EnduroDas Enduro Yeti SB-66 im Einzeltest

Peter Nilges

 · 05.07.2012

Das Enduro Yeti SB-66 im EinzeltestFoto: Wolfgang Watzke

Yeti steht für mehr als nur Kult. Das beweisen die aktuellen Macher mit kreativen und individuellen Ansätzen. Das beweist auch der Test des Enduro SB-66.

Das Kürzel SB steht beim Yeti SB-66 für nicht weniger als „Super Bike“, was schon mal eine Ansage ist. Obwohl das Bike bereits länger existiert und mittlerweile sogar schon eine Carbon-Version des Rahmens vorgestellt wurde, hat es bis jetzt gedauert, eines der dünn gesäten Test-Bikes aus Alu zu erhaschen. Allein die verwendete Switch-Technology-Kinematik macht das Bike zu einem interessanten Testobjekt. Auf den ersten Blick sieht der Rahmen wie ein gewöhnlicher Eingelenker aus, ist er aber nicht. Denn der Hauptdrehpunkt der Hinterbaus ist wiederum exzentrisch gelagert, was im Prinzip einem kurzen Umlenkhebel entspricht. Beim Einfedern bewegt sich der Exzenter zunächst nach oben und im letzten Teil des Federweges wieder nach unten. Dadurch soll das SB-66 einerseits feinfühlig, andererseits frei von Antriebseinflüssen arbeiten. Ersteres gelingt eindrucksvoll und sorgt für ein sensibles, aktives Fahrwerk. Zweiteres gelingt nur zum Teil. Zwar bleibt der Hinterbau bei Antritten extrem ruhig und generiert satten Vortrieb, ein minimal unrunder Tritt als Reaktion der Federung auf den Antrieb ist dennoch spürbar. In Sachen Handling gibt sich das Yeti mit sehr tiefem Tretlager keinerlei Blöße und pflügt souverän über die Latscher-Trails. Für harte, große Schläge könnte der Hinterbau etwas mehr Progression und Druckstufe vertragen und geht leicht durch. In Kombination mit langer 160er-Gabel (150 Millimeter sind auch möglich) fällt der Sitzwinkel sehr flach aus. Nur das kurze Steuerrohr verhindert, dass das Vorderrad schnell beim Klettern steigt. Mit 3647 Gramm inklusive Dämpfer zählt der schön verarbeitete Rahmen zu den schweren Exemplaren dieser Federwegsklasse und treibt das Gesamtgewicht in die Höhe.


Fazit: Yeti bleibt nach wie vor exklusiv und wird nur selten auf den Trails anzutreffen sein. Das SB-66 überzeugt mit guter Fahrleistung, ist jedoch recht schwer und könnte einen steileren Sitzwinkel vertragen.


PLUS Gelungenes Handling, feinfühliges Fahrwerk
MINUS Hohes Rahmengewicht, flacher Sitzwinkel

  Yeti SB-66 2012Foto: Daniel Simon
Yeti SB-66 2012
  Strecken und ducken: Das Yeti ist lang und vorne tief. Ein klassisches Steuerrohr-Emblem darf natürlich auch an einem neuen Yeti nicht fehlen.Foto: Daniel Simon
Strecken und ducken: Das Yeti ist lang und vorne tief. Ein klassisches Steuerrohr-Emblem darf natürlich auch an einem neuen Yeti nicht fehlen.
  Switch-Technology: Der auf einem Exzenter gelagerte Hauptdrehpunkt geht während des Einfederns zunächst hoch und dann runter.Foto: Daniel Simon
Switch-Technology: Der auf einem Exzenter gelagerte Hauptdrehpunkt geht während des Einfederns zunächst hoch und dann runter.
  Was ist was? Stahlfedergabel und Hinterbau liegen exakt gleich auf und harmonieren bestens. Dem Hinterbau fehlt allerdings etwas Progression.Foto: BIKE Magazin
Was ist was? Stahlfedergabel und Hinterbau liegen exakt gleich auf und harmonieren bestens. Dem Hinterbau fehlt allerdings etwas Progression.

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