Peter Nilges
· 09.06.2014
Die Knaller-Bikes aller Preisklassen – von 1000 bis über 3000 Euro – speziell für die Mountainbike-Ladies ausgesucht.
Es muss nicht immer das alte Bike vom Freund sein. Wir zeigen die spannendsten Modelle zwischen 1000 und 3000 Euro, die Frauen glücklich machen. Damit gelingt der Start in die neue Saison garantiert.
Die 1000-Euro-Klasse bedeutet automatisch Hardtail. Ein Fully macht bei diesem Budget weder für Frauen noch für Männer Sinn. Um eine sportliche Sitzposition zu erreichen, das Handling zu verbessern und das Gewicht niedrig zu halten, sollten kleine Fahrerinnen eher zu 26-Zöllern greifen.
Conway MQ 727 27,5": Mit stark abfallendem Oberrohr und einer etwas kürzeren Sitzposition bietet das Conway MQ 727 auch auf längeren Auffahrten viel Komfort. Die Ausstattung mit 3x10-Shimano-XT-Schaltung und Rock-Shox-XC-30-Gabel ist langlebig und funktionell. Nur zwei Rahmenhöhen schränken die Auswahl etwas ein.
Poison Zyankali 650B Team 27,5": Das Zyankali von Versender Poison kann mit einer überdurchschnittlich guten Ausstattung punkten, was das Gesamtgewicht mit 27,5-Zoll-Laufrädern niedrig hält. Die kleinste der vier Rahmenhöhen beginnt bei diesem Modell mit 15 Zoll, was auch kleine Fahrerinnen anspricht.
Steppenwolf 26/60 Tayma 26": Für 949 Euro spricht das Steppenwolf mit seinen 26-Zoll-Laufrädern auch kleinere Fahrerinnen an. Die drei erhältlichen Rahmengrößen gehen runter bis 36 Zentimeter. Die Shimano-XT-Schaltung mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis rundet das Paket ab.
Fullys dieser Preisklasse verfügen bereits über wertige Fahrwerke und Komponenten. Bei fünf von sechs vorgestellten Bikes liegen zudem die Gewichte unter 13 Kilo. Das liegt auch an der Laufradgröße von 26 und 27,5 Zoll. 29er drücken in diesem Preisbereich stärker auf die Waage.
Cube Sting WLS 120 SL 27,5"/29": Eine polarisierende Farbe und mit der Rahmengröße wachsende Laufräder kennzeichnen das speziell für Frauen optimierte Sting WLS. Während der 43er-Rahmen für kleinere Fahrerinnen mit 27,5-Zoll-Laufrädern bestückt ist, rollen die drei größeren auf 29 Zoll.
Canyon Nerve AL 9.0 W 27,5": Versender Canyon bietet beim Nerve AL mit 27,5-Zoll-Laufrädern vier Rahmengrößen und startet bei 36 Zentimetern. Die komplette XT-Ausstattung und das Fox-Fahrwerk mit 120 Millimetern Federweg sorgen für perfekte und lang anhaltende Funktion. Das Gewicht fällt sehr niedrig aus.
Ghost Miss AMR 7500 26": Ebenfalls mit einer kompletten Shimano-XT-Gruppe bestückt und mit 120-Millimeter-Fox-Fahrwerk richtet sich das Miss AMR an die Touren-Fahrerin. Ghost vertraut bei seinem Lady-Fully nach wie vor auf 26-Zoll-Laufräder.
Radon Slide 130 WL 29": Mit 130 Millimetern Federweg bietet das 29er-Slide viel Komfort und fühlt sich auch auf anspruchsvollen Trails wohl. Versender Radon stattet das Bike zudem mit hochwertigen Komponenten inklusive Teleskop-Stütze aus. Aufgrund von 29 Zoll eher was für größere Mädels.
Scott Contessa Spark 700 27,5": Durch den Twinloc-Hebel am Lenker lässt sich am Contessa Spark das Fahrwerk in Sekundenschnelle straffen. Ideal für sportliche Fahrerinnen, die nicht nur mit Touren, sondern auch dem ein oder anderen Marathoneinsatz liebäugeln. Der leichte Rahmen besitzt eine auf Frauen angepasste Geometrie.
Stevens Riva ES 27,5": Nur 12,2 Kilo bei 120 Millimetern Federweg: Das kann sich sehen lassen. Das hochwertig ausgestattete Stevens Riva kommt mit kompletter Shimano-XT-Ausstattung und bietet viel fürs Geld. Perfekt für Marathon- bis zum Touren-Einsatz.
Hochpreisige Damenmodelle mit exklusiver Ausstattung und schlankem Gewicht sind nach wie vor rar. Wir haben dennoch vier attraktive Modelle für den Touren-Einsatz aufgespürt. Das Juliana von Santa Cruz mit leichtem Carbon-Rahmen und edler Ausstattung setzt ein Ausrufezeichen.
Giant Intrigue 1 27,5": Das Intrigue 1 basiert auf der Trance-Plattform und bietet vorne wie hinten satte 140 Millimeter Federweg. Dadurch fühlt sich das Bike mit hauseigener Teleskop-Stütze und Fox-Fahrwerk auch im anspruchsvollen Gelände wohl.
Juliana Furtado Primeiro 27,5": Juliana ist die exklusive Frauen-Marke von Santa Cruz und verwöhnt die bikenden Ladys mit feinstem Carbon und hochwertiger Ausstattung. Das Primeiro glänzt als leichter Allrounder mit frauenspezifischer Geometrie.
Specialized Rumor Expert 29": Das Rumor ist Specializeds erstes 29er-Fully ausschließlich für Frauen. Neben der angepassten Geometrie bietet das Rumor 110 Millimeter Federweg, eine Zweifach-Kurbel und leichte Laufräder. Die Größen beginnen bei 38,7 Zentimeter.
Trek Lush SL 29": Trotz 29-Zoll-Laufrädern beginnt die kleinste Rahmengröße beim Trek Lush SL bereits bei 35,5 Zentimetern. Durch den speziellen DRCV-Dämpfer nutzen auch leichte Fahrerinnen perfekt den Federweg aus. Eine Teleskop-Stütze ist bereits vorhanden.
Machen spezielle Frauen-Bikes überhaupt Sinn?
Klares Jein. Es ist nicht so, dass alle Frauen längere Beine und einen kürzeren Rumpf haben und deshalb spezielle Bikes brauchen. In der Regel sind aber die Arme etwas kürzer, und Frauen besitzen weniger Stützkraft. Viele kommen mit Unisex-Bikes ganz gut klar.
Was zeichnet ein gutes Frauen-Bike aus?
Man kann ein Frauen-Bike konzeptionell in drei Stufen unterteilen. Stufe 1 ist ein Unisex-Bike mit speziellem Frauensattel. Bei Stufe 2 wurde die Vorbaulänge und eventuell noch die Übersetzung angepasst. In Kombination mit großen Laufrädern ist in den meisten Fällen eine Dreifach-Kurbel ratsam. Die dritte Stufe umfasst Bikes, die auch von der Geometrie her mit einem etwas kürzeren Rahmen auf Frauen abgestimmt wurden. Firmen wie zum Beispiel Scott oder Specialized holen sich viel Feedback von Bikerinnen, um die Geometrien auf die Bedürfnisse abzustimmen.
Werden kleine Fahrerinnen auch mit kleineren Laufradgrößen glücklicher?
Mit 1,70 Meter ist die Durschnittsfrau etwa zehn Zentimeter kleiner als ein Mann. Alleine dadurch ist die Auswahl an Bikes bereits eingeschränkt. Um eine sportliche Sitzposition zu erreichen, macht eine kleine Radgröße absolut Sinn. Bei 29ern wird die Front aufgrund der langen Gabel sonst recht hoch. Manche Hersteller ziehen die Grenze zu 29ern bei 1,75 Meter.
Was hältst Du von Konzepten, die die Laufradgröße auf die Fahrergröße ausrichten, Beispiel Liteville?
Es ist gut, dass dort selbst Fahrerinnen unter 1,60 Meter ein proportional passendes Bike finden, was sich positiv aufs Handling auswirkt. Neben der geometrischen Optimierung spielt jedoch die Schulung der Fahrtechnik eine zentrale Rolle.