Das Niner ROS 9 Plus im Einzeltest

Christian Artmann

 · 16.05.2015

Das Niner ROS 9 Plus im EinzeltestFoto: Robert Niedring
Das Niner ROS 9 Plus im Einzeltest

Big is beautiful – für Liebhaber von Übergrößen dürfte das neue Niner ROS 9 Plus das perfekte Schönheitsideal verkörpern. Wir haben das Stahl-Starr-Bike im Format 29+ exklusiv getestet.

"Ride Over Sh*t" – diesem Motto hat Niner seine ROS-Serie gewidmet. Neuester Zuwachs im Familienverbund ist das Stahl-Starr-Bike im Format 29+. Ursprünglich war das ROS 9 Plus zwar auch mit Federgabel geplant, aber weil die neu entwickelten Forken noch nicht verfügbar sind, kommt das mattgrüne Riesenrad erst mal mit einer passenden Stahlstarrgabel. Um die Drei-Zoll-Reifen auf extrabreiten 29er-Felgen sinnvoll unterzubringen, musste man bei der Rahmenkonstruktion alle Register ziehen. Nur mit Kniffen wie dem asymmetrischen Kettenstrebenjoch, dem stark geknickten Sitzrohr und der Einschränkung auf Einfach-Schaltungen konnte Niner den kompakten Hinterbau realisieren. Trotzdem bleiben im kleinsten Gang nur wenige Millimeter zwischen Kette und Reifen. Wegen der gängigen Nabenstandards – vorne 15-mm-Steckachse und hinten 142 x 12 – lässt sich das 29+ auch jederzeit mit normalen 29er-Laufrädern ausstatten. Das Exzenter-Tretlager hilft beim Geometrie-Feintuning und sorgt für Singlespeed-Tauglichkeit. Der Praxiseindruck zeigt: Das 29+Format ist eine Mischung aus Fatbike und 29er. Das fehlerverzeihende Fahrverhalten und die hohe Laufruhe sind systembedingt. Trotzdem gelingt den Big-Wheel-Experten der Spagat, das Bike recht verspielt und auch bei langsamer Fahrt keineswegs träge wirken zu lassen. Über Holperpisten generiert das ROS 9 Plus einen tollen Komfort und in technischen Wurzel-Trails ein selbstvertrauenförderndes Handling, wie man es bei Starr-Bikes nur selten erlebt. Schon wegen des hohe Gesamtgewichts empfiehlt sich das ROS 9 Plus nicht als Performance-Bike, vielmehr als spaßiges Charakter-Bike für Individualisten.

Verlagssonderveröffentlichung
  Im Fahrtest zeigt sich das Niner ROS 9 Plus fehlerverzeiend: Es fährt sich wie eine Mischung aus Fatbike und 29er-Hardtail.Foto: Georg Grieshaber
Im Fahrtest zeigt sich das Niner ROS 9 Plus fehlerverzeiend: Es fährt sich wie eine Mischung aus Fatbike und 29er-Hardtail.

Fazit zum Niner ROS 9 Plus

Der Trail wird zum Spielplatz, Performance steht hinten an – das ROS 9 Plus ist ein Statement gegen Konventionen. Trotzdem eher individuelles Zweit-Bike als universelle Allzweckwaffe.

  Viel los im Tret­lagerbereich: aufwändiges Kettenstrebenjoch, Auslass der internen Teleskop-Stützenleitung und ein EBB-Tretlager.Foto: Georg Grieshaber
Viel los im Tret­lagerbereich: aufwändiges Kettenstrebenjoch, Auslass der internen Teleskop-Stützenleitung und ein EBB-Tretlager.

Stärken und Schwächen des Niner ROS 9 Plus


PLUS Ausgezeichnetes Handling und Geometrie sorgen gleichzeitig für eine hohe subjektive Sicherheit und viel Fahrspaß auf dem Trail
MINUS Für ein Stahl-Starr-Bike teuer und schwer

  Die trotz 50 mm Breite nur 620 Gramm schweren Notubes-Hugo-Felgen sind bereits tubeless-ready. Ein klares Plus beim Niner ROS 9 in Sachen Fahrdynamik.Foto: Georg Grieshaber
Die trotz 50 mm Breite nur 620 Gramm schweren Notubes-Hugo-Felgen sind bereits tubeless-ready. Ein klares Plus beim Niner ROS 9 in Sachen Fahrdynamik.
  Auswirkung des für ein 29er sehr kompakten Hinterbaus: Im kleinsten Ritzel der Elffach-Kassette passiert die Kette am Niner ROS 9 Plus gerade so den Reifen.Foto: Georg Grieshaber
Auswirkung des für ein 29er sehr kompakten Hinterbaus: Im kleinsten Ritzel der Elffach-Kassette passiert die Kette am Niner ROS 9 Plus gerade so den Reifen.

*Das Niner ROS 9 Plus passt nicht ins Punktesystem, wird daher nicht nach üblichem
BIKE-Standard bewertet. Deshalb gibt es am Ende keine Punktewertung im Testbrief.

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