HardtailBest of Test: die besten Hardtails 2022

Max Fuchs

 · 07.04.2022

Best of Test: die besten Hardtails 2022Foto: Markus Greber

Klassiker Hardtail: leicht, wartungsarm, günstig. Ob Einsteiger oder ambitionierter Racer – die Mountainbike-Urform bietet schon ab 1300 Euro jede Menge Spaß.

Gewicht 8 bis 14 Kilo I Federweg 100 – 110 mm I Preisklasse ab 1300 Euro

Hardtails versüßen vor allem mit erschwinglichen Preisen den Einstieg ins Mountainbiken – der Verzicht auf komplizierte Hinterbausysteme und zusätzliche Dämpfung am Heck machen es möglich. Unsere Tests zeigen: Vollwertige Mountainbikes gibt es schon ab 1300 Euro. Das kommt besonders Einsteigern zu Gute, die noch nicht sicher sind, ob sie beim Sport bleiben. Denn wer will sich schon in Unkosten stürzen, ohne zu wissen, ob einen die neue Sportart auch langfristig begeistert.

Das geringe Gewicht spricht ebenfalls für diese Bike-Gattung. Keine Kategorie kann den Hardtails im Antritt folgen. Da keine Energie im Hinterbau verpufft, münzen sie jedes Watt Beinarbeit in Vortrieb um. Racer lieben diese Spritzigkeit, Touren-Biker könnten dagegen etwas Komfort vermissen. In technischem Gelände verlangen die Bikes mit starrem Heck und meist nur 100 Millimetern Federweg Fingerspitzengefühl und verzeihen kaum Fehler. Doch was tun, wenn man sich dennoch in anspruchsvolles Terrain wagen möchte, ein Fully aber den preislichen Rahmen sprengt? Dann sind die sogenannten Trailhardtails mit mehr Federweg, versenkbaren Sattelstützen und dicken Reifen die perfekte Alternative.

Die besten Hardtails 2022:

Mondraker Podium Carbon RR SL

Es ist nahezu unmöglich, das Podium RR SL anzuheben, ohne dass einem ein Wow über die Lippen geht. Und auch auf dem Trail bleibt das Beschleunigungsverhalten des 8-Kilo-Hardtails unangefochten. Doch nicht nur das minimale Gewicht sticht bei der spanischen Race-Feile heraus: Mit seiner clever gewählten Geometrie meistert das Mondraker auch bergab anspruchsvolle Kurse. Nebenbei begeistert die außergewöhnliche Optik mit dem abgeflachten Oberrohr. Die spezielle Carbon-Sattelstütze erzeugt viel Sitzkomfort. So schafft es das Bike zum Klassenbesten der Saison.

  Mondraker Podium Carbon RR SLFoto: Robert Niedring
Mondraker Podium Carbon RR SL

Cannondale Scalpel HT

  • Preis 6999 Euro
  • Gewicht 9,62 Kilo
  • Getestet in BIKE 3/21
  • Urteil super / 212,5 Punkte

Das Cannondale Scalpel HT ist ein außergewöhnliches Racebike. 66,9 Grad misst der Lenkwinkel – so flach war ein Racehardtail noch nie! Mit diesem extremen Wert liegen seine Stärken besonders in der Abfahrt. Zusammen mit der flexenden Sattelstütze liefert der jüngste Wurf der US-Amerikaner auch in Sachen Komfort eine ordentliche Performance ab. Die Geometrie ist perfekt: draufsitzen und wohlfühlen. So entpuppt sich das Cannondale als exklusiver Tipp für Marathons, Alltag und Trail-Touren, muss traditionelleren und leichteren Hardtails im Sprint aber den Vortritt lassen.

  Cannondale Scalpel HTFoto: Max Fuchs
Cannondale Scalpel HT

Specialized Chisel Comp

  • Preis 2000 Euro
  • Gewicht 12,1 Kilo
  • Getestet in BIKE 10/21
  • Urteil Gut / 163,5 Punkte

Den 1575 Gramm leichten Alu-Rahmen des Chisel kann man getrost als beeindruckendes Stück Handwerkskunst bezeichnen. Bei der Ausstattung des Bikes reicht es dafür nur für Basic-Komponenten. Auf den ersten Blick hemmt das die Begeisterung für Specializeds Einsteiger-Hardtail. Im Gelände konnte uns das Bike dennoch auf ganzer Linie überzeugen. Von der Alpenüberquerung bis hin zum Marathon ist alles möglich. Auch gut: Bei diesem Top-Rahmen lohnt sich die Investition in das ein oder andere Tuning-Teil, was das Bike auch auf lange Sicht zum treuen Begleiter macht.

  Specialized Chisel CompFoto: Thomas Weschta
Specialized Chisel Comp

Radon Jealous AL 8.0 HD

  • Preis 1499 Euro
  • Gewicht 12,72 Kilo
  • Getestet in BIKE 5/21
  • Urteil gut / 161,5 Punkte

Radon beweist mit dem Jealous Augenmaß: Weder Geometrie noch Ausstattung oder Gewicht fallen extrem aus. Damit schafft es das Jealous zum besten Allrounder des Jahres. Die Vario-Stütze eröffnet dem Piloten bergab neue Möglichkeiten. Dazu spendiert der Versender noch kräftige Bremsen und griffige Reifen. Somit kann es das Alu-Bike fast schon mit ausgewiesenen Trailhardtails aufnehmen. Der Spaßfaktor im Gelände explodiert förmlich im Vergleich zu klassischen Hardtails. Lobenswert: Trotz des Trail-Tunings lässt Radon das Gewicht nicht komplett außer Acht.

  Radon Jealous AL 8.0 HDFoto: Georg Grieshaber
Radon Jealous AL 8.0 HD

Fazit von Max Fuchs, BIKE Testredakteur:

Die hohe Nachfrage und geringe Verfügbarkeiten lassen seit der Corona-Krise die Bike-Preise nach oben schnellen. Manche Modelle kosten bei gleicher Ausstattung sogar bis zu 800 Euro mehr als im Vorjahr. Die Hardtails sind von dieser Problematik nicht ausgenommen. Auch wenn man meinen könnte, dass niedrige Preise gerade im Einsteigersegment ausschlaggebend für die Verkaufszahlen sind, sieht die Realität anders aus. Mittlerweile gehen manche Firmen sogar so weit und verbauen selbst an Hardtails um 1300 Euro wieder veraltete Schnellspanner. Neueinsteiger haben es aktuell besonders schwer: So wenig Bike für sein Geld hat man bisher vermutlich noch nie bekommen.

  Max Fuchs, BIKE TestredakteurFoto: Max Fuchs
Max Fuchs, BIKE Testredakteur

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