Enduro

Einzeltest: Cannondale Jekyll 27,5 Carbon Team

Peter Nilges

 · 15.07.2014

Einzeltest: Cannondale Jekyll 27,5 Carbon TeamFoto: Ale Di Lullo

Das Cannondale Jekyll ist mehr Enduro-Allrounder als ausgewiesener Abfahrtsspezialist, aber sportlich leicht und voll tourentauglich. Das Cannondale Jekyll 27,5 Carbon im Test.

Wie kann man ein Bike verbessern, das bereits den Enduro-Worldcup souverän gewonnen hat? Cannondale antwortet auf diese Herausforderung mit einem komplett überarbeiteten Jekyll. Die Hauptunterschiede des neuen Wandlungskünstlers: 27,5-Zoll-Laufräder, mehr Federweg am Heck, auf 160 Millimeter erstarkte Lefty-Gabel und eine überarbeitete Geometrie sowie ein fluffigeres Dämpfer-Setup.

  Das Cannondale Jekyll 27,5 Carbon Team im BIKE-Test.Foto: Georg Grieshaber
Das Cannondale Jekyll 27,5 Carbon Team im BIKE-Test.

Das Resultat? Trotz des gewachsenen Federwegs büßt auch das neue Arbeitsgerät von Jérôme Clementz keinesfalls an Allround-Qualität ein. Mit nur 12,35 Kilo in der Team-Version und per Remote-Hebel straffbarem Hinterbau klettert das antriebsneutrale Jekyll souverän wie eh und je. Selbst im offenen Dämpfermodus arbeitet der Hinterbau vortriebsstark ohne nerviges Pumpen. Vorne sorgt die erstmals auf 160 Millimeter gewachsene Lefty (1938 g) für eine spürbar hohe Steifigkeit und lässt sich super präzise dirigieren. Im Vergleich zum gut anpassbaren Hinterbau mit Positiv- und Negativ-Kammer und anderen Top-Gabeln auf dem Markt könnte die Lefty jedoch noch eine Spur aktiver auf Feinheiten reagieren und etwas solider im Federweg stehen. Im Vergleich zum allgemeinen Trend mit immer flacher werdenden Lenkwinkeln beharrt Cannondale auf eher steilen 67 Grad und unterstreicht damit die Touren-Gene des Bikes.

Wer maximale Laufruhe und ein super-sattes Fahrwerk sucht, liegt beim Jekyll daneben, auch wenn es außer Frage steht, dass man mit diesem Bike bergauf wie bergab extrem schnell unterwegs sein kann.


Fazit sportlich leichtes Enduro mit breitem Einsatzbereich und voller Touren-Tauglichkeit. Mehr Enduro-Allrounder als ausgewiesener Abfahrtsspezialist.


PLUS Leichtes Gesamtgewicht und leichter Rahmen (2286 g), hohe Systemsteifigkeit, variabler, antriebsneutraler Hinterbau
MINUS Gabel könnte sensibler und lebendiger arbeiten, relativ steiler Lenkwinkel für ein Bike dieser Klasse

  Der mit Fox entwickelte Pullshock-Dämpfer des Cannondale Jekyll besitzt zwei Kammern und Ölkreisläufe. Per Knopfdruck lässt sich der Hinterbau straffen.Foto: Georg Grieshaber
Der mit Fox entwickelte Pullshock-Dämpfer des Cannondale Jekyll besitzt zwei Kammern und Ölkreisläufe. Per Knopfdruck lässt sich der Hinterbau straffen.
  Die Cannondale-eigene SI-HollowGram-Kurbel ist eine der leichtesten Alu-Kurbeln. Wahlweise kann auch ein Umwerfer montiert werden.Foto: Georg Grieshaber
Die Cannondale-eigene SI-HollowGram-Kurbel ist eine der leichtesten Alu-Kurbeln. Wahlweise kann auch ein Umwerfer montiert werden.
  Im Elevate-Mode arbeitet der Hinterbau des Cannondale Jekyll  mit verkürztem Federweg deutlich straffer. Die Gabel passt zum Hinterbau, hängt in der Mitte aber leicht durch.Foto: BIKE Magazin
Im Elevate-Mode arbeitet der Hinterbau des Cannondale Jekyll  mit verkürztem Federweg deutlich straffer. Die Gabel passt zum Hinterbau, hängt in der Mitte aber leicht durch.

Meistgelesene Artikel