Marathon

Das Olympia-Bike von Mathias Flückiger

Ludwig Döhl

 · 12.08.2016

Das Olympia-Bike von Mathias FlückigerFoto: Hoshi Yoshida

Das Wettkampf-Bike von Mathias Flückiger ist eine edle Maßanfertigung – eigens für ihn und den Renneinsatz gebaut. Der Prototyp des Stöckli Morion steckt voller Geheimnisse und Spezialanfertigungen.

  Starkes Schweizer Team: Mathias Flückiger und das Stöckli Morion.Foto: Hoshi Yoshida
Starkes Schweizer Team: Mathias Flückiger und das Stöckli Morion.

Mathias und Lukas Flückiger mischen als Brüderpaar den Mountainbike-Worldcup ordentlich auf. Mit seinem vierten Rang beim Worldcup-Rennen in Cairns hat sich der jüngere Mathias für Olympia qualifiziert. Bei der starken Schweizer Konkurrenz nicht gerade selbstverständlich.

So fährt das Stöckli Morion von Mathias Flückiger

Das Bike von Mathias Flückiger ist purer Luxus. Sein Sponsor hat eigens für ihn und seine Bedürfnisse ein Rad gebaut. Ergebnis der Zusammenarbeit von Schweizer Ingenieuren, Rennfahrern und deutschen Carbon-Spezialisten: ein leichtes Racefully ohne Kompromisse. In Würzburg fertigte Bike Ahead Components wenige Prototypen des Fullys in Größe S, die Serienproduktion soll aus Kostengründen allerdings in Asien erfolgen.

  Mechaniker Remo Eberle erklärt uns die Geheimnisse des Stöckli-Morion-Prototyps. Foto: Hoshi Yoshida
Mechaniker Remo Eberle erklärt uns die Geheimnisse des Stöckli-Morion-Prototyps. 

Auf dem Trail beweist das Stöckli eindrucksvoll seine Race-Gene. Das Fahrwerk ist auf Effizienz getrimmt. In der Abfahrt ist es straff, dafür wippt es unter Kettenlast kaum. Das bisschen Bewegung, das an den Fox-Federelementen noch übrig bleibt, wird mit elektronischem Lockout an Heck und Front gleichzeitig eliminiert.

  Um die Steifigkeit der Laufräder zu erhöhen, werden die Speichenkreuzungen mit Draht umwickelt.Foto: Hoshi Yoshida
Um die Steifigkeit der Laufräder zu erhöhen, werden die Speichenkreuzungen mit Draht umwickelt.
  Die Carbon-Kettenführung für die 1x11-XTR-Kurbel hat Mathias Flückiger selbst entwickelt und laminiert.Foto: Hoshi Yoshida
Die Carbon-Kettenführung für die 1x11-XTR-Kurbel hat Mathias Flückiger selbst entwickelt und laminiert.

Auch Shimanos XTR-Di2-Schaltung wechselt die elf Gänge blitzschnell mit Hilfe von Strom. Beide Systeme nutzen den gleichen Akku, den die Mechaniker geschickt im Oberrohr integriert haben. Carbon-Felgen mit 24 Millimetern breiter Maulweite lassen selbst die schwach profilierten CC-Pneus voluminös erscheinen und hauchen dem Morion etwas Komfort ein.

  Der Akku für die elektronische Schaltung und das Lockout sitzen versteckt im Oberrohr.Foto: Hoshi Yoshida
Der Akku für die elektronische Schaltung und das Lockout sitzen versteckt im Oberrohr.

Der 735 Millimeter breite Lenker und der 90 Millimeter lange Vorbau sorgen für verspieltes Handling auf engen Kursen. Die negative 25-Grad-Neigung des Vorbaus bringt zusätzliche Sattelüberhöhung. Der Bike-Ahead-Components-Lenker wurde speziell für Mathias für mehr Steifigkeit und Präzision verstärkt. Das ganze Bike des Schweizers ist eine Maßanfertigung für den Rennsport. Eine, die auch uns verdammt gut gefallen hat.

Das sagt Flückigers Team-Mechaniker

"Mathias ist ein halber Ingenieur. Oft setzt er sich mehr mit dem Material als mit seinem Training auseinander. Er hinterfragt jede Schraube und optimiert alles, was es am Rad zu optimieren gibt. Er hat sehr viel Input für den neuen Morion-Rahmen von Stöckli geliefert, zum Beispiel für Geometrie und Hinterbau-Kinematik. Die Zugführung habe ich noch optimiert. Aber auch bei Anbauteilen ist Math ein Freak. Er hat sich eine eigene Carbon-Kettenführung gebaut. Eine Teleskopstütze Marke Eigenbau liegt in der Schublade. Dafür hat er aber erst nach Olympia wieder Zeit."

  Remo Eberle bringt viel Erfahrung mit und kümmert sich als Team-Mechaniker bei Stöckli auch um das Bike von Jolanda Neff.Foto: Hoshi Yoshida
Remo Eberle bringt viel Erfahrung mit und kümmert sich als Team-Mechaniker bei Stöckli auch um das Bike von Jolanda Neff.


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