Stevens Ridge

Peter Nilges

 · 14.06.2011

Stevens RidgeFoto: Markus Greber

Bis auf kleinere Patzer präsentiert sich das Ridge aus dem Hause Stevens als vollwertiges Enduro.

Hört man den Namen Stevens, denkt man nicht gleich an Enduros. Vielmehr steht die Hamburger Bike-Schmiede für ihr Engagement im Rennsport auf der Straße bis hin zu Cross Country. Aber langhubige Bikes und dann noch aus Hamburg? Der Schein trügt. Mit dem Ridge für überaus faire 2799 Euro rollt Stevens ein ausgewogenes Enduro mit überzeugenden Fahreigenschaften an den Start, das Getreu der Firmentradition auch im Touren-Einsatz brilliert. Mit 13,9 Kilo ohne Pedale geht das Gewicht des Ridge in Ordnung.

Ob Sie jedoch gut klettern oder schieben müssen, hängt vielmehr von Geometrie und Hinterbau-Performance ab als vom Gewicht. Das Stevens punktet in beiden Kategorien. Der steile 74,3er-Sitzwinkel bringt ordentlich Druck aufs Vorderrad, während der Hinterbau sensibel arbeitet und auch ohne Plattform angenehm ruhig bleibt. Wenn es richtig steil wird, reicht ein kurzer Dreh an der Rock Shox Lyrik, und die Gabel duckt um gut 40 Millimeter ab. Bergab ist etwas mehr Aufmerksamkeit gefragt. Der zu schmale Lenker und die etwas dick geratenen Knubbel-Griffe gehen zu Lasten des Handlings. Auch eine Kettenführung sucht man am Ridge vergebens. Dinge, die leicht zu beheben sind. Im Vergleich zur Gabel arbeitet der schluckfreudige Hinterbau weniger progressiv. Das nicht ausgeriebene Sitzrohr hinterließ bereits nach kurzer Zeit tiefe Schrammen in der Sattelstütze und geht zu Lasten der guten Vorstellung.


Fazit: Bis auf kleinere Patzer präsentiert sich das Ridge als vollwertiges Enduro.

  Auch wenn die X12-Steckachse beim filigranen Ridge-Hinterbau nicht gerade formschön integriert ist, bringt sie ordentlich Steifigkeit.Foto: Markus Greber
Auch wenn die X12-Steckachse beim filigranen Ridge-Hinterbau nicht gerade formschön integriert ist, bringt sie ordentlich Steifigkeit.
  Mäßige Verarbeitung: Die Sattelstütze war nur mir Kraftanstrengung rein- und rauszubewegen. Das hinterlässt tiefe Spuren.Foto: Markus Greber
Mäßige Verarbeitung: Die Sattelstütze war nur mir Kraftanstrengung rein- und rauszubewegen. Das hinterlässt tiefe Spuren.
  Im Vergleich zur Gabel arbeitet der Hinterbau linearer und bietet weniger Durchschlagsreserven. Dafür fährt sich der Hinterbau komfortabel und nutzt den vorhandenen Federweg sehr gut aus. Für ein harmonischeres Bild könnte er dennoch einen Ticken mehr Progression vertragen.Foto: Peter Nilges
Im Vergleich zur Gabel arbeitet der Hinterbau linearer und bietet weniger Durchschlagsreserven. Dafür fährt sich der Hinterbau komfortabel und nutzt den vorhandenen Federweg sehr gut aus. Für ein harmonischeres Bild könnte er dennoch einen Ticken mehr Progression vertragen.

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