LeichtbauflitzerMüsing Specter 9 im Einzeltest

Henri Lesewitz

 · 17.02.2016

Leichtbauflitzer: Müsing Specter 9 im EinzeltestFoto: Georg Grieshaber
Leichtbauflitzer: Müsing Specter 9 im Einzeltest

Das Müsing Specter 9 lockt mit detailversessener Machart und akzeptablem Preis. Das Twenty­niner verspricht den Spagat zwischen Aggressivität und Komfort. Geht so etwas überhaupt?

Mathe-Formeln. Virtuelle 3D-Modelle. Und dann die ganzen Computer-Simulationen. Glaubt man Konstrukteuren, so ist die Entwicklung eines Bikes eine hoch komplizierte Sache. Müsings Ideenausbrüter Andreas Heimerdinger mag sich mit derartiger Mystik nicht umgeben. Er sagt: "Ich konstruiere ein Bike so, wie ich es gerne fahren würde. Fertig." Der Charakter des Specters 9 stand deshalb schon vor der ersten Skizze fest. Ein Leichtbauflitzer, der nach Kilometern giert, ohne die Rückenmuskulatur zu quälen. Und da steht er im matt schimmernden Mambaschwarz. Flaches, breites Oberrohr, das in elegantem Bogen in flachen, filigranen Kettenstreben verschmilzt. Fettes Unterrohr. Wuchtiger Tretlagerbereich. Steckachse. Das vordere Rahmendreieck ist auf Steifigkeit getrimmt, der Hinterbau auf Komfort. Kann das funktionieren? Kette nach rechts, rein ins Gelände. Die Sitzposition ist überraschend bequem und perfekt austariert. Das Vorderrad klebt am Boden, das Hinterrad hat Grip. Enge Kurven, Highspeed, Geröllanstiege? Null Problem. So muss ein Racebike sein. Aggressiv zum Gegner, freundlich zum Fahrer. Ob der Hinterbau flext wie versprochen? Das kann wohl dann doch nur ein Computer errechnen.

Verlagssonderveröffentlichung
  1. Schön und flach: Das Syntace-Cockpit bringt den Fahrer in eine sportliche Position.     2. Schön flach: Unterhalb der Stützenklemme fließen das steife Oberrohr und die filigranen "Blattfeder"-Sitzrohre hübsch ineinander.    3. Schön, aber eng: Matsch und dicke Reifen haben im schmalen Hinterbau kaum Platz. Schade, eigentlich. Foto: Georg Grieshaber
1. Schön und flach: Das Syntace-Cockpit bringt den Fahrer in eine sportliche Position.   2. Schön flach: Unterhalb der Stützenklemme fließen das steife Oberrohr und die filigranen "Blattfeder"-Sitzrohre hübsch ineinander.   3. Schön, aber eng: Matsch und dicke Reifen haben im schmalen Hinterbau kaum Platz. Schade, eigentlich. 

Test-Fazit zum Müsing Specter 9

Quirliger Leichtbau-Flitzer, der im Rennen wie auch auf Touren Laune macht. Ausstattung frei nach Wunsch.


PLUS Entspannte Sitzposition, agiler Charakter, viele Ausstattungsoptionen im Konfigurator
MINUS Rahmendreieck für zweite große Trinkflasche zu eng, Reifenfreiheit hinten, relativ schwerer Rahmen

  Die Geometrie-Daten des Müsing Specter 9.Foto: BIKE Magazin
Die Geometrie-Daten des Müsing Specter 9.


Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe BIKE 7/2015 können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element