Marathon

Duell Scott Spark gegen Centurion - 27,5 gegen 29 Zoll

Stefan Loibl

 · 13.07.2014

Duell Scott Spark gegen Centurion - 27,5 gegen 29 ZollFoto: Sportograf

Scott Spark 700 RC gegen Centurion Numinos Carbon Ultimate Race: Das Cape Epic gilt als Tour de France der Mountainbiker. Wir nutzten das Etappenrennen für ein Race-Fully-Duell.

Rahmenbrüche, Kettenrisse und Platten wie am Fließband: Das Cape Epic 2014 nagte wie im Zeitraffer an Bikes und Komponenten. Schlamm, Sand und Staub dringen in Lager und Dichtungen ein, setzen Kette und Antrieb unter Dauerbeschuss. Größeren Belas­tungen kann man Bikes über einen solchen Zeitraum nicht aussetzen – perfekt für einen Härtetest. Deshalb haben wir zwei edle Marathon-Racefullys durch Südafrika gehetzt: Highend-Carbon-Rahmen von Scott und Centurion, gepaart mit Edel-Schaltgruppen von Shimano und Sram sowie Federelementen von Fox, Rock Shox und DT Swiss.

Wie schlägt sich das sündteure Leichtbau-Material? Im Gegensatz zu den Profi-Teams beschränkte sich die Bike-Pflege bei uns auf das nötige Minimum – schließlich hatten wir kein Service-Team im Gefolge. Also, ölen, fetten, Luft nachpumpen – fertig. Trotzdem schlugen sich beide Bikes sehr gut. Die XTR-Gruppe am Centurion funktionierte nach dem Rennen noch wie am ersten Tag, bei der Sram XX warten nur die Züge auf einen Tausch. Dämpfer und Federgabeln verrichten ihre Arbeit nach dem Rennen noch immer supersolide, auch wenn ihnen ein kleiner Service guttun würde. Lediglich die Anlenkung der Lenker-Fernbedienung beim Nude-Dämpfer am Scott zickte nach der Hälfte des Cape Epic. Dafür überzeugten am Spark 700 RC Shimanos XTR-Stopper auf voller Linie. Während die Formula R1 am Centurion nach zwei Matschtagen lautstark um einen Service bettelte, genügte der XTR ein zweiter Satz Bremsbeläge hinten. Die Laufräder beider Bikes haben 715 Kilometer Rüttelpisten weggesteckt, als wären wir über Schotterwege gerollt: kein Seitenschlag, keine gebrochene Speiche, kein Lagerspiel. Bei der Zuverlässigkeit befinden sich beide Bikes auf Augenhöhe.

Wer auf verspieltes Handling steht, das selbst CC-Worldcup-Kurse für jedermann fahrbar macht, der sollte sich fürs 27,5-Zoll-Fully von Scott entscheiden. Zeitfixierte Marathon-Racer werden eher zum Centurion Numinis tendieren.

  Scott Spark 700 RC 2014Foto: Georg Grieshaber
Scott Spark 700 RC 2014


PLUS Geometrieverstellung, Twinlock-Fernbedienung am Lenker, ausgewogenes Fahrwerk, leichter Rahmen
MINUS Vorbauklemmung, Sattelklemmung

  Scott Spark 700 RC: Gabel und Dämpfer harmonieren nicht nur, wenn man sie per Twinlock Hebel gleichzeitig verhärtet. Bei beiden lässt sich der Hub ganz ausnutzen. Foto: BIKE Magazin
Scott Spark 700 RC: Gabel und Dämpfer harmonieren nicht nur, wenn man sie per Twinlock Hebel gleichzeitig verhärtet. Bei beiden lässt sich der Hub ganz ausnutzen. 
  Centurion Numinos Carbon Ultimate Race 2014Foto: Georg Grieshaber
Centurion Numinos Carbon Ultimate Race 2014


PLUS Fernbedienungen für Gabel und Dämpfer, straffes Fahrwerk, steifer Rahmen, Zuverlässigkeit XTR-Schaltung
PLUS/MINUS Dreifach-Kurbel
MINUS Zuverlässigkeit Bremsen

  Centurion Numinos Carbon Ultimate Race: Der DT Swiss-Dämpfer hat deutlich weniger Reserven als die straffe SID-Gabel. Beide lassen sich vom Lenker aus verhärten und blockieren.Foto: BIKE Magazin
Centurion Numinos Carbon Ultimate Race: Der DT Swiss-Dämpfer hat deutlich weniger Reserven als die straffe SID-Gabel. Beide lassen sich vom Lenker aus verhärten und blockieren.
Centurion: Trotz filigraner Lenker-Fernbedienung und exponierter Lage überlebte das DT-Swiss-Dämpfer-Lockout das komplette Cape Epic. Und das ohne Service!Foto: Georg Grieshaber
Centurion: Trotz filigraner Lenker-Fernbedienung und exponierter Lage überlebte das DT-Swiss-Dämpfer-Lockout das komplette Cape Epic. Und das ohne Service!
Scott: Innenlager und Steuerlager drehten sich nach acht Tagen südafrikanischer Rüttelpiste nicht mehr ganz so geschmeidig. Aber: reinigen und fetten – das reichte. Foto: Georg Grieshaber
Scott: Innenlager und Steuerlager drehten sich nach acht Tagen südafrikanischer Rüttelpiste nicht mehr ganz so geschmeidig. Aber: reinigen und fetten – das reichte. 
Centurion: Den Hinterbau-Lagern und dem Steuerkopf-Lager am Centurion konnte der Schlamm- und Staubbeschuss fast nichts anhaben. Sie laufen immer noch geschmeidig.Foto: Georg Grieshaber
Centurion: Den Hinterbau-Lagern und dem Steuerkopf-Lager am Centurion konnte der Schlamm- und Staubbeschuss fast nichts anhaben. Sie laufen immer noch geschmeidig.
Scott: Vom Trail-Modus in den offenen: Trotz intakter Züge und Hüllen zickte nach fünf Tagen diese Funktion immer mal wieder. Hier wäre ein Dämpfer-Service nötig.Foto: Georg Grieshaber
Scott: Vom Trail-Modus in den offenen: Trotz intakter Züge und Hüllen zickte nach fünf Tagen diese Funktion immer mal wieder. Hier wäre ein Dämpfer-Service nötig.
Centurion: Trotz filigraner Lenker-Fernbedienung und exponierter Lage überlebte das DT-Swiss-Dämpfer-Lockout das komplette Cape Epic. Und das ohne Service!Foto: Georg Grieshaber
Centurion: Trotz filigraner Lenker-Fernbedienung und exponierter Lage überlebte das DT-Swiss-Dämpfer-Lockout das komplette Cape Epic. Und das ohne Service!
Scott: Innenlager und Steuerlager drehten sich nach acht Tagen südafrikanischer Rüttelpiste nicht mehr ganz so geschmeidig. Aber: reinigen und fetten – das reichte. Foto: Georg Grieshaber
Scott: Innenlager und Steuerlager drehten sich nach acht Tagen südafrikanischer Rüttelpiste nicht mehr ganz so geschmeidig. Aber: reinigen und fetten – das reichte. 
Scott: Innenlager und Steuerlager drehten sich nach acht Tagen südafrikanischer Rüttelpiste nicht mehr ganz so geschmeidig. Aber: reinigen und fetten – das reichte. 
Centurion: Den Hinterbau-Lagern und dem Steuerkopf-Lager am Centurion konnte der Schlamm- und Staubbeschuss fast nichts anhaben. Sie laufen immer noch geschmeidig.
Scott: Vom Trail-Modus in den offenen: Trotz intakter Züge und Hüllen zickte nach fünf Tagen diese Funktion immer mal wieder. Hier wäre ein Dämpfer-Service nötig.
Centurion: Trotz filigraner Lenker-Fernbedienung und exponierter Lage überlebte das DT-Swiss-Dämpfer-Lockout das komplette Cape Epic. Und das ohne Service!

Meistgelesene Artikel