Das BMC Teamelite zeigt sich in edlem Schwarz-Weiß

Michael Veith

 · 30.11.2014

Das BMC Teamelite zeigt sich in edlem Schwarz-WeißFoto: Sportograf
Das BMC Teamelite zeigt sich in edlem Schwarz-Weiß

Minimales Pflegeprogramm statt peniblem Renn-Service: Das Vernunftmodell von Julien Absalons BMC im Dauertest.


Dauertest-Leistung 3.052 km | 52.798 hm

Das 29er-Hardtail von BMC hebt sich mit mutigen Rohrformen und extravagantem Design vom mattschwarzen Einheitsbrei ab. Die Ausstattung mit Fox-32-CTD-Gabel, Mavics Crossride-Laufrädern und Shimano-SLX-XT-Mix stellt dauerhaft stressfreien Geländeradsport in Aussicht. Vor der ersten Ausfahrt hieß es eigentlich nur noch: Pedale, Flaschenhalter und Computer dran und ab geht’s. Doch beim Check fiel auf, dass im Zubehörkarton der Kettenstrebenschutz fehlte. Und das ist beim Carbon-Bike nun mal ein No-Go. Ein Kellerfund – passenderweise ebenfalls schweizerischen Ursprungs – schuf Abhilfe.

Verlagssonderveröffentlichung
  Sofort nachgerüstet am BMC Teamelite: Der Neoprenverhüter ist bei empfindlichen Carbon-Kettenstreben Pflicht.Foto: Privatfoto
Sofort nachgerüstet am BMC Teamelite: Der Neoprenverhüter ist bei empfindlichen Carbon-Kettenstreben Pflicht.

Im Gelände erwies sich das BMC als gutmütige Rennfeile: Die relaxte Sitzposition mit kurzem Vorbau erinnert zwar ein wenig an ein Touren-Bike, das Rad fühlt sich aber auch im Rennmodus und bei Marathons wohl. Gerade auf kurvigen Schotterpisten verlangt das BMC nach aktiver Fahrweise, um genügend Druck auf dem Vorderrad aufzubauen. Dabei hilft der breite 720er-Lenker. Die Mavic-Crossride-Laufräder sind für die Preisklasse zu schwer und wenig steif. Zudem verrutscht das Original-Felgenband im Hinterrad und legt dabei die Speichenlöcher frei. Die Folge: mehrere Platten. Der Tausch gegen selbstklebendes Ritchey-Felgenband löste das Problem. Die SLX-Bremsanlage mit 180er-Scheibe vorne bietet auch auf langen Alpen-Abfahrten mehr als ausreichend Verzögerung.

Nach einem Jahr Minimal-Pflege bedarf der Antrieb einer Kernsanierung: Das viel genutzte große Kettenblatt der Zweifach-Kurbel ist so weit heruntergeraspelt, dass die Kette bei kernigen Antritten regelmäßig übers Blatt rutscht.

  Das große Kettenblatt des BMC Teamelite gegen Ende des Dauertests: Das Schutzblech am Rahmen verhinderte Schlimmeres.Foto: Privatfoto
Das große Kettenblatt des BMC Teamelite gegen Ende des Dauertests: Das Schutzblech am Rahmen verhinderte Schlimmeres.


Fazit: Das schicke BMC bereitet durch sein unkompliziertes Handling und die durchdachte Ausstattung viel Spaß im Gelände und wenig Ärger in der Werkstatt. Sinnvolle Tuning-Maßnahme: in leichtere, steifere Laufräder investieren.


FUNKTIONALITÄT ****
HALTBARKEIT *****
(max. 6 Sterne)


TUNING

• 60 km – Vorbau zu kurz: Längeren Vorbau montiert, da 60 Millimeter ab Werk zu kurz waren


DEFEKTE

• 1472 km – Griffe durch: Abgeriebene Griffe gegen dickere ODI-Schraubgriffe getauscht
• 1472 km – Reifen runter: Hinten den abgefahrenen Onza Canis durch einen Geax Aka ersetzt
• 2450/3050 km – Bremsbeläge: Beim BIKE Four Peaks die vorderen Bremsbeläge erneuert, 600 Kilometer später die hinteren
• 2866 km – Kette verschlissen: Neue Kette montiert, da sie mehrmals übers mittlere Blatt rutschte

  Rider: Michael Veith (39), BIKE-Tester: Fährt Bike seit 1989. Gewicht/Größe 75 kg/1,78 m; Fahrertyp Race/Marathon; Lieblingsrevier Durango, PfälzerwaldFoto: Henning Angerer
Rider: Michael Veith (39), BIKE-Tester: Fährt Bike seit 1989. Gewicht/Größe 75 kg/1,78 m; Fahrertyp Race/Marathon; Lieblingsrevier Durango, Pfälzerwald

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