Hardtail

Kohlefaser nach Kundenwunsch

Adrian Kaether

 · 29.09.2016

Kohlefaser nach KundenwunschFoto: White Stone

Die erst 2015 gegründete Marke White Stone vertreibt exotische Highend-Carbon-Bikes, die nach Kundenwunsch angefertigt werden. Dafür heimsten die Sachsen 2016 sogar einen Eurobike-Award ein.

Perfekt durchgestylt, ein Design wie aus einem Guss mit höchsten Ansprüchen an Ästhetik sowie Funktionalität gleichermaßen. "form follows function" ohne das Optische zu entwerten, dabei personalisierbar und individuell an Kundenwünsche anpassbar. Das Ganze dann auch noch in Carbon. Die kleine sächsische Bikeschmiede White Stone rund um Jens Jankowski hat sich ganz schön was vorgenommen. Vor allem da die Verbindung aus individuellen Kundenwünschen und konsequentem Design als ziemlich unmöglich gilt.

Doch der Reihe nach. Angefangen hat alles schon 2013, lange vor der Gründung der Firma im Jahr 2015. Die heutigen Entwickler tüftelten damals an Laufrädern aus Carbon – natürlich handgemacht in Sachsen. Schon 2014 konnten sich die ersten Prototypen im Renneinsatz beweisen, damals noch unauffällig, weil unlackiert und frei von jedem Hinweis auf Herkunft und Hintergrund. Und es kam, wie es kommen musste: die Laufräder wurden leichter, steifer und stabiler und eines schönen Tages kam die Frage auf: „Was wäre eigentlich, wenn wir stylische Komplettbikes, individualisierbar und handgemacht in Sachsen verkaufen könnten?“

Whitestone WS 516 Lauf C.Foto: White Stone
Whitestone WS 516 Lauf C.
Die hydraulische Acros Schaltung sieht nicht nur edel aus, sondern funktioniert auch noch gut. Ganz billig ist sie allerdings nicht, aber man kann nicht alles haben.Foto: White Stone
Die hydraulische Acros Schaltung sieht nicht nur edel aus, sondern funktioniert auch noch gut. Ganz billig ist sie allerdings nicht, aber man kann nicht alles haben.
Das Whitestone verbindet exotische aber stylische Optik mit hoher Funktionalität und Extravaganten Teilen. Leicht ist es außerdem, das gezeigte WS 516 Lauf C (benannt nach dem namensgebenden Felsen) wiegt etwa 8,2 Kilogramm.Foto: White Stone
Das Whitestone verbindet exotische aber stylische Optik mit hoher Funktionalität und Extravaganten Teilen. Leicht ist es außerdem, das gezeigte WS 516 Lauf C (benannt nach dem namensgebenden Felsen) wiegt etwa 8,2 Kilogramm.
Neben Bremsen von Shimano verbaut White Stone vor allem Bremsen von Trickstuff. Auch gerne in zum Rahmen passenden Eloxalfarben.Foto: White Stone
Neben Bremsen von Shimano verbaut White Stone vor allem Bremsen von Trickstuff. Auch gerne in zum Rahmen passenden Eloxalfarben.
Die Lauf ist etwas für Puristen, doch die schicke Optik kann man ihr nicht abstreiten.Foto: White Stone
Die Lauf ist etwas für Puristen, doch die schicke Optik kann man ihr nicht abstreiten.
Auch auf dem Sitzrohr findet sich das typische Logo wieder.Foto: White Stone
Auch auf dem Sitzrohr findet sich das typische Logo wieder.
Das Design wirkt mit der passend lackierten Gabel und den Laufrädern wirklich wie aus einem Guss.Foto: White Stone
Das Design wirkt mit der passend lackierten Gabel und den Laufrädern wirklich wie aus einem Guss.
Selbst die Farbe der Bremsschläuche kann der Kunde konfigurieren.Foto: White Stone
Selbst die Farbe der Bremsschläuche kann der Kunde konfigurieren.
Beim Ramendesign wurde wert auf Steifigkeit und organische aber eigenständige Formen gelegt.Foto: White Stone
Beim Ramendesign wurde wert auf Steifigkeit und organische aber eigenständige Formen gelegt.
Nur beste Komponenten kommen zum Einsatz, wie zum Beispiel Hearo oder Easton Carbonteile, Sapim Messerspeichen und Nippel oder Carbonnaben von PoP Products.Foto: White Stone
Nur beste Komponenten kommen zum Einsatz, wie zum Beispiel Hearo oder Easton Carbonteile, Sapim Messerspeichen und Nippel oder Carbonnaben von PoP Products.
Whitestone WS 516 Lauf C.Foto: White Stone
Whitestone WS 516 Lauf C.
Die hydraulische Acros Schaltung sieht nicht nur edel aus, sondern funktioniert auch noch gut. Ganz billig ist sie allerdings nicht, aber man kann nicht alles haben.Foto: White Stone
Die hydraulische Acros Schaltung sieht nicht nur edel aus, sondern funktioniert auch noch gut. Ganz billig ist sie allerdings nicht, aber man kann nicht alles haben.
Die hydraulische Acros Schaltung sieht nicht nur edel aus, sondern funktioniert auch noch gut. Ganz billig ist sie allerdings nicht, aber man kann nicht alles haben.
Das Whitestone verbindet exotische aber stylische Optik mit hoher Funktionalität und Extravaganten Teilen. Leicht ist es außerdem, das gezeigte WS 516 Lauf C (benannt nach dem namensgebenden Felsen) wiegt etwa 8,2 Kilogramm.
Neben Bremsen von Shimano verbaut White Stone vor allem Bremsen von Trickstuff. Auch gerne in zum Rahmen passenden Eloxalfarben.
Die Lauf ist etwas für Puristen, doch die schicke Optik kann man ihr nicht abstreiten.
Auch auf dem Sitzrohr findet sich das typische Logo wieder.
Das Design wirkt mit der passend lackierten Gabel und den Laufrädern wirklich wie aus einem Guss.
Selbst die Farbe der Bremsschläuche kann der Kunde konfigurieren.
Beim Ramendesign wurde wert auf Steifigkeit und organische aber eigenständige Formen gelegt.
Nur beste Komponenten kommen zum Einsatz, wie zum Beispiel Hearo oder Easton Carbonteile, Sapim Messerspeichen und Nippel oder Carbonnaben von PoP Products.
Whitestone WS 516 Lauf C.

Individuelle Carbon-Bikes handgemacht in Sachsen

Die Idee war geboren, das Bike war schon in den Köpfen. Jetzt musste nur noch die Firma her. Doch leichter gesagt als getan. Über eineinhalb Jahre wurden Konzepte entwickelt, eine Homepage eingerichtet und Kontakte zu anderen Herstellern geknüpft. Den Namen lieferte ein markanter Felsblock im Zittauer Gebirge, auch bekannt als der "Weiße Stein", er stand auch Model für das Design des Logos. Dann, im Juli 2015, war es endlich soweit. Die White Stone GmbH präsentierte sich erstmals in der Öffentlichkeit und stellt seitdem ihre Fähigkeiten in der Branche unter Beweis. Die ersten Bikes wurden produziert, einige wenige wurden auch schon verkauft, andere beweisen sich als Austellungs- und Testbikes oder als Race-Bikes unter dem Hintern von Rennfahrer Felix Donath.

  Das Whitestone ist eine High-End-Rennmaschine nach Wunsch, konfiguriert mit den leistungsfähigsten und auf höchstem Niveau gefertigten Anbauteilen der Welt – inklusive per Hand gefertigter Laufräder aus Alu oder Carbon im Rahmen-Design. Dafür gab´s einen Eurobike-Award 2016.Foto: Robert Niedring
Das Whitestone ist eine High-End-Rennmaschine nach Wunsch, konfiguriert mit den leistungsfähigsten und auf höchstem Niveau gefertigten Anbauteilen der Welt – inklusive per Hand gefertigter Laufräder aus Alu oder Carbon im Rahmen-Design. Dafür gab´s einen Eurobike-Award 2016.

Auch erste Lorbeeren hat sich das gerade einmal fünf Köpfe starke Team von White Stone schon verdient. Auf der Eurobike 2016 wurde das White Stone 516 Lauf C mit einem der begehrten Eurobike-Awards ausgezeichnet. Der Jury imponierte die Verbindung aus innovativer Technik im Rahmendesign, den Anbauteilen und dem exotischen Charme, den das Bike ausstrahlt sowie "die eigene Philosophie, die es konsequent verfolgt".

Alles made in Saxonia?

Ziemlich viel, aber doch nicht ganz. Auch wenn das die ursprüngliche Idee von White Stone war, das Laminieren der Rohlinge konnte nicht in Deutschland stattfinden. Alleine der Rahmen wäre mit einem Preis von 7000 bis 13.000 Euro pro Stück ohne Komponenten und Laufräder einfach viel zu teuer geworden. Doch White Stone hat einen guten Kompromiss gefunden. Die Vorfertigung – also im Wesentlichen das Laminieren der Carbonrohlinge – übernimmt ein Carbon-Spezialist in Fernost. Die Rohlinge werden dann nach Zittau geliefert und dort vom White Stone-Team verschliffen, lackiert und foliert. Dieser Prozess alleine dauert wegen der vielen verschiedenen Lack- und Klebschichten alleine etwa zwei bis drei Wochen.

  Die Laufräder werden in penibler Handarbeit lackiert und eingespeicht. Die Fehlertoleranz geht gegen Null, um den Rundlingen und ihren Besitzern ein möglichst langes und sorgenfreies Leben zu bescheren.Foto: White Stone
Die Laufräder werden in penibler Handarbeit lackiert und eingespeicht. Die Fehlertoleranz geht gegen Null, um den Rundlingen und ihren Besitzern ein möglichst langes und sorgenfreies Leben zu bescheren.
  Der Rahmen wird über drei Wochen immer wieder lackiert und foliert. Erst dann ist das Rad für den Aufbau bereit.Foto: White Stone
Der Rahmen wird über drei Wochen immer wieder lackiert und foliert. Erst dann ist das Rad für den Aufbau bereit.
  Auch die Gabel wird wie die Laufräder in mehreren aufwändigen Lackierungs- und Folierungsschritten dem Design des Rahmens angepasst.Foto: White Stone
Auch die Gabel wird wie die Laufräder in mehreren aufwändigen Lackierungs- und Folierungsschritten dem Design des Rahmens angepasst.

Auch die Laufräder werden, genauso wie der Rahmen, in Zittau mit Qualitätsteilen von Sapim und hochwertigen Carbon-Naben von PoP Products eingespeicht, lackiert und im Rahmendesign nach Kundenwunsch gestylt. Ehrensache, denn damit nahm die Geschichte von White Stone schließlich ihren Anfang. Die restlichen Parts am Bike stammen von ausgesuchten Herstellern und sind meistens, wie die Bikes von White Stone selbst, gleichermaßen innovativ wie exotisch. Bremsen liefert Trickstuff, Vorbauten, Sattelstützen und Lenker kommen vom Carbon-Spezialisten Haero, bei der Schaltung hat man die Wahl zwischen Shimano XT, XTR und XTR Di2. Doch wenn man schon dabei ist, kann man sich auch gleich für die hydraulische Schaltgruppe von Acros entscheiden.

Im Steuerrohr steckt entweder die ultraleichte, wenig Fehlertolerante Lauf-Gabel oder die komfortablere und etwas schwerere German-A Xcite. Die Mountainbikes von White Stone liegen preislich zwischen 7000 und 9000 Euro, je nach Komponenten und Sonderwünschen. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber nicht einmal teurer als die Highend-Bikes von Marktriesen wie Trek, Cannondale oder Rocky Mountain.

Der Chef selbst stellt euch das White Stone vor.

Die Perspektive von White Stone

Auch in Zukunft wird sich White Stone der Weiterentwicklung von individualisierten Carbon-Mountainbikes und Rennrädern widmen. Die nächsten Jahre sollen dem Team dazu dienen, die eigene Position am Markt zu festigen und eine geregelte Nachfrage zu etablieren. Die Bikes von White Stone werden allerdings Räder für Individualisten mit entsprechend kleiner Serie bleiben. Aber die Modellpalette soll noch ein wenig erweitert werden. Neben den bereits verfügbaren Hardtails geistert wohl auch schon ein Race-Fully in den Köpfen der Entwickler herum. Wir sind gespannt!

Hier geht's zur Website von White Stone. Unbedingt mal den Konfigurator ausprobieren!

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