Touren-Bike Merida One-Forty im Test

Florentin Vesenbeckh

 · 31.12.2017

Touren-Bike Merida One-Forty im TestFoto: Manuel Rohne
Touren-Bike Merida One-Forty im Test

Das One-Forty soll bei Merida die Lücke zwischen dem 120-mm-Trailbike und dem 160er-Enduro schließen. Auf den ersten Blick wirkt der stämmige Bolide aber eher wie der große Bruder des Enduro-Bikes.

Mit wuchtigen 2,6er-Reifen, stabilen Parts und Downhill-erprobten Code-Bremsen kommt das Merida One-Forty 800 auf ein Gesamtgewicht von fahrfertigen 14,7 Kilo – für ein All Mountain ist der gelbe Flitzer damit kein Leichtgewicht, auch nicht in der 3000-Euro-Mittelklasse. Das macht sich besonders im Anstieg bemerkbar. Hier klettert das One-Forty dank Eagle-1x12-Schaltung solide, ermutigt aber nicht gerade zum Angriff auf Strava-Bestzeiten. Der Hinterbau verlangt nach dem Griff zum Plattformhebel des Dämpfers, der das Fahrwerk weitestgehend neutralisiert. Auf dem Trail überzeugt das All Mountain mit einer ausgewogenen Wohlfühlgeometrie und guter Kurvenlage. Das niedrige Tretlager, die kurzen Kettenstreben und der moderne Reach machen’s möglich. Der moderate Lenkwinkel von 66,3 Grad verspricht ein agiles Handling, leider schluckt das hohe Gewicht von Bike und Laufrädern den Spieltrieb etwas. Mit den breiten Reifen zeigt das All Mountain Sicherheit und Laufruhe, davon profitieren vor allem weniger versierte Fahrer. Das Fahrwerk ist hingegen sportlich straff und positioniert den Piloten hoch im Federweg. So hat man zwar nie das Gefühl, an die Grenze des Federwegs zu stoßen, fluffigen Komfort vermittelt das One-Forty aber nicht. Die Maxxis-Reifenkombination aus gut rollendem Rekon+ (hinten) und griffigem DHR II am Vorderrad bildet einen stimmigen Kompromiss aus Rollwiderstand und Seitenhalt. Die hauseigenen Felgen mit 29 Millimeter Innenweite setzen die breiten Pneus zudem ordentlich in Szene.

Verlagssonderveröffentlichung
  Das Merida One-Forty 800 ist neu für die Saison 2018. Drei Modelle des Touren-Fullys gibt es, das 800er ist die hochwertigste Version.Foto: Manuel Rohne
Das Merida One-Forty 800 ist neu für die Saison 2018. Drei Modelle des Touren-Fullys gibt es, das 800er ist die hochwertigste Version.


Florentin Vesenbeckh, Testredakteur BIKE:
Reifen, Bremsen, Anbauteile: Merida zieht sein Konzept konsequent durch. Das neue Merida One-Forty ist voll auf Abfahrt getrimmt. Leider verliert das Bike durch das hohe Gewicht und die trägen Laufräder einiges an Spieltrieb und Spritzigkeit. In schwerem Gelände gibt es dafür Sicherheit und versprüht Laufruhe, das Fahrwerk fällt straff aus.

  BIKE-Redakteur Florentin VesenbeckhFoto: Georg Grieshaber
BIKE-Redakteur Florentin Vesenbeckh
  Die Zugverlegung läuft im Merida One-Forty sauber und klapperfrei im Rahmen – für eine Verstellung ist ein 10er-Torx nötig.Foto: Manuel Rohne
Die Zugverlegung läuft im Merida One-Forty sauber und klapperfrei im Rahmen – für eine Verstellung ist ein 10er-Torx nötig.
  Die soliden Code-Bremsen von Sram bringen am Merida One-Forty top Verzögerung und stellen reichlich Reserven in der Abfahrt.Foto: Manuel Rohne
Die soliden Code-Bremsen von Sram bringen am Merida One-Forty top Verzögerung und stellen reichlich Reserven in der Abfahrt.
  Die Geometrie des Merida One-Forty 800 im Überblick.Foto: BIKE Magazin
Die Geometrie des Merida One-Forty 800 im Überblick.
  So haben die BIKE-Tester das Fahrverhalten des Merida One-Forty 800 bewertet.Foto: BIKE Magazin
So haben die BIKE-Tester das Fahrverhalten des Merida One-Forty 800 bewertet.


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