Specialized Enduro S-Works im Test

Ludwig Döhl

 · 20.12.2017

Specialized Enduro S-Works im TestFoto: Hoshi Yoshida

Wir haben das Specialized S-Works Enduro 29 bereits im Januar 2017 getestet. Aber was wäre unser EWS-Bike-Vergleich, wenn wir auf das Gefährt von Jared Graves verzichten würden?

Um nicht das komplett gleiche Bike zum zweiten Mal (BIKE 1/2017) zu testen, schickte uns Specialized eine Replik-Version des Bikes, wie es das Werks-Team fährt. Spannend zu sehen, wie die Profis das Serien-Setup verwandeln. Anstelle des normalen Luftdämpfers steckt im Hinterbau ein Öhlins-Federbein mit Stahlfeder. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Luftdämpfer wiegt der Öhlins TTX 22 Coil 300 bis 350 Gramm mehr. Trotz nominalen 21 Millimetern Federweg weniger (kürzerer Dämpferhub als der Serien-Luftdämpfer) arbeitet der Dämpfer in unserem Test besser als das Serienmodell. Er spricht deutlich feiner an und gibt den Federweg konstant bis zum Ende frei. Nur bei harten Landungen wünscht man sich etwas mehr Federweg. Ganz anders sieht es dagegen bei der Federgabel aus. Mag sein, dass die Schweden von Öhlins erstklassige Motorradfahrwerke bauen, die RFX-36-Enduro-Gabel kann aber weder Fox noch Rockshox das Wasser reichen. Egal, welches Setup (zwei Luftkammern und einstellbare Druckstufen bieten zahlreiche Optionen dafür) wir probierten, die Gabel war entweder unsensibel oder sackte bei schnellen Schlägen weg. Schade, denn die laufruhige Geometrie des Rahmens und clevere Details wie das SWAT-Staufach im Unterrohr für Ersatzwerkzeug haben viel Potenzial. Zumindest verzögerte die Magura-MT7-Bremse deutlich besser als die sonst übliche Guide von Sram. Das Gesamtgewicht von 14,2 Kilo mit Pedalen macht das S-Works nicht gerade zum Kletterspezialisten. Unser Tipp: einfach die Gabel tauschen.


Leo Putzenlechner, Deutscher Enduro-Meister: 2017 Beim Specialized haben mir besonders das Handling und die bissigen Bremsen gefallen. Leider bin ich mit dem Fahrwerk nicht zurechtgekommen. Die günstigeren Modelle des Enduros werden mit Rockshox-Federelementen ausgeliefert. Ich glaube fast, dass das die bessere Wahl ist.

  Leo Putzenlechner, Deutscher Enduro-Meister 2017Foto: Hoshi Yoshida
Leo Putzenlechner, Deutscher Enduro-Meister 2017
  Specialized Enduro S-Works: Ein Segen bei der 30 Kilometer langen Abfahrt nach Allemont: Maguras starke MT7-Stopper.Foto: Hoshi Yoshida
Specialized Enduro S-Works: Ein Segen bei der 30 Kilometer langen Abfahrt nach Allemont: Maguras starke MT7-Stopper.
  Specialized Enduro S-Works: Das Stahlfederbein ist etwas schwerer und kostet 730 Euro zum Nachrüsten. Bis auf den knappen Hub hat es uns überzeugt.Foto: Hoshi Yoshida
Specialized Enduro S-Works: Das Stahlfederbein ist etwas schwerer und kostet 730 Euro zum Nachrüsten. Bis auf den knappen Hub hat es uns überzeugt.
  Specialized Enduro S-WorksFoto: BIKE Magazin
Specialized Enduro S-Works
  Specialized Enduro S-WorksFoto: BIKE Magazin
Specialized Enduro S-Works


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