EnduroLast Coal SL im Test

Florentin Vesenbeckh

 · 19.04.2017

Enduro: Last Coal SL im TestFoto: Robert Niedring
Enduro: Last Coal SL im Test

Das Coal SL von Last Bikes kennt bergab keine Grenzen. Eine ausgewogene Geometrie und ein überragender Hinterbau verleihen im schwierigen Gelände enorme Reserven.

Im steilen Gelände bietet der flache Lenkwinkel viel Sicherheit, die sehr kurzen Kettenstreben machen das Last Coal SL wendig und verspielt. Bei hoher Geschwindigkeit gibt es laufruhigere Bikes, und aggressive Fahrer wünschen sich etwas mehr Druck am Vorderrad. Racer greifen im Zweifel besser zum größeren Rahmen. Der Hinterbau arbeitet sehr sensibel und scheint schier endlos Federweg zu bieten. Um hier mitzuhalten, kommt sogar die bewährte Pike RCT3 an ihre Grenzen. Bergauf fehlt dem sensiblen Heck eine stärkere Druckstufe. Leichtes Wippen ist an steilen Rampen auch bei geschlossenem Dämpfer zu spüren; die Antriebseinflüsse sind aber minimal. Durch den extrem steilen Sitzwinkel sitzt man auf dem Last weit vorne. Das bringt einen effizienten Tritt von oben, und so klettert das Enduro willig, die Sitzposition ist aufrecht. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Edle Carbon-Laufräder, Carbon-Lenker, Guide-Ultimate-Bremsen und Srams neue 12fach-Eagle sind bei vielen Mitbewerbern erst in noch höheren Preisklassen zu haben. Lediglich die breitere Version der Maxxis-Reifen (2,4 statt 2,3 Zoll) und breitere Felgen würden dem potenten Abfahrer noch besser zu Gesicht stehen. Mit dieser Edelausstattung drückt die deutsche Schmiede sein Alu-Enduro auf ein tourentaugliches Gewicht. Im Direktvertrieb bietet Last eine individuelle Anpassung mittels Baukastensystem. Super ist auch die Möglichkeit der Geometrieverstellung für 26-Zoll-Laufräder und die Kompatibilität mit verschiedenen Achsstandards.

Verlagssonderveröffentlichung
  Last Coal SLFoto: Robert Niedring
Last Coal SL

TEST-FAZIT von Florentin Vesenbeckh, BIKE-Redakteur:

5599 Euro sind sicherlich kein Schnäppchen, aber bei Last Bikes zumindest gut angelegt: edle Ausstattung, gelungenes Gesamtpaket und eine Extraportion Exklusivität. Der Hinterbau ist eine Macht, bergab fährt dem Coal kein Bike so leicht davon. Die aufrechte Sitzposition und die zu schwache Dämpferdruckstufe kosten bergauf Punkte, dennoch ist das Coal noch voll tourentauglich.

  BIKE-Redakteur Florentin VesenbeckhFoto: Georg Grieshaber
BIKE-Redakteur Florentin Vesenbeckh
  Last Coal SL: 26-Zoll-Option: Durch den Tausch des Links zwischen Hinterbau und Umlenkhebel kann die Geometrie angepasst werden.Foto: Robert Niedring
Last Coal SL: 26-Zoll-Option: Durch den Tausch des Links zwischen Hinterbau und Umlenkhebel kann die Geometrie angepasst werden.
  Last Coal SL: Die Ausfallenden sind auf 148 mm Boost-Maße ausgelegt, lassen sich mittels Spacern aber auch auf 142 mm umrüsten.Foto: Robert Niedring
Last Coal SL: Die Ausfallenden sind auf 148 mm Boost-Maße ausgelegt, lassen sich mittels Spacern aber auch auf 142 mm umrüsten.
  Last Coal SLFoto: BIKE Magazin
Last Coal SL
  Last Coal SLFoto: BIKE Magazin
Last Coal SL

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