Freeride

Hüpfburg: Test NS Soda Evo Air

Christian Schleker

 · 23.08.2015

Hüpfburg: Test NS Soda Evo AirFoto: Daniel Simon
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Hört man NS Bikes, denkt man an Sam Pilgrim, Zahnlücken und heftige Slopestyle-Tricks. An Freerider dachten wir bisher nicht. Dabei gibt es das "Soda" schon länger.

  Parkbike: Beim NS "Soda" fährt immer ein bisschen Sam Pilgrim mit. Der hohe Lenker, das quirlige Fahrverhalten – alles an ihm schreit nach Jumps und Stunts.Foto: Daniel Simon
Parkbike: Beim NS "Soda" fährt immer ein bisschen Sam Pilgrim mit. Der hohe Lenker, das quirlige Fahrverhalten – alles an ihm schreit nach Jumps und Stunts.

Für 2015 wurde die Geometrie auf 27,5er-Laufräder angepasst und im Reach länger. Die Ausstattung ist leider nicht tourentauglich. Mit Zehnfach-Schaltung (11-36er-Ritzelpaket) und 34 Blatt vorne werden schon mäßige Anstiege zur Qual. Schade, denn die Sitzposition ist gut und der Hinterbau bleibt mit aktivierter Plattform beim Pedalieren ruhig. Wiegetritt empfiehlt sich nicht, weil die X-Fusion "Metric" dann stark pumpt. Ohne Teleskopstütze, dafür mit dünnwandigen Tourenreifen hinterlässt das Gesamtpaket einen unstimmigen Eindruck.

Auf Abfahrten ist schnell klar, welches Terrain das "Soda" bevorzugt: Schnelle, verwinkelte Strecken mit vielen Sprüngen sind sein Revier – Strecken, wie man sie vornehmlich in Bikeparks findet. Bei schnellen Richtungswechseln lässt sich das Bike spielerisch von links nach rechts in Anlieger werfen. Die hohe Front mit dem stark gekröpften Lenker und der enorme Popp des Bikes machen außerdem jede Wurzel zur Abschussrampe. Das Bike fühlt sich aber nicht nach 180 Millimeter an, eher nach straffen 160.

  Stempelkissen: Die "Metric" war ein schwieriges Teil. Es fehlt ihr massiv an Druckstufendämpfung. Sie federt undefiniert, gibt schon früh zuviel Hub frei und liefert wenig Bodenhaftung.Foto: Daniel Simon
Stempelkissen: Die "Metric" war ein schwieriges Teil. Es fehlt ihr massiv an Druckstufendämpfung. Sie federt undefiniert, gibt schon früh zuviel Hub frei und liefert wenig Bodenhaftung.

Die Gabel liefert ein schwaches Bild: Ihr fehlt es spürbar an Druckstufendämpfung. Bei mäßigem Tempo noch o.k. und komfortabel, verliert sie auf rauhem Untergrund den Kontakt zum Boden und sackt zusätzlich beim Anbremsen tief in den Hub. Das verstärkt das unsichere Fahrgefühl in steilem Terrain. Mit wenig Sag fährt sie sich zwar unsensibel, passt dann aber immerhin etwas besser zum progressiven Hinterbau.

Fazit: So ganz ist uns nicht klar, warum NS Bikes das "Soda Evo Air" auf 650B hochgepumpt hat. Als 26-Zöller wäre es in unseren Augen stimmiger als Parkbike mit klarer Ausrichtung auf sprunglastige Strecken und Tricks. Für Touren aufgrund der Ausstattung kaum geeignet. Die Gabel ist in der Druckstufe unterdämpft. AM-Bereifung!


PLUS • Park-Handling
MINUS • Gabel • Übersetzung


Herstellerangaben


Vertrieb Trail Toys www.trailtoys.de
Material / Größen Alu / M, L
Preis/Gewicht ohne Pedale 2699 Euro / 15,2 kg


Messdaten


Federweg vorn / hinten 180 mm / 160-180 mm
Hinterbausystem Mehrgelenker


Ausstattung


Gabel / Dämpfer X-Fusion Metric Air HLR 180 / RockShox Monarch Plus R
Kurbeln / Schaltung Truvativ Ruktion / SRAM X7
Bremsanlage SRAM DB 5
Laufräder NS Rotary Naben, Fundamental Felgen, Maxxis Ardent 2.4 Reifen

  Keine Teleskopstütze – sowas hat heute schon fast Seltenheitswert. Für längere Touren ist das grundsätzlich aber kein Problem, denn beim NS lässt sich die Stütze weit rausziehen und versenken. Foto: Daniel Simon
Keine Teleskopstütze – sowas hat heute schon fast Seltenheitswert. Für längere Touren ist das grundsätzlich aber kein Problem, denn beim NS lässt sich die Stütze weit rausziehen und versenken. 
Foto: FREERIDE Magazin
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  Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 1/2015 - das Heft können Sie hier bestellen...Foto: Sven Martin
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