Trailbikes

Genius Plus & Co.: Vier neue Scott-Bikes in 27,5 Plus

Peter Nilges

 · 17.06.2015

Genius Plus & Co.: Vier neue Scott-Bikes in 27,5 PlusFoto: Markus Greber

Nicht kleckern, klotzen! Gleich vier neue Modelle im 27,5-Plus-Format schiebt Scott für 2016 an den Start. Damit bescheinigen die Schweizer den neuen Breitreifen ein gewaltiges Potenzial.

Nach Twentyninern, 27,5 Zoll und Fatties gönnt sich die Branche keine Verschnaufpause: 2016 werden die Plus-Formate Einzug in die Modellpaletten vieler Hersteller halten. Scott hat schon mal vorgelegt.

Wer hatte denn eigentlich die glorreiche Idee, dem ganzen Laufradgrößen-Wirrwarr ein weiteres Krönchen aufzusetzen? Surly, WTB, oder doch Rocky Mountain mit seinem Sherpa? Eigentlich auch egal, das Rad der Zeit lässt sich ohnehin nicht wieder zurückdrehen. Deutlich zu erkennen war das Mitte Juni in der Toskana, wo Scott die Highlights für das Modelljahr 2016 vorstellte. Die Schweizer setzen 2016 auf Plus, und zwar in voller Bandbreite: Gleich vier Modelle – Scale, Genius, Genius LT und das E-Genius – werden im 27,5-Plus-Format in die 2016er Saison geschickt. Das heißt: Voluminöse 2,8er Reifen auf breiten 27,5er Felgen sollen massig Grip, Komfort und Pannenschutz bei nur geringfügig schlechteren Roll- und Beschleunigungswerten bieten.

Scotts Plus-Modelle kommen zusätzlich zur normalen Palette

Für etwas Entspannung dürfte der Umstand sorgen, dass B-Plus – zumindest vorerst – keinen erneuten Verdrängungswettbewerb unter den Laufradgrößen in Gang setzt. Alle vier Modelle werden 2016 auch als konventionelle 27,5- und 29-Zoll-Versionen verfügbar sein. "B-Plus", sagt Scott Produkmanager Rene Krattinger, "sehen wir als zusätzliche Option für unsere Kunden". Wobei Krattinger wenig Zweifel plagen, dass sich B-Plus nicht durchsetzen könnte: "Wir erkennen darin ein riesiges Potenzial für alle Arten von Biker, weil die Vorteile ganz eindeutig überwiegen". Im Scott Genius Plus und Genius LT Plus wird eine Syncros-Felge mit 40er Maulweite und 2,8er Nobby Nic verbaut. Wie es tatsächlich um die Vor- und Nachteile der Plus-Reifen steht, haben wir in einem großen Systemvergleich in BIKE 8/2015 objektiv untersucht. Dabei wurde der Plus-Reifen mit 1,0 bar, der 2.35er Nobby Nic mit 1,5 bar gefahren.

Vor- und Nachteile der dicken Reifen

Abstriche muss man natürlich bei der Trägheit und dem damit verbundenen höheren Beschleunigungsaufwand machen. Bei der von Scott verwendeten Syncros-/Schwalbe-Kombi halten sich diese Nachteile jedoch in Grenzen. Der Laufradsatz soll insgesamt nur 250 Gramm schwerer als ein 29er Laufradsatz sein, mit 820 Gramm hat Schwalbe den fetten Nobby Nic dabei erstaunlich leicht halten können.
Bezüglich Reifenfreiheit, Kettenlinie und Q-Faktor haben die Ingenieure die Probleme mit dem neuen Boost-Standard in den Griff bekommen. Dank der 148 Millimeter breiten Nabe im Hinterbau und einem um drei Millimeter nach außen verschobenen Kettenblatt entsteht genügend Platz für bis zur 3,0er Reifen und das bei Zweifachkompatibilität an allen Plus-Modellen. Der Q-Faktor verändert sich nicht. Charmanter Nebeneffekt: Durch den flacheren Speichenwinkel wird das Laufrad steifer.

Scott Genius LT: Plus-Reifen erfordern neue Standards

Sowohl beim Scott Genius als auch beim Scott Genius LT wird für das Plus-Modell der Hauptrahmen des Twentyniner Modelles verwendet, lediglich die Hinterbauten – in den Plus-Modellen aus Alu – wurden auf den breiteren Nabenstandard angepasst. In der Front arbeitet beim Genius die neue 34er Fox mit breiterem Casting und 140 Millimeter Federweg, im Genius LT das 36er Pendant mit 160 mm Federweg. Beide besitzten den Boost-Naben-Standard mit 110 Millimeter Einbaubreite.

Scott Scale Plus und E-Bike on top

Dürften sich beim Genius und Genius LT durch die Plus-Größen zwar die Fahreigenschaften, nicht aber der Einsatzbereich ändern, haben die fetten Reifen beim Hardtail Scale fundamentalere Auswirkungen. Laut Scott mutiert das Scale mit den fetten Pneus vom Cross-Country-Race- zum verspielten Trail-Bike. Über die Sinnhaftigkeit von Plus-Reifen in E-Mountainbikes wird man sich nicht lange streiten müssen. Rollwiderstand und Beschleunigung spielen eine untergeordnete Rolle, es zählen Grip, Traktion und Pannenschutz. Folgerichtig setzt Scott die Plus-Laufräder auch in den beiden neuen E-Genius-Modellen (710 und 720) und im E-Contessa ein. Alle drei Bikes kommen mit dem 500 Watt starken Bosch Performance Antrieb, 140 mm Fahrwerk und Shimano 10-Gang-Schaltung.

Das Scale Plus ist wahrscheinlich das schwerste Scale aller Zeiten (11,8 kg), soll durch die dicken Reifen und 120 Millimeter Gabel aber auch einen viel breiteren Einsatzbereich haben.Foto: Markus Greber
Das Scale Plus ist wahrscheinlich das schwerste Scale aller Zeiten (11,8 kg), soll durch die dicken Reifen und 120 Millimeter Gabel aber auch einen viel breiteren Einsatzbereich haben.
Durch die breiten Reifen und 140/130 Millimeter Federweg spricht das Genius Plus den abfahrtsorientierten Tourer an.Foto: Markus Greber
Durch die breiten Reifen und 140/130 Millimeter Federweg spricht das Genius Plus den abfahrtsorientierten Tourer an.
Das Gewicht der 2,8er Nobby Nic Reifen hält sich in Grenzen, wodurch sich das Genius LT Plus agil fahren lässt.Foto: Markus Greber
Das Gewicht der 2,8er Nobby Nic Reifen hält sich in Grenzen, wodurch sich das Genius LT Plus agil fahren lässt.
Fox-Plus-Gabel vorne und Fox-DPS-Float-Dämpfer sorgen für Harmonie im Fahrwerk.Foto: Markus Greber
Fox-Plus-Gabel vorne und Fox-DPS-Float-Dämpfer sorgen für Harmonie im Fahrwerk.
Über den neuen Twinloc-Hebel, der bei Einfach-Konfiguration unter dem Lenker platziert werden kann, lassen sich drei Fahrmodi an Gabel und Dämpfer zeitgleich ansteuern.Foto: Markus Greber
Über den neuen Twinloc-Hebel, der bei Einfach-Konfiguration unter dem Lenker platziert werden kann, lassen sich drei Fahrmodi an Gabel und Dämpfer zeitgleich ansteuern.
Alle Scott-Plus-Bikes sind auch mit einem Umwerfer kompatibel und ermöglichen eine Zweifach-Kurbel. Dafür wächst die Kettenstrebenlänge beim Genius auf 445 und beim LT auf 448 Millimeter.Foto: Markus Greber
Alle Scott-Plus-Bikes sind auch mit einem Umwerfer kompatibel und ermöglichen eine Zweifach-Kurbel. Dafür wächst die Kettenstrebenlänge beim Genius auf 445 und beim LT auf 448 Millimeter.
Um genügend Platz für bis zu drei Zoll breite Reifen und Freiraum für die Kette zu sorgen, verbreitert sich der Hinterbau auf 148 Millimeter (Boost).Foto: Markus Greber
Um genügend Platz für bis zu drei Zoll breite Reifen und Freiraum für die Kette zu sorgen, verbreitert sich der Hinterbau auf 148 Millimeter (Boost).
Für eine optimale Abstützung der breiten Reifen verwendet Scott eine 580 Gramm leichte Felge mit 40 Millimeter Maulweite.Foto: Markus Greber
Für eine optimale Abstützung der breiten Reifen verwendet Scott eine 580 Gramm leichte Felge mit 40 Millimeter Maulweite.
Beim Genius Plus bleibt die Waage bei 12,3 Kilo stehen. Es sind sowohl vom Genius Plus als auch Genius LT Plus je drei Modelle geplant.Foto: Markus Greber
Beim Genius Plus bleibt die Waage bei 12,3 Kilo stehen. Es sind sowohl vom Genius Plus als auch Genius LT Plus je drei Modelle geplant.
Als i-Tüpfelchen rundet Scott die neue Plus-Palette mit einem E-Genius Plus mit Bosch-Motor ab. Zusätzlich gibt es auch eine Frauen-Variante.Foto: Markus Greber
Als i-Tüpfelchen rundet Scott die neue Plus-Palette mit einem E-Genius Plus mit Bosch-Motor ab. Zusätzlich gibt es auch eine Frauen-Variante.
Das Scale Plus ist wahrscheinlich das schwerste Scale aller Zeiten (11,8 kg), soll durch die dicken Reifen und 120 Millimeter Gabel aber auch einen viel breiteren Einsatzbereich haben.Foto: Markus Greber
Das Scale Plus ist wahrscheinlich das schwerste Scale aller Zeiten (11,8 kg), soll durch die dicken Reifen und 120 Millimeter Gabel aber auch einen viel breiteren Einsatzbereich haben.
Durch die breiten Reifen und 140/130 Millimeter Federweg spricht das Genius Plus den abfahrtsorientierten Tourer an.Foto: Markus Greber
Durch die breiten Reifen und 140/130 Millimeter Federweg spricht das Genius Plus den abfahrtsorientierten Tourer an.
Durch die breiten Reifen und 140/130 Millimeter Federweg spricht das Genius Plus den abfahrtsorientierten Tourer an.
Das Gewicht der 2,8er Nobby Nic Reifen hält sich in Grenzen, wodurch sich das Genius LT Plus agil fahren lässt.
Fox-Plus-Gabel vorne und Fox-DPS-Float-Dämpfer sorgen für Harmonie im Fahrwerk.
Über den neuen Twinloc-Hebel, der bei Einfach-Konfiguration unter dem Lenker platziert werden kann, lassen sich drei Fahrmodi an Gabel und Dämpfer zeitgleich ansteuern.
Alle Scott-Plus-Bikes sind auch mit einem Umwerfer kompatibel und ermöglichen eine Zweifach-Kurbel. Dafür wächst die Kettenstrebenlänge beim Genius auf 445 und beim LT auf 448 Millimeter.
Um genügend Platz für bis zu drei Zoll breite Reifen und Freiraum für die Kette zu sorgen, verbreitert sich der Hinterbau auf 148 Millimeter (Boost).
Für eine optimale Abstützung der breiten Reifen verwendet Scott eine 580 Gramm leichte Felge mit 40 Millimeter Maulweite.
Beim Genius Plus bleibt die Waage bei 12,3 Kilo stehen. Es sind sowohl vom Genius Plus als auch Genius LT Plus je drei Modelle geplant.
Als i-Tüpfelchen rundet Scott die neue Plus-Palette mit einem E-Genius Plus mit Bosch-Motor ab. Zusätzlich gibt es auch eine Frauen-Variante.
Das Scale Plus ist wahrscheinlich das schwerste Scale aller Zeiten (11,8 kg), soll durch die dicken Reifen und 120 Millimeter Gabel aber auch einen viel breiteren Einsatzbereich haben.

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