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Conway WME 1027 im Test

Dimitri Lehner

 · 29.04.2016

Conway WME 1027 im TestFoto: Wolfgang Watzke
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Mit großem Marketing-Tam-Tam kündigte Conway letztes Jahr sein Enduro-Projekt an. Der Slogan: We make Enduro. Was klang wie eine Wahlkampf-Parole, funktionierte aber tatsächlich.

  On the Dark Side! Conway trimmte seinen Kohlenfaser-Flitzer ganz auf Understatement. Sogar die Firmen-Logos sind abgedimmt.Foto: Wolfgang Watzke
On the Dark Side! Conway trimmte seinen Kohlenfaser-Flitzer ganz auf Understatement. Sogar die Firmen-Logos sind abgedimmt.

Fünf Enduro-Modelle schob das Bike-Label der deutschen Firma Hartje dieses Jahr an den Start. Aus Alu und Carbon. Dem elegant geschwungenen Rahmen mit schwimmend gelagertem Dämpfer wurde eine moderne Geometrie verpasst: flacher Lenkwinkel (65,5 Grad), langer Reach, knappe Kettenstreben. Der Sitzwinkel fiel mit 76,7 Grad allerdings sehr steil aus. In Kombination mit dem 584er-Oberrohr und 40er-Vorbau wird die Sitzposition bei ausgefahrener Sattelstütze sehr kompakt, ja fast gedrängt. Der Hinterbau mit dem dicken Vivid-Dämpfer ist nicht ganz so wippresistent wie die Konkurrenz, doch mit zugedrehter Druckstufe geht’s ohne Schaukeln bergauf. Von der Downhill-Performance waren wir erst enttäuscht. Das Bike wirkte trotz sattem Fahrwerk nervös. Erst als wir den 75er-Lenker mit seinen dicken Griffrollen gegen einen 80er mit straffen Gummis tauschten, erlebte das Bike eine Wandlung und wir staunten über den krassen Effekt der Tuning-Maßnahme – kleines Detail, große Wirkung! Plötzlich machte das Conway richtig Spaß und lieferte dank langem Radstand und potentem Heck sogar im felsigen Gehacke des oberen Tschilli-Trails die gewünschte Kontrolle. Per Flip-Chip lässt sich der Hinterbau von 160 auf 170 Millimeter pimpen. Uns gefiel die lange Hub-Einstellung besser, denn dann entwickelt das Bike bei Speed noch mehr Komfort. Mit den Vollgas-Experten YT und Santa konnte das handliche Nordlicht aber nicht mithalten. –.


Fazit: Conway ist auf Anhieb ein tolles Enduro gelungen. Es ist wendig, verspielt und glänzt mit einem potenten Hinterbau. Uns hat der Flitzer viel Spaß gemacht. Die Optik – sexy!


Stärken Handling, Stealth-Optik, satter Hinterbau
Schwächen Cockpit, etwas beengt

  Detailverliebt: Die innenverlegten Züge verschwinden beim Conway in einem ins Carbon-Chassis ver­backenen Kabel-Port. Daneben: die unmissverständliche Botschaft des Herstellers.Foto: Wolfgang Watzke
Detailverliebt: Die innenverlegten Züge verschwinden beim Conway in einem ins Carbon-Chassis ver­backenen Kabel-Port. Daneben: die unmissverständliche Botschaft des Herstellers.
  Dickes Ding: Der voluminöse Vivid-Dämpfer verleiht dem Conway ein sattes Heck mit bis zu 170 Millimetern Federweg. Ein Mini-Carbonblech reduziert den Dreckbeschuss vom Hinterrad.  Foto: Wolfgang Watzke
Dickes Ding: Der voluminöse Vivid-Dämpfer verleiht dem Conway ein sattes Heck mit bis zu 170 Millimetern Federweg. Ein Mini-Carbonblech reduziert den Dreckbeschuss vom Hinterrad.  


HERSTELLERANGABEN


Vertrieb Hermann Hartje, www.conway-bikes.de
Material/Größen Carbon/S, M, L
Preis/Gewicht ohne Pedale 4899 Euro/12,8 kg


MESSDATEN


Federweg vorne/hinten 160 mm/160-170 mm
Hinterbausystem Viergelenker


AUSSTATTUNG


Gabel/Dämpfer RockShox Pike RTC3 Solo Air/RockShox Vivid Air R2C
Kurbeln/Schaltung SRAM XO1/SRAM XO1
Bremsanlage SRAM Guide RS
Laufräder DT-Swiss E 1700 Spline 2 Systemlaufradsatz,
Reifen Schwalbe Hans Dampf Evo Trail Star 2,35

  Test Carbon-Enduros 2015: Conway WME 1027Foto: FREERIDE Magazin
Test Carbon-Enduros 2015: Conway WME 1027
  Test Carbon-Enduros 2015: Conway WME 1027 (FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck wieder und ist keine Addition von Downhill- und Bikepark-Punkten.)Foto: FREERIDE Magazin
Test Carbon-Enduros 2015: Conway WME 1027 (FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck wieder und ist keine Addition von Downhill- und Bikepark-Punkten.)
  Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 3/2015 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App Foto: Sven Martin
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