Trek Remedy Carbon 9.9 (Einzeltest)

BIKE Magazin

 · 19.12.2009

Trek Remedy Carbon 9.9 (Einzeltest)Foto: Unbekannt
Trek Remedy Carbon 9.9 (Einzeltest)

Nach der Präsentation auf den Herbstmessen 2009 konnten wir das All Mountain Remedy Carbon erstmals in der freien Wildbahn testen. Trek wählte dazu den heiligen Boden von Moab.

Amasa Back Trail, Moab/Utah – ein erlesenes Gelände, um das neue gewichtsoptimierte Remedy Carbon 9.9 Top-Modell zu testen. Abwechslungsreich, flowig, zwischendurch verblockt, mit vielen technischen Anstiegen – optimale Voraussetzungen, um einem All Mountain das ganze Potenzial abzufordern. 5999 Euro soll das Remedy-Top-Modell kosten.

War das 2009er-Remedy mit 160 Millimetern Federweg (Fox-36-Gabel) noch eindeutig in der Enduro-Klasse angesiedelt, wechselt das 2010er-Modell mit 32er-Gabel, 150 Millimetern Gabelhub und dem leichten Carbon-Rahmen ins All-Mountain-Ressort. Dementsprechend herausragend zeigt sich die Kletterfähigkeit: Selbst hohe Stufen lassen sich fast spielerisch überfahren. Trotzdem bleibt die Sitzposition angenehm aufrecht und das Vorderrad (bei abgesenkter Gabel) immer am Boden. Aber auch im Downhill hat das Remedy nur wenig von seinen Reserven eingebüßt.

Verlagssonderveröffentlichung

Am Hinterbau arbeitet der RP-2-DRCV-Dämpfer, den die Trek-Ingenieure zusammen mit Fox entwickelt haben. Er besitzt eine zweite Luftkammer, die sich erst nach etwa einem Drittel des Federwegs zuschaltet. Das soll Durchsacken verhindern. Mit dem Hinterbau freundet man sich rasch an, weil das Bike sowohl in schnellen Kurven, als auch an Stufen weniger in den Federweg taucht als gewöhnliche Fahrwerke. Trotzdem stellt es bei Drops oder heftigen Schlägen prompt den vollen Federweg zur Verfügung. Dazu passt, dass das Remedy mit dem konifizierten Steuerrohr und der 15-Millimeter-Vorderachse ein sehr direktes Handling besitzt und jeden Lenkereinschlag präzise ans Vorderrad leitet. Antriebseinflüsse spürt man nicht – weder Wippen noch Pedalrückschlag trüben den Fahrspaß.

Bei der Ausstattung glänzt das Top-Modell mit allem, was gut, leicht und teuer ist: Shimano-XTR-Kurbeln, SRAM-X.0- Schaltung, Avid-Elixir-CR-Mag-Bremsen. Dadurch bleibt die Waage bei 12,7 Kilo (mit Tubeless-Reifen – nicht Serie) stehen und das ist rund ein halbes Kilo leichter als die von uns getestete Remedy-8-Version in Alu (3499 Euro, BIKE 11/09 ->).

Wer braucht das Remedy Carbon? Zu einem gemäßigten Ausflug in den Bikepark sagt zwar auch das 2010er-Remedy nicht Nein, doch dort liegt sicher nicht seine Hauptstärke. Wer sich mit dem Bike auf ausgedehnte Touren (oder Alpenüberquerung) mit knackigen Abfahrten begibt, trifft den Einsatzbereich am besten. Dazu passt die gesamte Ausstattung, besonders die Teleskop-Sattelstütze. Der Unterschied zwischen den zwei Carbon- und den zwei Alu-Modellen wirkt nach den ersten Vergleichsfahrten nicht so dramatisch groß, wie es die Preisliste darstellt.


Preis: 5999 Euro


Federweg vorne/hinten: 150/150 Millimeter*


Gewicht: 12,7 kg inkl. Pedale


Rahmengrößen: 15,5/17,5/18,5/19,5/21,5 Zoll


Gabel/Dämpfer: Fox 32 Talas Fit RLC 15QR/Fox RP2 DRCV


Bremsen: Avid Elixir CR Mag


Reifen: Bontrager XDX 2,4 Zoll


Sattelstütze: Crankbrothers Joplin Remote

*Herstellerangabe


Fotos: Craig Glasspell, Sterling Lorence, Stephan Ottmar

  „Carbon Armour“ nennt Trek den Protektor am Unterrohr. Die zwei Carbon-Schichten des Rahmens werden durch eine Harz- und eine Kunststofflage vor Beschädigungen geschützt.Foto: Unbekannt
„Carbon Armour“ nennt Trek den Protektor am Unterrohr. Die zwei Carbon-Schichten des Rahmens werden durch eine Harz- und eine Kunststofflage vor Beschädigungen geschützt.
  Im Kopf des Fox-Dämpfers sitzt eine zweite Luftkammer (DRCV = Dual Rate Control Valve). Sie öffnet sich bei harten Schlägen und gibt den vollen Federweg frei. Das spürt man auch!Foto: Unbekannt
Im Kopf des Fox-Dämpfers sitzt eine zweite Luftkammer (DRCV = Dual Rate Control Valve). Sie öffnet sich bei harten Schlägen und gibt den vollen Federweg frei. Das spürt man auch!

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