DauertestIbis Mojo HD

Renaldo Scola

 · 24.04.2012

Dauertest: Ibis Mojo HDFoto: Daniel Simon
Dauertest: Ibis Mojo HD

Mit satten 160 Millimetern Federweg will das Mojo seinen Fahrer vor Gefahren schützen. Alles wahr oder nur leere Voodoo-Versprechen?


Dauertest-Leistung: 3.126 km | 30.860 hm

Was ohne Talisman passieren kann, haben wir gesehen, als Dr. Evil Austin Powers’ Mojo geklaut hat. Mein Glücksbringer verlieh mir zwar keine sexuelle Anziehungskraft. Dank seines knallgelben Carbon-Rahmens und 160 Millimeter Federweg aber umso mehr Selbstvertrauen. Mein Wunsch-Bike sollte auch ohne Gondel klettern, aber vor allem bergab richtig rocken. Carbon-Rahmen klang für mich immer noch ein wenig nach rasierten Beinen, engen Radlerhosen und Schmalspurreifen.

Verlagssonderveröffentlichung

Das Mojo übezeugte mich vom Gegenteil. Kaum ausgepackt, zog das Edel-Enduro selbst die verwöhnten Blicke meiner Bike-Kollegen auf sich. Die Ausstattung konnte sich durchaus sehen lassen: komplette XT, Crank-Brothers-Laufräder und Fox-Fahrwerk. Das Test-Bike kam im Januar.

Zur ersten Runde brach ich bei Schnee und Eis an die Isar-Trails auf. Ergebnis: direkt mal langgelegt – zum Glück ohne jeglichen Kratzer am Carbon-Rahmen. Nur die Formula schrie laut! Besserung brachte erst sehr penibles Feintuning. Auch das Tubeless-Setup stieß bei mir auf wenig Gefallen – da war ständig die Luft raus. Mit Schläuchen in den Reifen war dann alles gut. Viel mehr gab’s auf über 3000 Testkilometern nicht zu meckern. Lange, monotone Bergauf-Passagen waren mit dem Mojo, dank Plattform, zwar möglich, aber nicht unbedingt die Stärken des Bikes. Das Fahrwerk sprach sensibel an und schluckte bergab so einiges. Es sorgte auf jedem Trail für ein dickes Grinsen.


Fazit: Egal, ob in Bozen oder bei der Feierabendrunde auf den Isar-Trails, das Mojo ist eine echter Glücksbringer. Einziger Wermutsropfen ist der stolze Preis.


Defekte / Veränderungen:
1. Bremse schleift – 25 km: Bremse penibel ausgerichtet
2. Reifenwechsel wegen Winter – 130 km: vom WTB Mutano 2.4 auf Schwalbe Nobby Nic 2.4
3. Tubeless hält nicht 100 % dicht – 250 km: Schläuche in die Reifen


Funktion ****
Haltbarkeit ******
(max. 6 Sterne)

  Testfahrer Renaldo ScolaFoto: Robert Niedring
Testfahrer Renaldo Scola
  Das Bremsen-Setup war Mikrometer-Arbeit, erst dann liefen sie quietschfrei.Foto: Daniel Simon
Das Bremsen-Setup war Mikrometer-Arbeit, erst dann liefen sie quietschfrei.
  DW-Link-Hinterbau mit viel Federweg, manchmal zu viel: Bei Landungen schrammte ab und zu der Hinterreifen das Sitzrohr.Foto: Daniel Simon
DW-Link-Hinterbau mit viel Federweg, manchmal zu viel: Bei Landungen schrammte ab und zu der Hinterreifen das Sitzrohr.
  Renaldo Scola, Surf-Redakteur: Fährt Bike seit 2003, Gewicht 63 kg, Größe 1,65 m, Fahrertyp Enduro, Lieblingsrevier Bozen/Isar-TrailsFoto: Robert Niedring
Renaldo Scola, Surf-Redakteur: Fährt Bike seit 2003, Gewicht 63 kg, Größe 1,65 m, Fahrertyp Enduro, Lieblingsrevier Bozen/Isar-Trails

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