Hardtail8 Einsteiger-Bikes aller Kategorien im Vergleich

Ludwig Döhl

 · 11.01.2020

8 Einsteiger-Bikes aller Kategorien im VergleichFoto: Robert Niedring

Viele Mountainbike-Einsteiger suchen zuerst nach günstigem Material. Wir haben acht preiswerte Einsteiger-Bikes aller Kategorien getestet. Taugen diese Bikes als Zündfunken für eine neue Leidenschaft?

Mountainbiken ist ein teurer Sport. Wer einen Marathon laufen will, kauft sich ein Paar Laufschuhe für 100 Euro und kann loslegen. Für ein neues Mountainbike muss man mindestens 460 Euro investieren. Ein Batzen Geld, für ein Rad, das den günstigsten Einstieg repräsentiert. Das Rockrider-St-540-Hardtail, unser günstigstes Test-Bike, hat eine Federgabel, Scheibenbremsen und sieht zumindest so aus, als könnte man damit über gemäßigte Trails fahren. Wer ein vollgefedertes Bike für gröberes Gelände und mehr Komfort sucht, muss mindestens mit 1600 Euro rechnen. Spezialisierte Räder wie Racefullys oder Enduros gibt es sogar erst ab 2200 Euro. Die Preisunterschiede in den verschiedenen Mountainbike-Kategorien sind extrem groß. Wie lange für das erste richtige Mountainbike gespart werden muss, hängt also zuallererst von einer Frage ab: Welche Bike-Kategorie ist die richtige für mich?

Hardtail, Marathon-Fully, Trailbike oder Enduro. Für einen Einsteiger klingen die verschiedenen Kategorien wie Namen böhmischer Dörfer. Im Prinzip steckt hinter allen Mountainbike-Gattungen aber die gleiche Grundidee: Mit einem Mountainbike will man abseits des Straßenverkehrs durch die Natur radeln. Die frische Luft soll einem helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Das Kurbeln hält den eigenen Körper fit. Wer sich der Mischung aus geistiger Ent- und körperlicher Belastung in der Natur hingibt, wird mit Glückshormonen belohnt. Dieses Bedürfnis kann bereits mit Hardtails, der einfachsten und günstigsten Mountainbike-Gattung, befriedigt werden. Die günstigen Einsteiger Hardtails aus unserem Duell auf Seite 50 kosten beide unter 700 Euro. Ab 1600 Euro kann man in dieser Kategorie sogar sehr gute Bikes aus Carbon erwarten.

  Bergauf fordern fehlende Dämpferplattformen und das höhere Gewicht der Einsteiger-Bikes die Oberschenkel. Foto: Robert Niedring
Bergauf fordern fehlende Dämpferplattformen und das höhere Gewicht der Einsteiger-Bikes die Oberschenkel. 

Mit den Kategorien Racefully, Trailbike und Enduro steigt die Anforderung an den Sport und damit auch der Preis. Racefullys sollen neben der oben geschilderten Grundidee mit einem gefedertem Hinterbau vor allem den Komfort auf langen Touren erhöhen. Trailbikes oder All Mountains zähmen mit mehr Federweg an Front und Heck gröbere Trails. Sie sind ideale Partner für Singletrail-lastige Touren oder Alpenüberquerungen.
Enduros sind Downhill-Maschinen. Bergauf treiben einem der üppige Federweg und das hohe Gewicht die Schweißperlen auf die Stirn, bergab lechzen sie dafür nach Geschwindigkeit und schmeißen die körpereigene Adrenalinproduktion an. Je nachdem, was man mit dem Bike machen will, ändert sich auch der Preis für die Einsteiger-Bikes.

Wir haben pro Mountainbike-Kategorie jeweils zwei Vertreter getestet. Um herauszufinden, wie viel Geld man ausgeben muss, um im angepeilten Einsatzbereich Spaß zu haben, tritt immer eines der günstigsten Bikes am Markt gegen eines der nächst höheren Preisklasse an. Die Frage, die über allen Duellen schwebt: Taugt das günstigste Bike auf dem Markt bereits als Zündfunken für ein Feuer der Begeisterung?

  Erst die Abfahrt bringt die wahren Unterschiede bei den Fullys zum Vorschein. Bergauf hat man mit allen Einsteiger-Bikes seine Mühe. Der günstige Preis treibt das Gewicht in die Höhe. Foto: Robert Niedring
Erst die Abfahrt bringt die wahren Unterschiede bei den Fullys zum Vorschein. Bergauf hat man mit allen Einsteiger-Bikes seine Mühe. Der günstige Preis treibt das Gewicht in die Höhe. 

Den gesamten Artikel mit allen Testergebnissen inklusive Punktetabellen, technischen Daten und Noten gibt es als PDF unten im Download-Bereich:

  • Hardtail-Duell: Rockrider ST 540* gegen Specialized Rockhopper Comp*
  • Marathon-Duell: Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race gegen Rocky Mountain Element A50
  • Trailbike-Duell: Marin Hawk Hill1 gegen Giant Trance 3
  • Enduro-Duell: Pulse RS 2 gegen YT Capra 27 AL Base
YT Capra 27 AL Base: Der Hydroforming-Rohrsatz macht die Erscheinung des YT hochwertig.Foto: Robert Niedring
YT Capra 27 AL Base: Der Hydroforming-Rohrsatz macht die Erscheinung des YT hochwertig.
Rockrider ST 540 gegen Specialized Rockhopper Comp (re.)Foto: Robert Niedring
Rockrider ST 540 gegen Specialized Rockhopper Comp (re.)
Rockrider ST 540: Beide Bikes haben günstige 2x9-Schaltungen von Shimano. Das war vor zehn Jahren schon veraltet.Foto: Robert Niedring
Rockrider ST 540: Beide Bikes haben günstige 2x9-Schaltungen von Shimano. Das war vor zehn Jahren schon veraltet.
Rockrider ST 540: Für unter 700 Euro bekommt man nur Gabeln mit Stahlfedern. Eine Anpassung ans Gewicht ist nicht möglich. Foto: Robert Niedring
Rockrider ST 540: Für unter 700 Euro bekommt man nur Gabeln mit Stahlfedern. Eine Anpassung ans Gewicht ist nicht möglich. 
Specialized Rockhopper Comp: Das Vierkant-Tretlager ist veraltet und verschleißt schneller als Tretlager mit außen liegenden Lagerschalen.Foto: Robert Niedring
Specialized Rockhopper Comp: Das Vierkant-Tretlager ist veraltet und verschleißt schneller als Tretlager mit außen liegenden Lagerschalen.
Specialized Rockhopper Comp: Moderne Steckachsen müssen in dieser Preisklasse alten Schnellspannern weichen.Foto: Robert Niedring
Specialized Rockhopper Comp: Moderne Steckachsen müssen in dieser Preisklasse alten Schnellspannern weichen.
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race gegen Rocky Mountain Element A50 (re.)Foto: Robert Niedring
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race gegen Rocky Mountain Element A50 (re.)
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race: Die minimalistische Kettenführung hält den Antriebsstrang vom Carbon-Rahmen fern.Foto: Robert Niedring
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race: Die minimalistische Kettenführung hält den Antriebsstrang vom Carbon-Rahmen fern.
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race: Der Hebel sperrt Gabel und Dämpfer gleichzeitig. Das zähe, effiziente Fahrwerk macht das Blockieren allerdings meist überflüssig. Foto: Robert Niedring
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race: Der Hebel sperrt Gabel und Dämpfer gleichzeitig. Das zähe, effiziente Fahrwerk macht das Blockieren allerdings meist überflüssig. 
Rocky Mountain Element A50: Der Hinterbau bietet neun Einstelloptionen. Wir bevorzugten das flachste Setup, obwohl es den Federweg beschneidet. Foto: Robert Niedring
Rocky Mountain Element A50: Der Hinterbau bietet neun Einstelloptionen. Wir bevorzugten das flachste Setup, obwohl es den Federweg beschneidet. 
Rocky Mountain Element A50: Der Alu-Rahmen ist technisch auf der Höhe der Zeit, hinkt ästhetisch allerdings etwas hinterher.Foto: Robert Niedring
Rocky Mountain Element A50: Der Alu-Rahmen ist technisch auf der Höhe der Zeit, hinkt ästhetisch allerdings etwas hinterher.
Marin Hawk Hill1 gegen Giant Trance 3Foto: Robert Niedring
Marin Hawk Hill1 gegen Giant Trance 3
Marin Hawk Hill 1: Fast etwas kurz: Ein 50er-, statt dem 35er-Stummelvorbau würde die Sitzposition ausgewogener gestalten. Foto: Robert Niedring
Marin Hawk Hill 1: Fast etwas kurz: Ein 50er-, statt dem 35er-Stummelvorbau würde die Sitzposition ausgewogener gestalten. 
Marin Hawk Hill 1: Die günstige Rockshox Recon spricht zäh an und rauscht dann schnell durch den Federweg.Foto: Robert Niedring
Marin Hawk Hill 1: Die günstige Rockshox Recon spricht zäh an und rauscht dann schnell durch den Federweg.
Giant Trance 3: Das Giant kommt ab Werk mit hochwertigen, griffigen Reifen und ist bereits tubeless montiert. Foto: Robert Niedring
Giant Trance 3: Das Giant kommt ab Werk mit hochwertigen, griffigen Reifen und ist bereits tubeless montiert. 
Giant Trance 3:  Potenter und sensibler Hinterbau. Beim Dämpfer hätten wir uns für längere Auffahrten ein Lockout gewünscht. Foto: Robert Niedring
Giant Trance 3:  Potenter und sensibler Hinterbau. Beim Dämpfer hätten wir uns für längere Auffahrten ein Lockout gewünscht. 
Pulse RS 2 gegen YT Capra 27 AL Base (re.)Foto: Robert Niedring
Pulse RS 2 gegen YT Capra 27 AL Base (re.)
Pulse RS 2: Trotz niedrigem Preis verbaut Pulse die hochwertigsten Reifen von Maxxis. Das erhöht den Fahrspaß. Foto: Robert Niedring
Pulse RS 2: Trotz niedrigem Preis verbaut Pulse die hochwertigsten Reifen von Maxxis. Das erhöht den Fahrspaß. 
Pulse RS 2: Die 1x11-Schaltgruppe ist veraltet. Wenn’s steil bergauf geht, fehlt ein leichterer Gang.Foto: Robert Niedring
Pulse RS 2: Die 1x11-Schaltgruppe ist veraltet. Wenn’s steil bergauf geht, fehlt ein leichterer Gang.
YT Capra 27 AL Base: Dem Super-Deluxe-Dämpfer fehlt eine Plattform zum Bergauffahren. Außerdem lässt er keinen Platz für einen Flaschenhalter. Foto: Robert Niedring
YT Capra 27 AL Base: Dem Super-Deluxe-Dämpfer fehlt eine Plattform zum Bergauffahren. Außerdem lässt er keinen Platz für einen Flaschenhalter. 
YT Capra 27 AL Base: Der Hydroforming-Rohrsatz macht die Erscheinung des YT hochwertig.Foto: Robert Niedring
YT Capra 27 AL Base: Der Hydroforming-Rohrsatz macht die Erscheinung des YT hochwertig.
Rockrider ST 540 gegen Specialized Rockhopper Comp (re.)Foto: Robert Niedring
Rockrider ST 540 gegen Specialized Rockhopper Comp (re.)
Rockrider ST 540 gegen Specialized Rockhopper Comp (re.)
Rockrider ST 540: Beide Bikes haben günstige 2x9-Schaltungen von Shimano. Das war vor zehn Jahren schon veraltet.
Rockrider ST 540: Für unter 700 Euro bekommt man nur Gabeln mit Stahlfedern. Eine Anpassung ans Gewicht ist nicht möglich. 
Specialized Rockhopper Comp: Das Vierkant-Tretlager ist veraltet und verschleißt schneller als Tretlager mit außen liegenden Lagerschalen.
Specialized Rockhopper Comp: Moderne Steckachsen müssen in dieser Preisklasse alten Schnellspannern weichen.
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race gegen Rocky Mountain Element A50 (re.)
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race: Die minimalistische Kettenführung hält den Antriebsstrang vom Carbon-Rahmen fern.
Canyon Lux CF SL 6.0 Pro Race: Der Hebel sperrt Gabel und Dämpfer gleichzeitig. Das zähe, effiziente Fahrwerk macht das Blockieren allerdings meist überflüssig. 
Rocky Mountain Element A50: Der Hinterbau bietet neun Einstelloptionen. Wir bevorzugten das flachste Setup, obwohl es den Federweg beschneidet. 
Rocky Mountain Element A50: Der Alu-Rahmen ist technisch auf der Höhe der Zeit, hinkt ästhetisch allerdings etwas hinterher.
Marin Hawk Hill1 gegen Giant Trance 3
Marin Hawk Hill 1: Fast etwas kurz: Ein 50er-, statt dem 35er-Stummelvorbau würde die Sitzposition ausgewogener gestalten. 
Marin Hawk Hill 1: Die günstige Rockshox Recon spricht zäh an und rauscht dann schnell durch den Federweg.
Giant Trance 3: Das Giant kommt ab Werk mit hochwertigen, griffigen Reifen und ist bereits tubeless montiert. 
Giant Trance 3:  Potenter und sensibler Hinterbau. Beim Dämpfer hätten wir uns für längere Auffahrten ein Lockout gewünscht. 
Pulse RS 2 gegen YT Capra 27 AL Base (re.)
Pulse RS 2: Trotz niedrigem Preis verbaut Pulse die hochwertigsten Reifen von Maxxis. Das erhöht den Fahrspaß. 
Pulse RS 2: Die 1x11-Schaltgruppe ist veraltet. Wenn’s steil bergauf geht, fehlt ein leichterer Gang.
YT Capra 27 AL Base: Dem Super-Deluxe-Dämpfer fehlt eine Plattform zum Bergauffahren. Außerdem lässt er keinen Platz für einen Flaschenhalter. 
YT Capra 27 AL Base: Der Hydroforming-Rohrsatz macht die Erscheinung des YT hochwertig.


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