Radträger für E-MTBs im Vergleich

EMTB Magazin

 · 28.07.2016

Radträger für E-MTBs im VergleichFoto: Markus Greber
Radträger für E-MTBs im Vergleich
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Nicht jeder Radträger eignet sich auch fürs E-Mountainbike. Verbarrikadierte Rahmen und höhere Gewichte erfordern spezielle Systeme. EMTB zeigt, welche Träger sich eignen.

Oben drauf, hinten dran, innen rein – ist doch alles kein Problem. Bei E-MTBs auch? Grundsätzlich gelten beim Transport von E-Mountainbikes mit dem Auto die gleichen Vorgaben wie für normale Bikes: Als Ladung müssen sie so gesichert werden, dass sie auch bei heftigen Brems- und Ausweichmanövern für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer nicht zur Gefahr werden. Bei E-Bikes kommt aber erschwerend das hohe Eigengewicht hinzu. Die gängigen E-MTBs bringen in der Regel zwischen 18 und 24 kg auf die Waage – immerhin um die 7 kg mehr als ihre unmotorisierten Pendants.

Verlagssonderveröffentlichung

Ein solches Bike ohne Schäden am Auto oder den Bandscheiben präzise auf einen Dachträger zu wuchten, ist alleine kaum zu schaffen – selbst, wenn die zulässige Dachlast es noch erlauben würde. Auch die Heckklappenträger scheiden als Option meist aus. Der Grund: Ihre geringe Kapazität von oft nur 15 kg je Bike, die selbst nach Demontage des Akkus überschritten wird. Den Akku sollte man für den Transport außen am Auto ohnehin abnehmen. Die zweite Einschränkung: Durch Akku-Halterung und Motor sind die Klemm- oder Fixierungsmöglichkeiten am Bike stark eingeschränkt, insbesondere bei Fullys. Solch verbarrikadierte Rahmen erschweren selbst den ansonsten empfehlenswerten Kupplungsträgern das Leben. Am wenigsten aufwändig präsentiert sich noch der Transport im Innenraum. Aber: Das Bike im Auto ist nicht jedermanns Sache. Der Platz für Insassen und Gepäck wird stark eingeschränkt, Verschmutzung muss man auch in Kauf nehmen.


FINDIGES ZUBEHÖR

Der Rahmenadapter 982 von Thule ist eine mögliche Problemlösung, wenn die oft spärlichen Klemm­optionen der E-MTB-Rahmen ausgehen. Er wird zwischen dem Steuerrohr und der Sattelstütze über die beiden gummierten Haken verspannt und schafft so eine weitere, rahmenschonende Klemmmöglichkeit. Preis 25,95 Euro.

  Thule RahmenadapterFoto: Markus Greber
Thule Rahmenadapter

Das Evoc Bike Cover hilft, den Autoinnenraum (oder auch das Hotelzimmer) vor verschmutzten Bikes zu schützen. In den wasserdichten Sack mit allerlei funktionellen Detaillösungen passen alle Bike-Formate, egal ob am Stück oder (teil-)zerlegt. Preis 140 Euro.

  EVOC Bike CoverFoto: Markus Greber
EVOC Bike Cover


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KUPPLUNGSTRÄGER

Die am ehesten empfehlenswerte Transportvariante für E-MTBs außen am Auto sind die an der Anhängerkupplung befestigten Trägersysteme. In der Regel haben diese zulässige Nutzlasten von 60–70 kg und eignen sich daher zum Transport von bis zu drei E-MTBs. Einzige Voraussetzung: eine Anhängerkupplung mit ausreichender Stützlast (in den Autopapieren vermerkt). Die meisten Träger lassen sich leicht ans Fahrzeug montieren, oft sogar werkzeugfrei. Unbedingt darauf achten, dass die Kupplungskugel dazu fettfrei ist, sonst kann der Mechanismus nicht optimal klemmen. Eine offizielle Geschwindigkeitsbeschränkung existiert zwar nicht, die Hersteller empfehlen je nach Modell aber max. 120–130 km/h.

  KupplungsträgerFoto: Markus Greber
Kupplungsträger


Tipp 1 – Klemmung
Das Klemmensystem zur Bike-Befestigung sollte vor dem Kauf unbedingt mit den eigenen E-MTBs ausprobiert werden. Achtung: Carbon-Rahmen nie an den Rahmenrohren direkt klemmen!


Tipp 2 – Display
Ohne die Schaltzentrale ist man auch mit dem besten E-Antrieb hilflos. Darum externe Steuerelemente unbedingt vor dem Transport abnehmen und sicher im Auto transportieren.


Tipp 3 – Warntafel
Sobald etwas über den Fahrzeuggrundriss hinausragt, ist in Italien und Spanien eine 50x50 cm große, rot-weiß gestreifte Warntafel vorgeschrieben! Wer diese weglässt, muss mit hohen Strafen rechnen.

TRANSPORT IM INNENRAUM

Vorausgesetzt, das Auto bietet den notwendigen Platz, und man kann auf einen oder mehrere Sitzplätze in zweiter Reihe verzichten, ist die Transportvariante im Innenraum oft die einfachste und sicherste – Diebstahlschutz inklusive. Selbst bei kleineren Kombis reicht es oft aus, das Vorderrad auszubauen und die Sattelstütze aus dem Weg zu schaffen (ganz reinschieben oder rausnehmen). Wer dann auch noch die Pedale abschraubt, gewinnt zusätzlichen Platz und vermeidet Kratzer an Nachbar-Bike und Innenraum. Weil sich am Auto außen nichts verändert, bleiben die Fahrdynamik und der Kraftstoffverbrauch weitgehend unverändert. Außerdem kann man wie gewohnt einparken und in die Tiefgarage einfahren. Einziger Nachteil: Oft leidet das Interieur.

  Transport im Fahrzeug-InnenraumFoto: Markus Greber
Transport im Fahrzeug-Innenraum


Tipp 1 – Ladungssicherung
Vielfach vernachlässigt, aber genauso wichtig wie beim Außentransport, ist die Ladungssicherung auch im Auto. Deswegen sowohl das Bike als auch das Zubehör mit Spanngurten verrutschsicher fixieren.


Tipp 2 – Einladen
Das E-MTB ins Auto zu heben, ist nicht immer ganz einfach. Wer es mit dem Hinterrad voraus ins Auto schiebt, kann das Bike viel einfacher im Innenraum dirigieren. Alternativ: die Veloboy-Bikeplattform (Bild oben, ab 249 Euro).


Tipp 3 – Schmutz/Schutz
Um die Verschmutzung des Innenraums zu reduzieren und Schäden am Auto oder an Nachbar-Bikes zu vermeiden, ist Sorgfalt gefragt: Ein paar Decken, Matten oder spezielle Bike-Taschen leisten dabei Hilfe.


VERGLEICH DER SYSTEME: PRO & CONTRA

INNENRAUM-TRANSPORT


PRO Einfache Ladungssicherung /Diebstahlschutz, Fahrdynamik /Farhzeuggrundriss unverändert, Kein Mehrverbrauch


CONTRA Reduziertes Ladevolumen/Platzangebot, mögliche Verschmutzung im Innenraum, eher für größere Autos (Kombis und Vans) relevant

KUPPLUNGSTRÄGER


PRO Einfache Montage & Handhabung, geringe Hubhöhe, Sitzplätze & Kofferraum bleiben erhalten, kein Schmutz im Innenraum


CONTRA Träger recht teuer (400 bis 600 Euro), größerer Grundriss (Einparken!), höherer Verbrauch (7–12 %), tragfähige Anhängerkupplung vorausgesetzt

DACHTRÄGER*


PRO Günstig (100 bis 200 Euro zzgl. Grundträger), Sitzplätze & Kofferraum bleiben erhalten, kein Schmutz im Innenraum


CONTRA Handhabung/Hubarbeit (!), Mehrverbrauch (bis 25 %), schlechtere Fahrdynamik/Fahrzeughöhe, Zugel. Nutzlast (17 kg je Bike) grenzwertig

HECKKLAPPEN-TRÄGER*


PRO Sitzplätze & Kofferraum bleiben erhalten, kein Schmutz im Innenraum


CONTRA Zugel. Nutzlast (15 kg je Bike) meist zu gering, z. T. fehlende Freigabe der Autohersteller, höherer Verbrauch (9–15 %)


* nicht sinnvoll oder praktikabel

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