MarathonDauertest: KTM Phinx 1.29

Marco Schreiber

 · 05.11.2013

Dauertest: KTM Phinx 1.29Foto: Jan Greune

Von knackigen Alpen-Touren bis zum 12-Stunden-Rennen: Unser Dauertester hat das KTM-Fully maximal ausgereizt.


Dauertest-Leistung: 4.150 km |45.500 hm

Jedes Bike, das eine Tour am Brauneck unbeschadet rauf und runterschippert, hat meine Anerkennung verdient. Diese Saison zog ich mit dem Alu-29er von KTM in die steilen Rampen und rumpeligen Singletrails meines Hausbergs. Für Ortsunkundige: Das Brauneck gehört mit 35-Prozent-Schnappern zum Steilsten, was die Voralpen für Biker zu bieten haben. Bergab versüßen einige Singletrails, die vor allem Einheimischen bekannt sind, die Strapazen der sechs Kilometer langen Auffahrt. Auf dem 29er in Größe XL fühlte ich mich auch in den steilsten Schotterrampen des Braunecks wohl. Als Wohltat für die Beine entpuppte sich dabei die Dreifach-Kurbel mit 24 Zähnen am kleinsten Kettenblatt. Die Übersetzung mit 24-36 Zähnen konnte ich langer Schlacks gut treten – dank meiner langen Hebel.

Auch über die kalten Wintermonate, in denen Streusalz dem Bike ordentlich zusetzte, bestellte ich das KTM regelmäßig zum Rapport. Nur bei sehr eisigen Temperaturen zickte die Rückstellfunktion des rechten Schalthebels. Die spärlich gefetteten Industrielager am Hinterbau quittierten den harten Winter erst gegen Ende der Testdistanz mit rauem Lauf und Knarzgeräuschen. Hier würde ich mir wünschen, dass sie werkseitig bei der Montage besser gefettet werden. Alles in allem war ich aber mit der Langzeit-Tauglichkeit des agilen KTM-Fullys mehr als zufrieden. Klar, Bremsbeläge, Kette, Kassette und Co. gingen im Laufe der Zeit flöten. Aber das läuft alles unter normalem Verschleiß. Das Auto muss ja schließlich auch alle paar tausend Kilometer in der Werkstatt vorfahren.


Fazit: Mit dem Phinx-Alu-29er von KTM bekommt man ein langlebiges Bike zum fairen Preis. Alle Defekte – bis auf die wenig gefetteten Industrielager – waren reine Verschleißerscheinungen.


TUNING


• 80 km Pedale / Griffe: Statt der Seriengriffe Ergon-Modelle montiert. Klickpedale durch gewohnte Flatpedals ersetzt.
• 1200 km Kette / Kassette: Harte Winterbedingungen: Kette und Kassette gewechselt.
• 1850 km Bremsbeläge: Nach vielen Fahrten bei Regen und Matsch sind die Bremsbeläge runtergebremst und werden gewechselt.
• 3050 km Kettenblätter: Mittleres und kleines Kettenblatt bestehen aus Haifisch-Zähnen und müssen gewechselt werden.
• 3920 km Dämpfer leckt: Nach jeder Fahrt muss Luftdruck am Dämpfer nachgepumpt werden. Er verliert Öl, und die Zugstufe lässt sich nicht mehr einstellen.


Funktionalität ****
Haltbarkeit *****
(max. 6 Sterne)

  Stilvoll gekreuzt: Die Schalt- und Bremszüge verschwinden elegant im Ober- und Unterrohr des Phinx’.Foto: Jan Greune
Stilvoll gekreuzt: Die Schalt- und Bremszüge verschwinden elegant im Ober- und Unterrohr des Phinx’.
  Zu viel der Dämpfung: Ein Leck im Fox-Dämpfer sorgte am Ende der Testdistanz für Ölverlust.Foto: Jan Greune
Zu viel der Dämpfung: Ein Leck im Fox-Dämpfer sorgte am Ende der Testdistanz für Ölverlust.
  Marco Schreiber, BIKE-Schrauber; fährt Bike seit 1991; Gewicht/Größe 72 kg/1,94 m; Fahrertyp Marathon/Tour; Lieblingsrevier Lenggries/GardaseeFoto: Jan Greune
Marco Schreiber, BIKE-Schrauber; fährt Bike seit 1991; Gewicht/Größe 72 kg/1,94 m; Fahrertyp Marathon/Tour; Lieblingsrevier Lenggries/Gardasee

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