Das Radon-Enduro Slide Carbon 9.0 im Einzeltest

Christoph Listmann

 · 16.05.2015

Das Radon-Enduro Slide Carbon 9.0 im EinzeltestFoto: Georg Grieshaber
Das Radon-Enduro Slide Carbon 9.0 im Einzeltest

Es gibt Mountainbikes, bei denen ahnt man das Test-Urteil auf den ersten Blick. Das Radon Slide Carbon ist so eins. Schon die Vorgänger räumten ab. Die neueste Version legt im Test noch eins drauf.

Wer sich fragt, warum Federwege immer weiter wachsen, selbst in den Touren-tauglichen Kategorien, sollte eine Runde auf dem Radon Slide drehen. Mit 160 Millimetern Hub vorne und hinten fährt sich das Carbon-Bike so gut bergauf, dass man die Antwort sofort kennt: Weil mehr Federweg nicht schadet. Schon in der letzten Saison begeisterte uns das Radon Slide. Grund genug, uns das aktuelle Modell 9.0 unter den Hintern zu klemmen. Es punktet bereits im Labor mit geringem Gewicht (Rahmen 2,2 kg plus 350 g Dämpfer) bei trotzdem guter Steifigkeit (67 Nm/Grad). Auf dem Trail verschwimmt die Grenze zwischen All Mountain Plus und Enduro – das Slide beherrscht beide Kategorien. Die kompakte Sitzposition garantiert Übersicht und Kontrolle. Bergauf inhaliert das sensible Fahrwerk jeden Kieselstein. Für optimale Performance schaltet man die Plattform am Dämpfer zu und kann, wenn es das Terrain verlangt, auch die Gabel absenken. Das Heck wippt nicht, zeigt jedoch etwas Pedalrückschlag. Anstiege über 1500 Höhenmeter? Gar kein Problem. Der anschließende Downhill? Ein Traum. Mit der abfahrtsorientierten Ausstattung inklusive Kettenführung, Teleskop-Stütze und der weicheren Reifenmischung vorne könnte man sofort beim Enduro-Rennen starten. Das Slide liegt satt, bleibt verspielt genug, man kann es sprichwörtlich fliegen lassen. Einzige Kritik: Das Heck könnte mehr Progression vertragen. Andererseits: Was bringt Federweg auf dem Papier, den man nicht nutzt? Auf der Testrunde ermittelten wir ausgezeichnete 152 Millimeter an der Gabel, hinten steht der volle Kolbenhub bereit.

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  Bergab bietet das Radon Slide Carbon ein sensibles Fahrwerk, liegt satt und man kann es richtig fliegen lassen.Foto: Markus Greber
Bergab bietet das Radon Slide Carbon ein sensibles Fahrwerk, liegt satt und man kann es richtig fliegen lassen.

Test-Fazit zum Radon Slide Carbon 9.0

Das Slide Carbon gehört zu den Bikes mit dem breitesten Einsatzbereich. Viel Federweg, der auf Touren nicht stört, aber bergab dem Fahrer die nächste Dimension eröffnet. Top Ausstattung zum günstigen Preis.
Logisches Test-Urteil: super.

  Klasse: Zweifach-Kurbel mit stimmiger Übersetzung und Kettenführung. Der Rahmen ist sehr gut geschützt.Foto: Georg Grieshaber
Klasse: Zweifach-Kurbel mit stimmiger Übersetzung und Kettenführung. Der Rahmen ist sehr gut geschützt.
  Schönes Race-Face-Cockpit mit 760er-Lenker. Der 70er-Vorbau wäre uns für einen sportlichen Einsatz etwas kurz.Foto: Georg Grieshaber
Schönes Race-Face-Cockpit mit 760er-Lenker. Der 70er-Vorbau wäre uns für einen sportlichen Einsatz etwas kurz.

Stärken und Schwächen des Radon Slide Carbon


PLUS Top Fahrwerk, super Handling, durchdachte/hochwertige Ausstattung, enorm vielseitig, leichter Rahmen
MINUS Für sportliche Touren zu kurzer Vorbau

  Die Federkennlinien beim Radon Slide Carbon: Viel nutzbarer Federweg, feines Ansprechverhalten. Aber: etwas wenig Progression im Heck. (rot: Hinterbau; blau: Gabel abgesenkt und mit vollem Hub)Foto: Hans-Peter Ettenberger
Die Federkennlinien beim Radon Slide Carbon: Viel nutzbarer Federweg, feines Ansprechverhalten. Aber: etwas wenig Progression im Heck. (rot: Hinterbau; blau: Gabel abgesenkt und mit vollem Hub)

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