Simplon Kuro 275 Alu im Test

Dimitri Lehner

 · 09.11.2016

Simplon Kuro 275 Alu im TestFoto: Wolfgang Watzke
Simplon Kuro 275 Alu im Test
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Premiere – bisher hatten wir noch keine Bikes vom österreichischen Label Simplon im Test – der Enduro-Hype macht’s möglich.

  Simplon Kuro 275 Alu: 2016 spendierte Simplon seinem Carbon-Kuro einen Kollegen aus Alu, allerdings mit einer veränderten Geometrie.    Foto: Wolfgang Watzke
Simplon Kuro 275 Alu: 2016 spendierte Simplon seinem Carbon-Kuro einen Kollegen aus Alu, allerdings mit einer veränderten Geometrie.   

Das neu entwickelte Kuro soll laut Hersteller die richtige Wahl für Enduro-Abenteuer sein. Uns gefiel der robuste Alurahmen mit seinen markant hydroformierten Rohren und dem tief gezogenen Oberrohr für viel Beinfreiheit. Auffällig: die wuchtigen Lager in der Carbon-Schwinge und die schick innenverlegten Züge. Die Geometrie-Daten des Medium-Bikes überraschten uns allerdings. Das Kuro fällt klein aus: kleinster Reachwert, kürzestes Oberrohr, knapper Radstand. Da ändert selbst der lange 60er-Vorbau nichts, die Fahrposition auf dem Simplon ist eher gedrängt. Steilerer Lenkwinkel, eher straffes Fahrwerk, höheres Tretlager – das führt dazu, dass sich das wendige Simplon eher in langsamen, technischen Passagen wohlfühlt. Die Highspeed-Bolzerei unserer Teststrecke über fiese Felsplatten und -brocken trieben dem Österreicher die Schweißperlen auf die Stirn. Es stieß bei diesem Rodeo-Ritt früh an Grenzen und musste die gesamte Konkurrenz des Testfeldes ziehen lassen. Dabei hatten wir für mehr Kontrolle den schma­len 740er-Lenker schon ausgetauscht. Steigt man vom Simplon direkt auf’s Radon, werden die Extreme deutlich: voll auf Race, langer Hauptrahmen, kurzes Heck auf der einen Seite (Radon), kurz, hoch, eher etwas oldschoolig auf der anderen (Simplon). Dennoch liefert das Simplon eine solide Leistung ab und erfreut durch ein agiles, direktes Handling. Mit 13,8 Kilo ist es zwar das schwerste Bike im Test, klettert aber sehr gut und entwickelt viel Vortrieb, unterstützt von RockShoxs Absenk-Pike. Tipp: Der klassische Medium-Fahrer sollte beim Kuro eher zum Large greifen; das Bike fällt klein aus.

Verlagssonderveröffentlichung


Fazit: Das Simplon wird bei Highspeed früher nervös. Der Einsatzbereich des wendigen Österreichers dehnt sich daher eher Richtung Allmountain aus. Fürs Grobe gibt es deutlich potentere Bikes.


STÄRKEN direkt, wendig, Allround-Einsatz
SCHWÄCHEN schnell nervös, schmaler Lenker, Geometrie


Herstellerangaben
Vertrieb Simplon Bikes, www.simplon.com
Material/Größen Alu/S, M, L, XL
Preis/Gewicht ohne Pedale 5124 €/13,8 kg


Messdaten
Federweg vorne/hinten 160 mm/160 mm
Hinterbausystem Viergelenker


Ausstattung
Gabel/Dämpfer RockShox Pike RC/RockShox Monarch Plus RC3
Kurbeln/Schaltung SRAM XO/SRAM XO1
Bremsanlage Shimano XT
Laufräder DT Swiss XM 1501 Spline-Systemlaufradsatz,
Reifen Schwalbe Hans Dampf Evo Trailstar 2,35


Performance
Uphill 4 von 6 Punkten
Downhill 3 von 6 Punkten


FREERIDE-Urteil 8 von 10 Punkten

  Kein Gerödel: Beim Simplon Kuro sind die Kabel schick innen verlegt und tauchen nur kurz aus der  Kabelbox auf, um gleich wieder in der Kettenstrebe zu verschwinden.Foto: Wolfgang Watzke
Kein Gerödel: Beim Simplon Kuro sind die Kabel schick innen verlegt und tauchen nur kurz aus der Kabelbox auf, um gleich wieder in der Kettenstrebe zu verschwinden.
  Launische Bremse: Auch Simplon verbaute Shimanos XT und bestückte sie mit großen Scheiben. Im Gegensatz zu anderen Testbremsen funktionierte die XT hier einwandfrei.Foto: Wolfgang Watzke
Launische Bremse: Auch Simplon verbaute Shimanos XT und bestückte sie mit großen Scheiben. Im Gegensatz zu anderen Testbremsen funktionierte die XT hier einwandfrei.
  Simplon Kuro 275 AluFoto: FREERIDE Magazin
Simplon Kuro 275 Alu


FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck der Tester wieder und ist keine Addition von Downhill- und Uphill-Punkten. 10 = Testsieger, besser geht nicht. 9 = Sehr gut. Kaufempfehlung. 8 = Solide Leistung. 7 = Unter Durchschnitt. Das Produkt hat Schwächen. 1 bis 6 = Davor können wir nur warnen!

  Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 1/2016 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App Foto: Stéphane Candé
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