Hardtail

Canyon Lux MR 9.0 (Dauertest)

BIKE Magazin

 · 19.10.2009

Canyon Lux MR 9.0 (Dauertest)Foto: Unbekannt

Biken im Dienste der Wahrheit. In der Abrechnung verraten unsere Dauertester, was ihre Bikes im Alltag draufhaben. Diesmal: Canyon Lux MR9.0

Ich gehöre zu den Menschen, die Fullys als Teufelswerk beschreien. Und, ja Vater, ich habe dennoch gesündigt und mich am Lux vergangen. Hier meine Beichte: Entschieden hatte ich mich für das Lux wegen der unbestechlichen Eckdaten: 10,4 Kilo und 100 Millimeter Federweg vorne wie hinten. Das perfekte Bike für viele Lebenslagen. Schon nach den ersten Metern auf der Hausrunde zeigte sich schnell, dass der Plastikbolide perfekt klettert, agil um die Kurve zirkelt und jeden Antritt sofort in Vortrieb umsetzt. Zwar schluckte das straffe Fahrwerk nur gröbere Unebenheiten, kam dabei aber nie an seine Grenzen.

Etwas nervig war der Remote-Hebel für die Federgabel, der extrem schwergängig zu bedienen war. Um das Lux von der gestreckten Race-Position zu zähmen, montierte ich einen Riserbar, der das Bike zur Langstreckenwaffe wandelte. Die Furious-Fred-Reifen nahm ich nach den ersten vier Platten schnell runter und wechselte sie gegen die Maxxis Ardent.

Mit den Formula-Oro-Puro-Bremsen hatte ich von Anfang an Probleme. Die Haltestifte der Bremshebel lockerten sich und fielen heraus. Dieser Produktionsfehler wurde ausgetauscht. Dennoch war ich mit der Bremsleistung nie zufrieden. Selbst Nachjustieren und neue Klötze brachten nichts.

Der abgemagerte Carbon-Rahmen entpuppte sich als Sensibelchen. Ein kleiner Sturz reichte, um den Rahmen schrottreif zu machen. Dabei platzte die dünne Lackschicht ab und zerstörte einige der Faserschichten. Überrascht hatte mich der Antrieb, der selbst rohe Misshandlung und Vernachlässigung unbeeindruckt überstand. Nach über 4000 Kilometern rasselte die Kette immer noch sauber über die Blätter, auch wenn die XT-Kurbel starken Verschleiß zeigte.

Insgesamt ist das Lux ein rassiges Bike mit empfindlichem Rahmen. Für den Wettkampf jedoch erste Wahl.


Veränderung:

• Mäntel getauscht: Maxxis Ardent / Der Furios Fred war ein Plattensuchgerät

• Vorbau – Lenker von Truvativ / Die Syntace-Kombination war extrem gestreckt

Foto: Unbekannt

*BIKE-Urteil: Maximal-Punktzahl 10. Das Urteil ist keine Addition der einzelnen Punkte sondern subjektiv geprägt. In das Urteil fließen Fahrverhalten, Wartungsaufwand, Breite des Einsatzbereiches und Gesamteindruck des Fahrers ein.


Den gesamten Dauertest finden Sie unten auch als PDF-Download.


Fotos: Robert Niedring

  Fahrerprofil Björn Scheele(BIKE-Redakteur): Alter 30, Biker seit 1992 Gewicht 80 kg, Größe 1,88 m Fahrertyp Langstrecke Lieblingsrevier NorwegenFoto: Unbekannt
Fahrerprofil Björn Scheele(BIKE-Redakteur): Alter 30, Biker seit 1992 Gewicht 80 kg, Größe 1,88 m Fahrertyp Langstrecke Lieblingsrevier Norwegen
  Dauerärger: Die Formula-Bremse griff nie berherzt zu.Foto: Unbekannt
Dauerärger: Die Formula-Bremse griff nie berherzt zu.
  Kraftprobe: Der Hebel für die Federgabel war extrem schwergängig.Foto: Unbekannt
Kraftprobe: Der Hebel für die Federgabel war extrem schwergängig.
Foto: Unbekannt
Foto: Unbekannt

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