzter Federweg auf der einen Seite, sportliche Geometrien mit flachen Lenkwinkeln auf der anderen Seite – so lassen sich Effizienz und Trail-Eigenschaften miteinander verbinden.

Leichtgewicht mit Fahrspaß-Faktor: Das Scott Lumen bringt in der Top-Version 15,5 Kilo auf die Waage.Foto: Michal Cerveny
Leichtgewicht mit Fahrspaß-Faktor: Das Scott Lumen bringt in der Top-Version 15,5 Kilo auf die Waage.

Scott überträgt den Down-Country-Gedanken aus dem unmotorisierten Mountainbiken kompromisslos auf den E-MTB-Sektor. Die Kategorie richtet sich an Fahrer mit sportlichem Anspruch, die bereit sind, viel Eigenleistung einzubringen. Dafür bekommen sie ein sehr leichtes, vortriebsstarkes Gesamtsystem. So soll sich auch das Scott Lumen in flachem und welligem Gelände auch oberhalb der Unterstützungsgrenze bewegen lassen. Zum Energiesparen kann man das Bike auch über weitere Strecken mit abgeschaltetem Motor fahren. Besonders ist auch die optische Ästhetik des Lumen: Dank der kompakten Ausmaße des TQ-HPR50-Motors und einem fest verbauten Akku mit 360 Wh ist es den Entwicklern gelungen, das einzigartige Design mit integriertem Dämpfer – patentiert von der Marke Bold, die Scott jüngst gekauft hat – ins E-Bike-Segment zu transferieren. Aus Gewichtsgründen hat das Bike keine Gelenke am Ausfallende – die Carbon-Streben flexen. Insgesamt hinterlässt das Scott Lumen optisch einen tollen Eindruck und konnte im EMTB-Test auch auf dem Trail überzeugen.

Scott Lumen eRide 900 SL, 15999 Euro
Foto: Michal Cerveny

Fakten zum Scott Lumen

  • Motor: TQ HPR 50, max. 50 Nm, 300 Watt
  • Akku: 360 Wh, fest verbaut
  • optionaler Range Extender: 160 Wh
  • Federweg: 130 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Gewicht: 15,5 Kilo (Top-Modell)
  • Preis: 4 Modelle von 6999 bis 15.999 Euro

Focus Jam² SL: Light-Bike mit Fazua-Motor

Wer baute 2017 das erste E-MTB mit Light-Motor der Geschichte? Richtig, es war Focus! Das Hardtail Raven² war das erste E-Mountainbike mit dem damals brandneuen Fazua Evation-Motor. Doch später war es bei den Stuttgartern ruhig geworden um die Light-E-Bike-Kategorie. Jetzt, wo die Gattung mit dem neuen Fazua Ride 60-Antrieb richtig Aufwind bekommt, ist auch Focus wieder mit von der Partie. Mit dem Jam² SL stellen die Schwaben für 2023 ein Fazua-Bike vor, das zwischen den Kategorien Trail, All Mountain und Enduro wandelt.

Rassiges Trailbike mit Vollcarbon-Rahmen: das Focus Jam² SLFoto: Wolfgang Watzke
Rassiges Trailbike mit Vollcarbon-Rahmen: das Focus Jam² SL

Das Jam² SL ist ein rassiges Trailbike mit Vollcarbonrahmen, 160/150 Millimetern Federweg und 29er-Laufrädern. Besonderheit ist eine umfangreiche Geometrie-Anpassung. Der brandneue Ride 60 ist für den Einsatz am E-MTB ein enormer Fortschritt gegenüber seinem Vorgänger. Insbesondere das starke Verhältnis aus Leistung und Gewicht lässt den kompakten Motor herausstechen. Im Vergleich zu anderen Antrieben aus der Light-Liga schiebt der Fazu richtig kräftig. Das könnte manchen Verfechter klassischer E-MTBs ins Grübeln bringen. Auch der verhältnismäßig große Akku mit 430 Wattstunden macht den Ride 60 - und damit auch das Focus Jam² SL - zum starken Allrounder.

Focus Jam² SL 9.9 // 160/150 mm // 29 Zoll // 8499 Euro // 19 kg
Foto: Wolfgang Watzke

Fakten zum Focus Jam² SL

  • Motor: Fazua Ride 60, 60 Nm, 450 Watt
  • Akku: 430 Wh, entnehmbar
  • Federweg: 160/150 mm
  • Laufräder: 29 Zoll
  • Gewicht: ab 17,9 kg
  • max. zul. Systemgewicht: 135 kg
  • Vier Ausstattungsvarianten zwischen 6199 und 11.499 Euro

BMC Fourstroke AMP LT: Race-Gene

Mit dem BMC Fourstroke AMP LT präsentieren auch die Schweizer Race-Spezialisten für das kommende Jahr ein Light-E-MTB mit TQ HPR50 Motor. Und auch dieses darf man der neuen Down-Country-Kategorie zurechnen. Damit will das Fourstroke genau zwischen spaßigen Trail-Flitzern und schnellen Cross-Country-Rennern landen. 120 Millimeter Federweg und 29er-Laufräder passen gut in diese Kategorie. Dazuhin soll das Fourstroke unter 16 Kilo wiegen soll. Wer solche Gewichte anpeilt, kommt um den TQ-Antrieb HPR50 kaum herum. Der bayerische Minimotor ist mit 1,89 Kilo der leichteste seiner Art. Und im BMC ist er auf den ersten Blick kaum sichtbar – so dezent ist er in das Design des Down-Country-E-Bikes eingearbeitet. Nur das etwas kräftigere Unterrohr und das zwei Zoll große Display im Oberrohr deuten auf die im Rahmen versteckte Power hin.

Reduzierter Federweg, raciges Gemüt: das BMC Fourstroke AMP LTFoto: Thomas Weschta
Reduzierter Federweg, raciges Gemüt: das BMC Fourstroke AMP LT

Der E-Bike-Motor liefert maximal 300 Watt Extra-Leistung und arbeitet besonders leise und geschmeidig. Mit einer Kapazität von 360 Wh ist der Akku fest im Rahmen integriert und lässt sich bei Bedarf mit einem Range Extender um 160 Wh erweitern. Dieser wird einfach an einer der beiden Flaschenhalterpositionen per FidLock angebracht und verriegelt. Das Fourstroke AMP LT übernimmt zu 95 % die Geometrie seines unmotorisierten Bruders Fourstroke LT. Die Kettenstreben werden durch die Unterbringung des Motors um drei Millimeter länger und garantieren weiterhin Wendigkeit. Für noch mehr Tourentauglichkeit sorgt der kürzere Reach und der höhere Stack. Die lange Front und der 66,5° Flache Lenkwinkel sollen für ausreichend Laufruhe sorgen.

TQ baut den kleinsten und leisesten E-Bike-Motor seiner Klasse. Der HPR 50 wiegt 1,89 kg.
Foto: Thomas Weschta

Fakten zum BMC Fourstroke AMP LT

  • Motor: TQ HPR 50, max. 50 Nm, 300 Watt
  • Batterie 360 Wh, fest verbaut
  • Optionaler Range Extender: 160 Wh
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Federweg: 120 mm
  • Gewicht: ab 15,9 Kilo
  • Vier Ausstattungsvarianten von 6899 bis 13.999 Euro

Pivot Shuttle SL: Fazua-Premiere

Das erste marktreife E-Mountainbike mit dem neuen Fazua-Motor kam von Pivot - die Amerikaner waren noch einen Hauch früher dran als der deutsche Hersteller Haibike. Weniger Motorleistung, weniger Gewicht, mehr Spaß auf dem Trail: Für dieses Ziel sind die Amerikaner bei der Entwicklung des Light-E-Bikes sehr konsequent vorgegangen. Mit Carbon-Rahmen, fest integrierter Batterie und superkurzen Kettenstreben ist das Pivot Shuttle SL kompromisslos auf leichtfüßiges Handling ausgelegt. Light-Fans, die sich trotzdem auch über Motorpower freuen, werden vom neuen Fazua-Antrieb begeistert sein. Das kräftige Kerlchen verfügt über 60 Newtonmeter Drehmoment und liefert bis zu 450 Watt kurzzeitiger Spitzenleistung. 430 Wattstunden bietet die Batterie, die fest in das Unterrohr des Pivot Shuttle SL integriert ist. Eine E-MTB gerüstet für die Bikesaison 2023.

Erstes E-Mountainbike mit Fazua Ride 50 Antrieb: das Pivot Shuttle SLFoto: Jens Staudt
Erstes E-Mountainbike mit Fazua Ride 50 Antrieb: das Pivot Shuttle SL

Beeindruckend: Trotz kleiner Stückzahlen in der Produktion setzt Pivot auch auf einen größenabhängig mitwachsenden Hinterbau. 432 Millimeter messen die Kettenstreben in den Rahmengrößen S und M, 434 Millimeter bei Größe L und 438 Millimeter bei Größe XL. Wer es noch verspielter mag, kann mit einem Flipchip den Lenkwinkel ein halbes Grad steiler und die Kettenstreben zwei Millimeter kürzer einstellen. Zwei Modellvarianten gibt es vom Pivot Shuttle SL. Das gewichtsoptimierte Topmodell „Worldcup“ setzt auf eine Fox 34 mit 140 Millimetern Federweg und soll damit unter 16,5 Kilogramm wiegen. Alle anderen Modelle kommen mit einer stämmigeren Fox 36 mit 150 Millimetern Hub.

Das minimalistische Display auf dem Oberrohr gibt Auskunft über Akkustand und U-Stufe.
Foto: Jens Staudt

Fakten zum Pivot Shuttle SL

  • Motor: Fazua Ride 60, max. 60 Nm, 450 Watt
  • Akku: Fazua, 430 Wh, fest verbaut
  • Federweg: 150/140 mm vorne, 132 mm hinten
  • Laufräder: 29 Zoll
  • Gewicht: ab 16,5 kg
  • Preis: 4 Modelle zwischen 8999 Euro und 12.599 Euro

Haibike Lyke: Made in Germany

Volles E-Bike-Feeling bei geringem Gewicht: Das versprach Haibike für sein E-MTB Lyke. Und die Schweinfurter konnten ihr Versprechen einlösen - nicht zuletzt dank des neue Fazua Ride 60. Den hatten die Unterfranken als erster deutscher Hersteller in einem E-Mountainbike verbauen dürfen. Für E-MTB-Pionier Haibike war dieses Projekt nicht nur deshalb ein echter Meilenstein in der Firmengeschichte. Gleichzeitig markiert das Lyke als Neuheit für 2023 einen Paradigmenwechsel in der Haibike-Firmen-Philosophie. Denn bislang hatte die Marke eher mit Power-Bikes auf sich aufmerksam gemacht. Das Lyke ist nun das krasse Gegenteil: schlank, leicht und minimalistisch. Und doch steht das Lyke auch für echtes E-Bike-Feeling und enttäuscht den Nutzer nicht mit mangelnder Tretunterstützung.

Light-Bike mit vollem E-MTB-Feeling: das Haibike LykeFoto: Adrian Kaether
Light-Bike mit vollem E-MTB-Feeling: das Haibike Lyke

Dafür garantiert der Fazua Ride 60, dank dem das Lyke sogar so etwas wie Uphill-Flow vermitteln kann. Hersteller, die den neuen Ride 60 von Fazua verbauen, haben die Wahl zwischen zwei Batterievarianten: fest verbaut oder entnehmbar. Zweiteres drückt in der Regel aufs Gewicht, hat aber praktische Vorteile. Um Leichtbau und praktischen Nutzen unter einen Hut zu bringen, haben die Haibike-Ingenieure den für die feste Montage vorgesehenen 430 Wh-Akku so verbaut, dass er im Tretlagerbereich nach unten entnommen wird. Das ist nur möglich, weil der Ride 60 aufrecht stehend im Tretlagerbereich eingepflanzt wurde. Doch E-Bike-Motor und Akku-Integration allein machen noch kein überzeugendes Gesamtpaket. In Sachen Geometrie haben sich die Entwickler beim Haibike Lyke an den aktuellen Trends orientiert, ohne dabei ins Extrem abzudriften. Sie spendierten dem Lyke 140 Millimeter Federweg und verpasstem ihm einen langen Reach von 480 Millimeter (Größe L). Der Sitzwinkel fällt mit 77,3er-Sitzwinkel sehr steil aus, der Lenkwinkel mit 65 Grad gemäßigt flach und die Kettenstreben mit 450 Millimeter moderat. Insgesamt gelang den Schweinfurthern damit ein echter Kunstgriff: Sie schafften mit dem Lyke ein leichtes E-MTB mit kompaktem, aber kräftigem Motor und äußerst breitem Einsatzbereich.

Light-Bike mit den Genen eines konventionellen E-MTB: Der Fazua Ryde 60 macht das Lyke zum Super-Allrounder.
Foto: Adrian Keather

Fakten zum Haibike Lyke

  • Motor: Fazua Ride 60, max. 60 Nm, 450 Watt
  • Akku: Fazua, 430 Wh, entnehmbar
  • Federweg: 140 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Zul. Gesamtgewicht: 120 kg
  • Gewicht: ab 18,6 Kilo
  • Preis: Drei Modelle für 6499 Euro, 7499 Euro und 9999 Euro

Trek Fuel EXe: Vorreiter mit neuem TQ-Antrieb

E-MTBs zu bauen, die normalen Bikes zum Verwechseln ähnlich sind – das ist das erklärte Ziel vieler Hersteller. Trek und der Motorenhersteller TQ haben daran jahrelang im Verborgenen getüftelt. Als der Vorhang für das Fuel EXe nun für diese Top-Neuheit im Bereich E-Bike fiel, war klar warum. Denn man muss schon ganz genau hinschauen, um zu erahnen, dass das Trek kein klassisches Mountainbike ist, sondern eine E-Antrieb im Tretlagerbereich sitzen hat. Auf der Kettenblattseite ist er am Trek Fuel überhaupt nicht und von links kaum zu sehen. Auch die Geräuschkulisse ist kaum auszumachen. In vielen Fahrsituationen, zum Beispiel auf Schotter, geht das Antriebssurren des Mini-Motors gänzlich in den Umgebungsgeräuschen unter. Das Gesamtkonzept des Trailbikes ist auf sportliche Biker ausgerichtet: Die Front ist niedrig, und der überbreite Lenker spannt den Fahrer zusätzlich übers Bike. Dazu kommt ein langer Reach und ein sattes, schluckfreudiges Fahrwerk mit 140 Millimeter Federweg - in Summe zeigt das Fuel EXe damit durchaus Charaktermerkmale eines Enduros.

Bayerisch-amerikanische Co-Produktion: das Trek Fuel EXe mit neuem TQ-MotorFoto: Max Fuchs
Bayerisch-amerikanische Co-Produktion: das Trek Fuel EXe mit neuem TQ-Motor

Natürlich haben Trek und TQ auch an die smarte Vernetzung gedacht. Der HPR50 E-Bike Motor kann über die neue Trek-Central-App mit dem Smartphone kommunizieren. So lassen sich die drei U-Stufen in den Faktoren Unterstützung, maximale Leistung und Ansprechverhalten auf individuelle Vorlieben feintunen. Mit 18,8 Kilo in Größe L und mit Carbon-Teilen üppig bestückt, gehört das Fuel EXe nicht zu den Gewichtsrekordler wie dem Scott Lumen oder dem BMC Fourstroke. Immerhin hat Trek einen Wechsel-Akku auf der Habenseite. Ein gewichtskritischer Luxus, den sich mancher leichtere Konkurrent nicht gönnt. Rekordverdächtig allerdings ist der Preis: 14.999 Euro für das Top-Modell. Los geht es bei Trek allerdings bereits für 6499 Euro mit dem Fuel EXe 9.5, immerhin schon mit hochwertigem Carbon-Chassis.

Trek Fuel EXe 9.9 XX1 AXS mit TQ HPR50 Motor.
Foto: Max Fuchs

Fakten zum Trek Fuel EXe

  • Motor: TQ HPR 50, max. 50 Nm, 300 Watt
  • Akku: 360 Wh
  • optionaler Range Extender: 160 Wh
  • Federweg: 150/140 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Gewicht: 18,8 kg
  • Zul. Gesamtgewicht: 136 kg
  • Preis: 6499 bis 14.999 Euro

Ghost Path Riot: auf Krawall gebürstet

Das erste Lightbike der Waldsassener ist kein Leisetreter, sondern ordentlich auf Krawall gebürstet: Mit Tire-Inserts und einer extremen Geometrie ist das Ghost Path Riot trotz moderatem Federweg auf Vollgas bergab getrimmt. Von seinem motorlosen Bruder, dem brandneuen Riot Carbon, unterscheidet sich das Lightbike nur über das dickere Unterrohr. Dort sitzt der Fazua Ride 60 Antrieb mit fest verbautem 430-Wh-Akku, und der sorgt bergauf für kernigen Vortrieb. Selbst die Geometrie des Carbon-Chassis hat das Path Riot vom unmotorisierten Pendant aus der Ghost-Palette übernommen. Und die deutet an: Mit dem Ghost kann man es bergab richtig krachen lassen. 38er Fox-Gabel mit 160 Millimeter Hub, 140 Millimeter Hub im Heck, 1300 Millimeter Radstand in Größe L, ein 492 Millimeter langer Reach, gepaart mit einem superflachen Lenkwinkel (63,5 Grad) und tiefem Tretlager, dazu aggressive Bereifung auf 29-Zoll-Räder – das macht klar: Das Path Riot ist kein Allerwelts-Bike, sondern ein Draufgänger für anspruchsvolles Mountainbike-Gelände.

Auf Vollgas bergab getrimmt: das Ghost Path RiotFoto: Adrian Kaether
Auf Vollgas bergab getrimmt: das Ghost Path Riot

Besonderheit: Die Kettenstreben wachsen mit den Rahmengrößen. Der VPP-Hinterbau, genannt „Traction Link“, ist etabliert im Ghost-Programm. Allerdings wurde er fürs Path Riot noch einmal überarbeitet. Drei Modelle vom Path Riot bieten die Waldsassener an, los geht es bei 7000 Euro mit dem Modell Advanced. Der heimliche Star im Portfolio ist das Full Party: Für 8500 Euro lässt es mit XTR-Komponenten, Eightpins-Stütze, Formula Cura 4 Bremsen , Fox-Factory-Fahrwerk und leichten Syntace-Alu-Laufrädern kaum Wünsche offen. Das teuerste Modell, das Ghost Path Riot LTD, für 10.000 Euro ist tourenorientierter ausgelegt und voll auf Leichtbau getrimmt. In der Front steckt statt der 38 die leichtere Fox 36 Factory Fit4 mit nur 150 statt 160 Millimetern Hub. Das Bike rollt auf superleichten EXC-1200-Spline Carbon-Laufrädern von DT Swiss.

Egal ob beim Path Riot mit Motor (links) oder beim Riot CF ohne Motor (rechts): Full Party steht für Trail-Performance ohne Kompromisse.
Foto: Adrian Kaether

Fakten zum Ghost Path Riot

  • Motor: Fazua Ride 60, max. 60 Nm, 450 Watt
  • Akku: Fazua, 430 Wh, fest verbaut
  • optionaler Range Extender: 210 Wattstunden
  • Federweg: 160 / 140 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Carbonrahmen
  • Gewicht: 17,46 Kilo (Ltd), 19,79 Kilo (Full Party))
  • Drei Modelle für 7000 Euro, 8500 Euro und 10.000 Euro

Spannende E-Bikes 2023: E-Enduros

Schnell und sicher bergab – das ist das Motto bei den Enduro-E-MTBs. Die Abfahrtsspezialisten für hartes Gelände verfügen über üppige Federwege zwischen 160 und 180 Millimetern und lange, flache Geometrien. Alle Anbauteile sind robust ausgelegt, besonders die Laufräder mit extradicken Reifen sind für verblocktes Gelände und harte Landungen nach Sprüngen gewappnet. Logisch, dass E-MTB Enduros im Schnitt etwas schwerer sind als ihre Kollegen aus der Touren-Fraktion. Die langen Geometrien mit sehr flachen Winkeln erfordern eine aktive Fahrweise, viel Körpereinsatz und ein verhältnismäßig hohes Fahrkönnen. Genuss-Biker werden mit einem E-Enduro trotz komfortablen Fahrwerks nicht glücklich.

Orbea Wild: baskischer Charakterkopf

Orbea hat das E-Fully Wild für die Bikesaison 2023 neu aufgelegt. Das Bosch-E-Bike ist jetzt konsequent auf Geschwindigkeit bergab getrimmt, das Topmodell wiegt nur 20,9 Kilogramm – damit klopft es als klassisches Enduro E-MTB schon an die Tür der Light-Enduros. Einen schmerzhaften Kompromiss muss man zugunsten des geringen Gewichts allerdings eingehen: Das Orbea Wild verfügt nur über einen fest verbautem Akku. Klare Kante also bei einem E-Bike, dessen Vorgänger nicht zuletzt für seine Qualitäten als Allrounder geschätzt wurde. Das neue Wild E-Bike ist da deutlich extremer unterwegs, obwohl die Eckdaten des neuen Modells dem Vorgänger noch recht ähnlich sind. Nach wie vor rollt das Orbea auf Laufrädern in 29 Zoll und stellt am Heck 160 Millimeter Federweg bereit. Die Batterie – wahlweise Boschs 750er oder der neue und etwa 800 Gramm leichtere 625er Powertube – sitzt deswegen besonders tief und jetzt eben fest verbaut im neuen Rahmen. Immerhin: Der Rahmen ist bereits für einen Range-Extender vorbereitet.

Klassisches Enduro mit Light-Ambition: das Orbea WildFoto: Jérémie Reuillier
Klassisches Enduro mit Light-Ambition: das Orbea Wild

Bislang ist der für Boschs Smart System noch nicht vorgestellt, dürfte dem neuen Wild bei der Reichweite aber ein spürbares Plus bringen. Das Chassis ist komplett aus Carbon, selbst die Dämpferwippe und die Abdeckung des Ladeports haben die Basken beim neuen Wild aus Kohlefaser gefertigt. Nur 2,75 Kilogramm soll der Rahmen des E-MTB wiegen. Neben dem geringen Gewicht soll auch die höhere Steifigkeit auf das Fahrverhalten einzahlen. 50 Prozent steifer, sagen die Orbea-Entwickler, soll das neue Wild Bike gegenüber dem Vorgänger sein. Auch die Geometrie wurde modernisiert – sie ist jetzt flacher, sportlicher, aggressiver. Damit das neue Wild trotzdem gut klettert, hat man den Sitzwinkel mit 77,5 Grad recht steil gestaltet. In Sachen Fahrwerk bleibt Orbea beim klassischen Viergelenker im Heck und optimiert die Kinematik nur in den Details. Zusätzlich zum Modell mit Vollcarbon-Rahmen wird es das neue Orbea Wild E-Bike auch mit Alu-Chassis geben – in insgesamt drei Modellausführungen ab 5700 Euro.

Das neue Orbea Wild kommt mit fest verbautem Akku. Dadurch wiegt selbst unser Testbike mit Alu-Laufrädern, Downhill-Reifen und 750er Akku nur knappe 23 Kilogramm.
Foto: Jérémie Reuiller

Fakten zum Orbea Wild

  • Motor: Bosch Performance CX Smart, 85 Nm, 616 Watt
  • Akku: Bosch Powertube 625 oder 750 Wh, fest verbaut
  • Federweg: 160 Millimeter, optional 170er Gabel
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Ab 20,9 Kilo
  • Drei Alu-Modelle ab 5699 und 6999 Euro
  • Vier Carbon-Modelle zwischen 7299 und 11.999 Euro

Radon Deft 10.0: fettes E-Enduro zum fairen Preis

Optisch sieht das Radon Deft seinem kleinen Bruder, dem All-Mountain-Bike Render, sehr ähnlich. Aber im Deft E-MTB stecken satte 170 Millimeter Federweg an Front und Heck. Doch über die äußerliche Ähnlichkeit gibt es weitere Gemeinsamkeiten: Carbon-Hauptrahmen, Bosch-Smart-System, 29er-Laufräder und eine Geometrie mit recht langen Kettenstreben und flachem Cockpit. Auf dem Trail fällt der zielstrebige Charakter und das schluckfreudige Fahrwerk auf. Anstatt spritzig Haken zu schlagen oder an Kanten in die Luft zu steigen, nimmt das Radon Deft lieber die gerade Linie. Die Ausstattung ist, typisch Radon, gemessen am Preis sehr üppig. Insbesondere die hochwertigen Fox-Factory-Federelemente stechen heraus.

Preisbrecher mit Carbonrahmen und Bosch Smart-System: das Radon Deft 10.0Foto: Adrian Vesenbeckh
Preisbrecher mit Carbonrahmen und Bosch Smart-System: das Radon Deft 10.0

Dazu kommen bissige Magura MT7 mit großer 220er-Bremsscheibe und gute Sram-Eagle-Komponenten. Als Sahnehäubchen kommt das Radon Deft 10.0 mit hochwertigen und sehr leichten Newmen-Laufrädern. Ebenso leicht sind die Maxxis-Reifen mit EXO+ Karkasse. In grobem, steinigem Geläuf hält die leichte Seitenwand nicht lange Stand. Bergauf gibt es Licht und Schatten: Die komfortable Hinterbaufederung des Radon Deft steht etwas tief im Hub, wodurch die Sitzposition an steilen Rampen etwas hecklastig wird. Die Traktion ist bei diesem E-Bike dafür super, und der starke Bosch Antrieb hilft im Uphill deutlich. Den Platz im Top-Ranking hat sich das Radon Deft 10.0 vor allem verdient, weil es erstens viel Bike für den Preis bietet und zweitens mit allen Assets auf der Höhe der Zeit ist: Antrieb, Geo, Ausstattung.

Carbon-Hauptrahmen und Bosch Smart System mit 750 Wh Powertube-Akku: Für 6799 Euro gibt es das nur bei Versendern à la Radon.
Foto: Adrian Vesenbeckh

Fakten zum Radon Deft 10.0

  • Motor: Bosch Performance CX Smart, 85 Nm, 616 Watt
  • Akku: Powertube 750 Wh
  • Gewicht: 24,6 kg
  • Federweg: 170 / 170 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Zul. Gesamtgewicht: 135 kg
  • Preis: 6.799 Euro

Rocky Mountain Altitude Powerplay: Abfahrer

Shimano, Bosch oder Yamaha? Nein, Rocky Mountain setzt bei seinem E-MTB für 2023 auf seinen ganz eigenen Antrieb: den Dyname 4.0. Mit diesem E-Bike-Motor konnte man die Geometrie fast eins zu eins vom unmotorisierten Enduro Altitude übernehmen. Weitere Besonderheit des Kanadiers: der hohe Drehpunkt der Hinterbaukonstruktion. Im Downhill- und Enduro-Rennsport liegt dieser High Pivot voll im Trend, am E-MTB ist er bisher Ausnahme. Fakt ist: Das Fahrwerk arbeitet erstklassig. Der Hinterbau vereint sensibles Ansprechen, sattes Schluckvermögen und poppigen Gegendruck. Auch die Geometrie des Rocky Mountain Altitude trifft den Sweetspot: Massig Laufruhe, extreme Kurvenfreude, verspielter Charakter – damit fährt das Altitude Powerplay auf anspruchsvollen Trails in einer eigenen Liga. Hinter dem hohen Cockpit steht der Pilot tief integriert, das gibt viel Sicherheit. Und das Beste: Man muss kein brillanter Enduro-Racer sein, um auf diesem E-Bike Spaß zu haben. In der Version C70 wiegt das Powerplay 24,4, in den günstigeren Alu-Versionen über 25 Kilo – aber selbst die fallen erstaunlich wenig auf.

Eigener Charakter, eigener Antrieb: das Rocky Mountain Altitude PowerplayFoto: Max Fuchs
Eigener Charakter, eigener Antrieb: das Rocky Mountain Altitude Powerplay

Gibt es auch Schwächen? In extremen Uphills will das Rocky E-MTB aktiv gefahren werden. Mit den sehr kurzen Kettenstreben verliert das Vorderrad sonst früh die Führung. Wer die Kettenstreben in der langen Einstellung fährt, bekommt hier weniger Probleme. Der Motor ist der stärkste im Testfeld, setzt seine volle Power aber erst bei beherztem Fahrer-Input frei. Selbst in der stärksten Unterstützungsstufe bleibt der Schub bei moderater Tretleistung erstaunlich zahm. Erst wer richtig Kraft auf die Pedalen bringt, merkt den enormen Schub des E-Bike-Aggregats. Doch keine Sorge. Wer das Motorrad-Feeling des Vorgängers geliebt hat, wird auch mit der neuesten Ausbaustufe des Dyname zufrieden sein. Möglich macht das die Boost-Einstellung, die in den Feineinstellungen der U-Stufen zu finden ist.

Das besondere Grundprinzip des Dyname-Antriebs bleibt bestehen. Der Motor überträgt die Kraft über ein separates Zahnrad auf die Kette, die Kurbel sitzt somit wartungsfreundlich an einem handels­üblichen Innenlager.
Foto: Max Fuchs

Fakten zum Rocky Mountain Altitude Powerplay

  • Motor: Dyname 4.0, 108 Nm, 683 Watt
  • Akku: 720 Wh
  • Federweg: 170 / 160 mm
  • 29 Zoll
  • Gewicht: ab 24,4 kg
  • Zul. Gesamtgewicht: 150 kg
  • Preis: ab 6900 Euro

Spannende E-Bikes 2023: Die heißesten All Mountain E-Bikes

All Mountain E-Bikes sind die Alleskönner unter den E-MTBs. Sie sind mit potenten Fahrwerken, 140 bis 160 Millimeter Federweg und robusten Komponenten ausgestattet. Die Geometrie ist im Vergleich zu den Enduros ausgewogener und die Sitzposition entspannter. Hier darf man auch mal einfach Passagier sein und die Landschaft genießen, ohne dass das E-Bike ein Eigenleben entwickelt. Trotzdem besitzen die All Mountain Bike-Modelle genügend Reserven, um auch verblockte Alpen-Trails souverän zu meistern. Das Metier dieser Kategorie sind ausgedehnte Touren mit vielen Höhenmetern. Selbstredend, dass die Hersteller für die All-Mountain-Kategorie als Allererstes den Trend zu großen Akkus mit viel Reichhöhe aufgreifen. Kapazitäten jenseits der 700 Wattstunden gehören bei der 2023er Generation dieser E-Mountainbikes zum guten Ton.

Rotwild R.X 735 Ultra: Sportskamerad

Mit der Top-Neuheit R.X735 schließt Rotwild 2023 die Lücke zwischen dem Lightbike R.X375 und dem Big-Mountain-Modell R.X750. Während die Hessen das R.X750 hauptsächlich für steiles, alpines Gelände positionieren, sprechen sie mit dem neuen 735er eine Trail-orientiertere Zielgruppe an. Das Gewicht spielte beim Rotwild R.X735 eine zentrale, aber nicht die entscheidende Rolle: Mit 21,39 Kilo fällt das Bike in dieser Federwegsklasse und mit dieser Akku-Kapazität zwar extrem leicht aus, liegt aber nur knapp 500 Gramm unter dem des größeren Bruders R.X750. Die maßgeblichen Unterschiede liegen in der Geometrie und Motorisierung. Während das Big-Mountain-Bike vom bulligen Brose-Aggregat angetrieben wird, steckt im 735er der filigranere und leichtere Shimano EP8. Die sportliche Ausrichtung des E-MTB R.X735 ist offenkundig: Die Front ist recht tief, der Vorderrahmen lang.

Unterscheidet sich vom Big Mountain Bike R.X 750 durch Motorisierung und Geometrie: das Rotwild R.X 735Foto: Max Fuchs
Unterscheidet sich vom Big Mountain Bike R.X 750 durch Motorisierung und Geometrie: das Rotwild R.X 735

Im Uphill hilft das eher tiefe Cockpit, dass sich das E-Bike nicht zu früh aufbäumt. Der feinfühlige Hinterbau generiert massig Traktion. Viel Temperament zeigt das Rotwild R.X735 im Trail- und Downhill-Einsatz: Spritzig und agil zirkelt das E-MTB über Trails, steuert mit viel Druck auf dem Vorderrad präzise durch Kurven und giert dabei nach Speed. Auch auf schnellen Downhills sammelt das sportliche All Mountain Bike reichlich Punkte: Die recht tiefe Front erfordert zwar etwas Mut in sehr steilen Passagen, doch das Fahrwerk bietet hervorragende Traktion und Kontrolle. Der Preis für das Top-Modell ist gesalzen: Für 12.499 Euro bekommt man das Rotwild mit Vollcarbonrahmen, XTR-Komplettausstattung, Fox-Factory-Fahrwerk, Crank-Brothers-Carbon-Laufrädern und Eightpins-Teleskopstütze. Der Einstieg beginnt mit dem Modell R.X735 Core bei 7999 Euro.

Mit dem brandneuen R.X735 will Rotwild die Lücke zwischen dem Lightbike R.X375 und dem Big-Mountain-Modell R.X750 schließen. Das Ergebnis: ein superleichtes Trail-Fully für eine gut betuchte Klientel.
Foto: Max Fuchs

Fakten zum Rotwild R.X 735

  • Motor: Shimano EP8, 85 Nm, 486 Watt
  • Akku: 735 Wh
  • Federweg: 150 / 144 mm
  • 29 Zoll
  • Gewicht: 21,39 kg
  • Zul. Gesamtgewicht: 130 kg
  • Preis: 12.499 Euro

Santa Cruz Heckler: Power-All-Mountain

Noch nicht einmal drei Jahre ist es her, dass Santa Cruz mit dem Heckler sein allererstes E-MTB präsentierte. Mit seinen kleinen 27,5er-Laufrädern und nur 500 Wattstunden Akku-Kapazität war es schon Anfang 2020 ein Sonderling. Doch die wenig populären Maße entlockten dem Bike auch ganz besondere Eigenschaften. Es war mit 21 Kilo sehr leicht, und in Sachen Spritzigkeit und Handling rangierte es ganz vorne. Aus dem spritzigen Trailbike ist für das Jahr 2023 ein fahrstarkes All Mountain E-Bike geworden. Statt der Shimano-Standard-Batterie steckt ein Darfon-Akku mit 726 Wattstunden im Unterrohr des neuen Modells, und an der Front rollt ein 29er-Laufrad. Am Heck gesellt sich wahlweise ein 27,5er oder ein 29er hinzu.

Mit dem 727-Wh-Akku von Darfon in Sachen Reichweite gegenüber dem Vorgänger deutlich zugelegt: das Santa Cruz HecklerFoto: Max Schumann
Mit dem 727-Wh-Akku von Darfon in Sachen Reichweite gegenüber dem Vorgänger deutlich zugelegt: das Santa Cruz Heckler

Auch die Geometrie folgt dem Trend: ein deutlich flacherer Lenkwinkel beispielsweise (64,5/64,8°, je nach Flipchip-Position), ebenso ein etwas längerer Reach (475 mm in Größe L). Das Top-Modell mit MX-Laufradmix bleibt in Größe L knapp unter 22 Kilo. Für ein E-MTB dieser Kategorie und mit 726 Wattstunden ist das ein sehr guter Wert. Allerdings liegt das Santa Cruz Heckler mit 12.999 Euro auch in der obersten Preisliga. Selbst das Einstiegs-Model fällt bei den Amerikanern mit 7999 eher hochpreisig aus. In dieser Variante kommt der Rahmen in einer schwereren Carbon-Konstruktion (gut 300 Gramm), und die edlen Carbon-Parts weichen günstigeren Komponenten. In Summe steht unterm Strich dann ein Plus von gut einem Kilo. Doch den größten Trumpf des Heckler hat auch das Einstiegsmodell auf der Habenseite: die hervorragende Hinterbaufederung.

Santa Cruz Heckler - vom E-Trailbike zum E-All-Mountain befördert.
Foto: Max Schumann

Fakten zum Santa Cruz Heckler

  • Motor: Shimano EP8, 85 Nm, 486 Watt
  • Akku: Darfon, 726 Wh
  • Federweg: 160 / 150 mm
  • Laufradgröße: MX (29/27,5) oder 29 Zoll
  • Gewicht: ab 22 kg
  • Preis: 7999 bis 12.999 Euro

Husqvarna MC6: Ausreißer

Mit dem neuen Mountain Cross legte Husqvarna einen selbstbewussten Auftritt hin. Drei E-MTB-Modelle stellten die Österreicher vor: das MC6, MC5 und MC4. Das avantgardistische Design aus zweigeteiltem Hauptrahmen und offen zur Schau gestelltem Shimano-EP8-Motor sollte aber nicht nur optisch polarisieren, sondern dem Rahmen auch zu hoher Steifigkeit und dem Motor zu optimaler Kühlung verhelfen. Damit sich die 720-Wh-Batterie von Simplo nach unten herausnehmen lässt, wurde das Aggregat nach oben gedreht – das schuf den nötigen Bauraum, um die Batterie vor dem E-Antrieb platzieren zu können.

Design-Statement: Mit dem gedrehten Shimano-Motor und seinem zweigeteilten Hauptrahmen geht Husqvarna beim MC6 eigene WegeFoto: Sophia Eerden
Design-Statement: Mit dem gedrehten Shimano-Motor und seinem zweigeteilten Hauptrahmen geht Husqvarna beim MC6 eigene Wege

Eine Akku-Federung aus Elastomeren sorgt dafür, dass der Energieträger gegen Erschütterungen geschützt wird. Auch wenn das Gesamtbild wuchtig erscheint, liegt das Gewicht des Top-Modells MC6 dank Carbon-Chassis mit 23 Kilo für ein All Mountain E-Bike mit 720-Wh-Batterie recht niedrig. Neu sind auch Geometrie und Kinematik. So soll der Hinterbau beim Pedalieren stabil im Federweg bleiben und im Uphill viel Gegendruck vermitteln. Schaut man auf die Geometriedaten des Husqvarna MC6, dann sind die Unterschiede zum Vorgänger eher marginal: Kettenstreben, Reach und Lenkwinkel sind ungefähr gleich geblieben. Nur der Sitzwinkel ist etwas steiler und das Tretlager ein paar Millimeter tiefer. Insgesamt will Husqvarna so den Fahrer im Vergleich zu den Vorgängermodellen etwas zentraler und tiefer im E-Bike positionieren. Während bei den Vorgängermodellen der Dämpfer durch das Sitzrohr verlief, ist er nun am Oberrohr angebracht. Diese Anordnung lässt mehr Freiraum bei der Integration der versenkbaren Sattelstütze, außerdem hat nun auch eine Trinkflasche im Rahmen Platz.

Design-Statement: Die auffällige Optik des neuen Husqvarna MC6 wird vom zweiteiligen Hauptrahmen dominiert. Den Laufrad-Mix hat das neue Mountain Cross vom Vorgänger übernommen.
Foto: Sophia Eerden

Fakten zum Husqvarna MC6

  • Motor: Shimano EP8, 85 Nm, 486 Watt
  • Akku: Simplo Core S3 720 Wh
  • Laufradgröße: 27,5 Zoll hinten, 29 Zoll vorne
  • Federweg 150 / 150 mm
  • Gewicht: ca. 23 Kilo (MC6)
  • Preise: MC6 8899 Euro, MC5 7899 Euro, MC4 6799 Euro

Canyon Spectral:On CFR LTD: Reichweitenkönig

Im Reichweiten-Wettrüsten hat Canyon eine echte Duftmarke gesetzt: 900 Wattstunden stecken im Unterrohr des Spectral:On. Das Besondere daran: Das Handling des E-Bikes stand trotzdem an oberster Stelle für die Entwicklungsabteilung. Eine Vielzahl von E-MTBs am Markt legen allerdings den Schluss nahe, dass geringes Gewicht und hohe Akkukapazität kaum miteinander vereinbar sind. Um dieses Problem zu lösen, hat Canyon einen großen Schritt vom Mountainbike-Hersteller zum E-Bike-Spezialisten gemacht: Die Batterie des Canyon Spectral:ON wurde vom Koblenzer Team selbst entwickelt – ein enormes Investment.

Trailflitzer trotz 900 Wh Akku-Kapazität: das Canyon Spectral:On CFR LTDFoto: Markus Greber
Trailflitzer trotz 900 Wh Akku-Kapazität: das Canyon Spectral:On CFR LTD

Ebenfalls 100 Prozent Canyon: die Akku-Halterung. Canyon setzt beim Spectral:On nämlich auf Variabilität: Neben der 900er- gibt es eine 720er-Batterie – beide Varianten passen adapterlos ins selbe Unterrohr. Die kleine Variante spart 900 Gramm und macht das Bike flexibel für unterschiedliche Ansprüche. Trotzdem ist der neue Rahmen rund 800 Gramm leichter und gleichzeitig stabiler als der Rahmen des Vorgängers. In Summe schafft es das 11.299 Euro teure Top-Modell Canyon Spectral:On CFR LTD mit dem dicken 900er-Akku auf 23,2 Kilo in Größe L. Diese Kombi gibt es so kein zweites Mal am Markt. Gleichgeblieben ist der Federweg des Spectral:ON: 150 Millimeter stehen vorne, 155 hinten zur Verfügung – in der gewohnten MX-Laufrad-Kombi mit 29-Zoll-Rad an der Front und 27,5 Zoll am Heck. In Summe ist das Spectral:ON im Vergleich zum Vorgänger erwachsener und noch vielseitiger geworden. Im EMTB-Test konnte das E-Bike mit überragenden Allround-Eigenschaften beeindrucken. Seinen verspielten Charakter hat es behalten, aber auf ruppigen Abfahrten vermittelt es - vor allem aufgrund des sehr starken Hinterbaus - nun viel mehr Sicherheit.

Messlatte in Sachen Reichweite und Vielseitigkeit: Canyon Spectral:ON CFR Ltd.
Foto: Markus Greber

Fakten zum Canyon Spectral:On CFR LTD

  • Motor: Shimano EP8, 85 Nm, 486 Watt
  • Akku: Canyon 900 Wh
  • Federweg: 150 / 155 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll
  • Gewicht: 23,2 kg
  • Zul. Gesamtgewicht: 130 kg
  • Preis: 11.299 Euro

Trek Rail: Smartes Update

Das Rail von Trek ist ein echter Vielseitigkeitskünstler. Jetzt bekam das E-MTB Boschs neues Smart System spendiert: mit dem großen Powertube 750, der neuen App und der neuen Display-Remote-Kombi aus Kiox 300 und LED Remote. Damit wurde der Superallrounder für die kommende Bikesaison 2023 noch vielseitiger und noch ausdauernder. Doch das ist nicht alles, was das Trek Rail auszeichnet.

Mit dem Bosch Smart System aufgepeppt: das Trek RailFoto: Mason Mashon
Mit dem Bosch Smart System aufgepeppt: das Trek Rail

Das neue Rail ist noch mehr auf Fahrspaß getrimmt als sein Vorgänger. Dazu wurde auch die Geometrie gründlich überarbeitet: Der Sitzwinkel wurde um satte zwei Grad steiler. Mit einem Winkel von nun 77 Grad wird der Fahrer zentraler im Bike platziert. Außerdem ist das Trek E-MTB länger geworden. Der Reach wächst je nach Größe um ein bis 2,5 Zentimeter. In Large landet er bei sehr modernen 490 Millimetern. Für E-MTB-Verhältnisse ist das richtig lang. Der Lenkwinkel ist mit 64,2 bzw. 64,6 Grad (Flipchip low bzw. high) flach. Außerdem bauen die neuen Rahmen auf ein dickeres Steuerrohr für Gabeln mit dem neuen Maß 1 1/8 auf 1,8 Zoll. Das bringt mehr Steifigkeit und einen schickeren Übergang von Gabel zum Steuerrohr. Wer Spaß im Gelände sucht, ist bei dem edlen Carbon-Geschoss definitiv bestens bedient.

Eines ist sicher: Wie man ein Bike in Szene setzt, wissen die Jungs von Trek. Für ebenso gesetzt halten wir den Fakt, dass das Rail ein Garant für Trailspaß ist.
Foto: Mason Mashon

Fakten zum Trek Rail

  • Motor: Bosch Performance CX Smart, 85 Nm, 616 Watt
  • Akku: Powertube 750 Wh ab Modell 9.8 (8999 Euro)
  • Federweg: 160 / 150 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll, Option auf Mullet-Umbau (29 vorne, 27,5 hinten)
  • Preis: ab 8999 Euro

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