Hardtail

12 E-Hardtails im Labor- und Praxistest

Markus Greber

 · 16.12.2019

12 E-Hardtails im Labor- und PraxistestFoto: Markus Greber
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Für den Forstweg müssen Mountainbikes keine herausragenden Talente besitzen. Aber auch Hardtail-Fahrer wollen mal auf den Waldpfad abbiegen. Welche Modelle schlagen sich dann am besten?

"Wer braucht denn bitte ein Hardtail?" Einigermaßen verdutzt steht Jörn da und streicht sich seinen Bart. Vor ihm die Phalanx von zwölf ungefederten Test-Bikes, hinter ihm die erste Runde auf unserem Testparcours im Münchner Süden. Jörn ist ein Freund aus dem Dunstkreis der EMTB-Redaktion, den wir als Gasttester eingeladen haben. Eine Meinung von der Basis, von der sich verwöhnte Bike-Tester manchmal zu entfernen drohen.

Als Trial- und Enduro-Fahrer liegen ihm vollgefederte Zweiräder naturgemäß näher. Der Sinn eines hinten ungefederten E-Mountainbikes erschließt sich ihm nicht: "Klassische Hardtails sind wenigstens federleicht. Aber das kann man von E-Hardtails ja nicht behaupten." Damit hat Jörn nicht unrecht, zumindest, wenn man ein normales Mountainbike als Messlatte nimmt. Aber im Vergleich zu günstigen E-Fullys, die gerne um die 24 Kilo oder mehr wiegen, liegen die Hardtails in unserem Testfeld deutlich darunter: im Schnitt eineinhalb bis zwei Kilo. Das merkt man freilich nicht nur im Gelände, sondern auch im Alltagsgebrauch, wenn es etwa darum geht, das Bike auf den Fahrradträger, den Montageständer oder die Kellertreppe hochzuhieven.

  Schotterwege und moderate Trails – hier fühlen sich die Hardtails wohl. Wird es zu ruppig, sehnt man sich eine Vollfederung herbei. Foto: Markus Greber
Schotterwege und moderate Trails – hier fühlen sich die Hardtails wohl. Wird es zu ruppig, sehnt man sich eine Vollfederung herbei. 

Richtig aber ist: Beim konventionellen Mountainbike spielt das Gewicht eine entscheidendere Rolle. Mit einem leichten Bio-Hardtail kann man schnell mal einen Haken schlagen oder über einen Ast bunnyhoppen. Das geht mit einem 22-Kilo-Hardtail nur mit Krafteinsatz und ausgefeilter Fahrtechnik. Stattdessen überwiegen im Geländeeinsatz die Nachteile – wenn einem etwa das starre Heck bei Wurzeln ins Kreuz schlägt. Trotzdem gibt es weitere, gute Argumente fürs E-Hardtail: Die Technik ist simpler und damit wartungsfreundlicher, und vor allem sind die Modelle günstiger. Bei vollgefederten E-MTBs fängt der Spaß erst bei rund 3500 Euro an. Nicht jeder Kunde ist bereit, so viel Geld in sein Hobby zu investieren, schon gar nicht, wenn er überwiegend auf moderaten Wegen unterwegs ist. Die zwölf Modelle unseres Testfeldes haben wir in zwei Preisbereiche eingeteilt: Drei Einstiegsmodelle liegen zwischen 2299 und 2400 Euro, die neun Mittelklasse-Hardtails rangieren zwischen 2799 und 3000 Euro. Die spannende Frage war also auch: Wie deutlich unterscheiden sich die beiden Preisbereiche in puncto Ausstattung?

Den gesamten Test mit allen Daten, Punktetabellen und Noten für diese 12 E-Hardtails finden Sie als PDF unten im Download-Bereich:

E-Hartails unter 2400 Euro

  • Giant Fathom E+ 3 Power
  • Radon ZR Team Hybrid Active
  • Univega Summit B 2.0

E-Hardtails bis 3000 Euro

  • Conway eMS PT 729
  • Focus Jarifa2 6.8 Plus
  • Fuji Ambient EVO 1.5
  • KTM Macina Race 294
  • Lapierre Overvolt HT 900 i
  • Mondraker Prime+
  • Raymon eNineray 7.0
  • Scott Aspect eRide 30
  • Stevens E-Cayolle+
Auslaufmodell: Der aufs Unterrohr aufgesetzte Akku am Univega sieht in Zeiten der Integration antiquiert aus. Funktionell bietet diese Bauweise aber nach wie vor nur Vorteile. Das Univega ist das zweitleichteste Bike im Test.Foto: Markus Greber
Auslaufmodell: Der aufs Unterrohr aufgesetzte Akku am Univega sieht in Zeiten der Integration antiquiert aus. Funktionell bietet diese Bauweise aber nach wie vor nur Vorteile. Das Univega ist das zweitleichteste Bike im Test.
Conway eMS PT 729Foto: Markus Greber
Conway eMS PT 729
Focus Jarifa2 6.8 PlusFoto: Markus Greber
Focus Jarifa2 6.8 Plus
Gehört eigentlich an jedes Mountainbike, das ins Gelände ausgeführt wird: eine verstellbare Sattelstütze. Schade, dass sich nur Focus dieses wichtige Teil leistet.Foto: Markus Greber
Gehört eigentlich an jedes Mountainbike, das ins Gelände ausgeführt wird: eine verstellbare Sattelstütze. Schade, dass sich nur Focus dieses wichtige Teil leistet.
Fuji Ambient EVO 1.5Foto: Markus Greber
Fuji Ambient EVO 1.5
Giant Fathom E+ 3 PowerFoto: Markus Greber
Giant Fathom E+ 3 Power
KTM Macina Race 294Foto: Markus Greber
KTM Macina Race 294
Lapierre Overvolt HT 900 iFoto: Markus Greber
Lapierre Overvolt HT 900 i
Bei Lapierre weiß man, wie Integration geht. Der Powertube-Akku sitzt im geschwungenen Unterrohr und trägt kaum auf. Schlüssel vergessen? Kein Problem: Der Akku lässt sich per Knopfdruck entriegeln.Foto: Markus Greber
Bei Lapierre weiß man, wie Integration geht. Der Powertube-Akku sitzt im geschwungenen Unterrohr und trägt kaum auf. Schlüssel vergessen? Kein Problem: Der Akku lässt sich per Knopfdruck entriegeln.
Mondraker Prime+Foto: Markus Greber
Mondraker Prime+
Bei der Ausstattung haben die Hersteller unterschiedliche Prioritäten. Mondraker legt zum Beispiel Wert auf die Laufräder. Hier gibt es hochwertige Systemlaufräder von DT Swiss. Die Hybrid-Modelle sind speziell verstärkt für den harten Einsatz am E-MTB.Foto: Markus Greber
Bei der Ausstattung haben die Hersteller unterschiedliche Prioritäten. Mondraker legt zum Beispiel Wert auf die Laufräder. Hier gibt es hochwertige Systemlaufräder von DT Swiss. Die Hybrid-Modelle sind speziell verstärkt für den harten Einsatz am E-MTB.
Radon ZR Team Hybrid ActiveFoto: Markus Greber
Radon ZR Team Hybrid Active
Ungewöhnlich: Radon verbaut den neuen Bosch Active Plus. Dieser Motor ist eigentlich gar nicht für Mountainbikes gedacht, macht sich im moderaten Einsatz aber gut. Er ist unauffällig, leise und hat kaum Widerstand. Im steilen Gelände fehlt aber die Maximal-Power.Foto: Markus Greber
Ungewöhnlich: Radon verbaut den neuen Bosch Active Plus. Dieser Motor ist eigentlich gar nicht für Mountainbikes gedacht, macht sich im moderaten Einsatz aber gut. Er ist unauffällig, leise und hat kaum Widerstand. Im steilen Gelände fehlt aber die Maximal-Power.
Raymon eNineray 7.0Foto: Markus Greber
Raymon eNineray 7.0
Scott Aspect eRide 30Foto: Markus Greber
Scott Aspect eRide 30
Gabelwahl: Scott (im Foto), Mondraker, Radon und Lapierre setzen auf das günstige, aber bewährte Klassikermodell von Rockshox. Die Judy spricht sensibel an. Wichtig, aber nicht selbstverständlich: Die Zugstufendämpfung ist hier einstellbar.Foto: Markus Greber
Gabelwahl: Scott (im Foto), Mondraker, Radon und Lapierre setzen auf das günstige, aber bewährte Klassikermodell von Rockshox. Die Judy spricht sensibel an. Wichtig, aber nicht selbstverständlich: Die Zugstufendämpfung ist hier einstellbar.
Stevens E-Cayolle+Foto: Markus Greber
Stevens E-Cayolle+
Gib Gummi: Nichts verändert das Fahrverhalten so nachhaltig wie die Reifen. Besonders bei ungefederten Bikes gilt: Viel Volumen und viel Profil machen das Bike komfortabler, sicherer, besser. Die beste Wahl in diesem Testfeld ist der Schwalbe Nobby Nic im 2,8-Zoll-Plus-Format. Hier am Stevens.Foto: Markus Greber
Gib Gummi: Nichts verändert das Fahrverhalten so nachhaltig wie die Reifen. Besonders bei ungefederten Bikes gilt: Viel Volumen und viel Profil machen das Bike komfortabler, sicherer, besser. Die beste Wahl in diesem Testfeld ist der Schwalbe Nobby Nic im 2,8-Zoll-Plus-Format. Hier am Stevens.
Univega Summit B 2.0Foto: Markus Greber
Univega Summit B 2.0
Auslaufmodell: Der aufs Unterrohr aufgesetzte Akku am Univega sieht in Zeiten der Integration antiquiert aus. Funktionell bietet diese Bauweise aber nach wie vor nur Vorteile. Das Univega ist das zweitleichteste Bike im Test.Foto: Markus Greber
Auslaufmodell: Der aufs Unterrohr aufgesetzte Akku am Univega sieht in Zeiten der Integration antiquiert aus. Funktionell bietet diese Bauweise aber nach wie vor nur Vorteile. Das Univega ist das zweitleichteste Bike im Test.
Conway eMS PT 729Foto: Markus Greber
Conway eMS PT 729
Conway eMS PT 729
Focus Jarifa2 6.8 Plus
Gehört eigentlich an jedes Mountainbike, das ins Gelände ausgeführt wird: eine verstellbare Sattelstütze. Schade, dass sich nur Focus dieses wichtige Teil leistet.
Fuji Ambient EVO 1.5
Giant Fathom E+ 3 Power
KTM Macina Race 294
Lapierre Overvolt HT 900 i
Bei Lapierre weiß man, wie Integration geht. Der Powertube-Akku sitzt im geschwungenen Unterrohr und trägt kaum auf. Schlüssel vergessen? Kein Problem: Der Akku lässt sich per Knopfdruck entriegeln.
Mondraker Prime+
Bei der Ausstattung haben die Hersteller unterschiedliche Prioritäten. Mondraker legt zum Beispiel Wert auf die Laufräder. Hier gibt es hochwertige Systemlaufräder von DT Swiss. Die Hybrid-Modelle sind speziell verstärkt für den harten Einsatz am E-MTB.
Radon ZR Team Hybrid Active
Ungewöhnlich: Radon verbaut den neuen Bosch Active Plus. Dieser Motor ist eigentlich gar nicht für Mountainbikes gedacht, macht sich im moderaten Einsatz aber gut. Er ist unauffällig, leise und hat kaum Widerstand. Im steilen Gelände fehlt aber die Maximal-Power.
Raymon eNineray 7.0
Scott Aspect eRide 30
Gabelwahl: Scott (im Foto), Mondraker, Radon und Lapierre setzen auf das günstige, aber bewährte Klassikermodell von Rockshox. Die Judy spricht sensibel an. Wichtig, aber nicht selbstverständlich: Die Zugstufendämpfung ist hier einstellbar.
Stevens E-Cayolle+
Gib Gummi: Nichts verändert das Fahrverhalten so nachhaltig wie die Reifen. Besonders bei ungefederten Bikes gilt: Viel Volumen und viel Profil machen das Bike komfortabler, sicherer, besser. Die beste Wahl in diesem Testfeld ist der Schwalbe Nobby Nic im 2,8-Zoll-Plus-Format. Hier am Stevens.
Univega Summit B 2.0
Auslaufmodell: Der aufs Unterrohr aufgesetzte Akku am Univega sieht in Zeiten der Integration antiquiert aus. Funktionell bietet diese Bauweise aber nach wie vor nur Vorteile. Das Univega ist das zweitleichteste Bike im Test.
  Testparcours mit Meerblick? Nicht ganz. Finale Ligure diente uns in erster Linie als Foto-Location. Getestet haben wir die Bikes in heimischen Gefilden südlich von München.Foto: Markus Greber
Testparcours mit Meerblick? Nicht ganz. Finale Ligure diente uns in erster Linie als Foto-Location. Getestet haben wir die Bikes in heimischen Gefilden südlich von München.
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