Test 170-Millimeter-Bikes 20233 spannende Enduros im Schlagabtausch

Laurin Lehner

 · 26.11.2022

Angemessenes Testterrain: Wir haben die drei Test-Bikes über die EWS-Rennstrecke Tutti-Frutti in Canazei gescheucht.
Foto: Ale di Lullo
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2023er-Neuentwicklungen sind rar – wir haben dennoch drei spannende 170-Millimeter-Räder auftreiben können und waren überrascht: Selten waren Bikes einer Federwegsklasse so verschieden: zwischen Trail Bike und Enduro Racer.

Diese drei Enduros haben wir getestet:

(Per Klick geht’s zur Einzelbewertung)

Die Inhalte im Test der 170-Millimeter-Bikes


Der Testbericht

Bikes werden für Euch da draußen konzipiert. Denkste! So ist es nicht! Bikes werden in den meisten Fällen für Racer gebaut. So zum Beispiel die Abfahrtswaffe Intense Tracer. Die Ingenieure tüftelten lange, um ein Enduro Bike zu bauen, das auf den zornigen Strecken der Enduro World Series (EWS) bestehen kann. Die Touren-Tauglichkeit ließen die Intense-Mannen da natürlich außen vor. Verständlich. Raus kam eine Abfahrtsmaschine, die für die schnelle Straightline gebaut wurde. Das ist gut, denn immerhin fast 50 Prozent legen beim Kauf des Enduros laut unserer Leserumfrage Wert auf die Abfahrts-Performance – der Uphill ist in ihren Augen nur Mittel zum Zweck. Wer das so sieht, der ist mit so einem 170-Millimeter-Boliden bestens beraten. Santa Cruz schmeißt sein brandneues Nomad in den Ring. Das ist im Portfolio der Kalifornier eher der Freerider als das Race-Enduro. Und ja, das spürt man dem Bike an. Denn es ist von der Ausrichtung gemäßigter – rollt aber in der gleichen Federwegsklasse wie die Testkonkurrenten.

Neu im Geschäft: Die junge Hamburger Bike-Firma Sciu. Firmengründer Gjovalin Pepaj hat viele Jahre für Santa Cruz gearbeitet. Nun macht er sein eigenes Ding und wollte mit seinem Sciu Aspen ein Race-Enduro konstruieren, das so viel Vortrieb erzeugt wie ein Trailbike. Nächstes Jahr soll sich das Bike bei der Enduro World Series beweisen. Auch dieses Mountainbike rangiert in der 170-Millimeter-Klasse. Wir empfanden das Sciu Aspen jedoch eher als klassisches Enduro mit einem breiten Einsatzbereich. Es deckt die Ansprüche der Hobby-Enduristen vielleicht am besten ab. Kurzum: Zwar liegen die Testnoten aller Bikes nah beisammen, der Einsatzzweck könnte aber kaum unterschiedlicher sein.

Fazit zum Test der 170-Millimeter-Bikes:

Racer und Shuttle-Fans werden das Intense Tracer lieben. Wer ein Bike mit breitem Einsatzbereich will, greift zum Sciu Aspen. Das Santa Cruz Nomad kann beides sehr gut, ist dafür aber sündhaft teuer.

Unter Strom? Pro & Contra

Elektro-Komponenten, wie Schaltung oder Teleskopstützen, werden immer beliebter*. Zu Recht? Zwei Meinungen.

PRO: Stefan Frey, BIKE-Tester

„E-Teile am Bike? Ich find’s super. Die Montage ist kinderleicht und in fünf Minuten erledigt. Das ist nicht die Regel. Wer von Euch schon mal Züge durch den Rahmen gefriemelt hat, weiß, wovon ich spreche. Die Bedienung gelingt sehr intuitiv – verschalten ist unmöglich, und die Akkus halten lange. Nachteil: der Preis.“
Stefan Frey, BIKE-TesterFoto: Stephan Frey
Stefan Frey, BIKE-Tester

CONTRA: Dimitri Lehner, FREERIDE-Tester

„Oh, bitte nicht noch ein Akku, den ich laden muss. Es sind schon zu viele. Auf einem Trailride hatte ich nicht dran gedacht, und plötzlich war’s vorbei mit Schalten. So ein Quatsch. Ich brauche auch kein elektronisches Fahrwerk. Biken heißt für mich Freiheit, Digital-Detox, E-Detox, Körpererleben, Durchatmen, Ich-sein.“
Dimitri Lehner, FREERIDE-TesterFoto: Andreas Vigl
Dimitri Lehner, FREERIDE-Tester

>> Die Einzeltests und Resultate der drei Enduro-Bikes finden Sie unter den nachfolgenden Links hier:


Einsatzbereich der 170-Millimeter-Bikes

EinsatzbereichFoto: FREERIDE-Testabteilung
Einsatzbereich

Gewichte im Vergleich

Gewichtsvergleich der drei EndurosFoto: FREERIDE-Testabteilung
Gewichtsvergleich der drei Enduros

Park-Ranking der 3 Enduros

  1. Santa Cruz
  2. Intense
  3. Sciu

Race-Ranking

  1. Intense
  2. Santa Cruz
  3. Sciu

Erklärung zum FREERIDE-Ranking

Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck der Tester wieder und ist keine
Addition der Performance-Punkte.

  • 10: Testsieger, besser geht nicht
  • 9: Sehr gut. Kaufempfehlung
  • 8: Gut. Solide Leistung
  • 7: Unter Durchschnitt. Das Produkt hat Schwächen.
  • 6 und weniger: Davor können wir nur warnen!
EWS-Rennstrecke in Canazei: Im Hintergrund sehen Sie die Sella-Türme.Foto: Ale Di Lullo
EWS-Rennstrecke in Canazei: Im Hintergrund sehen Sie die Sella-Türme.

So testen wir:

Drei Tester fuhren die Räder zwei Tage auf der EWS-Rennstrecke in Canazei in den Dolomiten. Der Tutti-Frutti besitzt alles, um die Fähigkeiten eines Enduros zu testen. Die Strecke ist schnell, steil, technisch, grob, kurvig und verwinkelt. Hier konnten wir die Abfahrts-Skills wie auch Spieltrieb der drei Test-Enduros ideal vergleichen. Kurze Uphills auf unserem Testkurs gaben Aufschluss, wie gut sich die drei Konkurrenten hochtreten lassen.

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