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Solides Touren-Bike: Superior TF 930

Dagmar Dörpholz

 · 01.01.2016

Solides Touren-Bike: Superior TF 930Foto: Robert Niedring

Das Superior TF 930 entpuppte sich in unserem BIKE-Dauertest als zuverlässiges Bike zum Höhenmetersammeln. Überflüssig ist das Kabel-Wirrwarr.


DAUERTEST-LEISTUNG: 17.000 hm | 2600 km

Als Grafiker lasse ich mich sehr von optischen Eindrücken leiten. Das ist man seinem Job schuldig. Also, das Schwarz-Weiß-Design des Superiors hat für mich etwas Zeitloses – beste Voraussetzungen, um lange im Besitz eines Bikers zu bleiben. Getrübt wird die sympathische Optik allerdings durch ein wirres Kabelknäuel vor dem Cockpit: Klar, Brems- und Schaltleitungen lassen sich nicht weghexen, und auf eine hydraulische Sattelstütze mit Lenkerfernbedienung möchte ich keinesfalls verzichten. Die Notwendigkeit für ferngesteuerte Dämpfer- und Gabel-Lockouts erschließt sich mir aber nicht – dafür kommt ein Lockout meines Erachtens zu selten zum Einsatz.

  Der Kabelsalat vor dem Lenker des Superior ist alles andere als eine Augenweide. Überflüssig z. B. die Dämpferfern­bedienung.Foto: Robert Niedring
Der Kabelsalat vor dem Lenker des Superior ist alles andere als eine Augenweide. Überflüssig z. B. die Dämpferfern­bedienung.

Zudem funktionierte das Lockout für die Gabel an diesem Bike noch nicht einmal. Also, der Kabelsalat ist nicht schön, funktionell bedeutsamer ist aber der Umstand, dass es durch die vielen Knöpfchen und Hebelchen am 660 mm schmalen Lenker ziemlich eng wird. Auf den Isar-Trails, wo es ständig hoch- und runtergeht, können sich in der Hitze des Gefechts schon mal Sattel-Remote, Dämpfer-Lockout und Schalthebel in die Quere kommen. Nicht, dass ich nun mit ausgefahrener Stütze und blockiertem Fahrwerk im kleinsten Gang in die Abfahrten gerauscht wäre, ich meine nur: Es sollte auch einfacher gehen!

  Sämtliche Bedienelemente am Superior waren derart unkomfortabel montiert, dass erst einmal sortiert werden musste. Foto: Robert Niedring
Sämtliche Bedienelemente am Superior waren derart unkomfortabel montiert, dass erst einmal sortiert werden musste. 

Auf den Trainingsrunden an der Isar waren die 120 mm Federweg für mein Körpergewicht absolut ausreichend. Die eher marathonmäßige Geometrie des Bikes machte aber bei sehr wurzeligen Strecken nicht mehr ganz so viel Spaß – da rutschte das Hinterrad schon mal weg. Beim Einsatz am Gardasee kletterte das Superior bergauf souverän, bergab half zwar die Teleskopstütze, ich hätte mir aber ein komfortableres Fahrwerk oder größere Laufräder gewünscht.

Test-Fazit zum Superior TF 930

Universelles, solides Touren-Bike, das auf anspruchsvollem Terrain ein gutes Fahrkönnen erfordert.


Funtionalität ****
Haltbarkeit ******
(max. 6 Sterne)


TUNING

• 35 km – Sattel gewechselt: Fizik Gobi gegen den komfortablen Prologo X-Zero Nack CPC getauscht
• 35 km – Hebel versetzt: Der Hebel zur Bedienung der Sattelstütze störte beim Schalten.


DEFEKTE

• 1550 km – Pin verloren: Der Schaltzug hatte sich am Ende aufgedröselt und musste neu eingezogen werden.
• 1700 km – neue Bremsbeläge: Nach dem Gardasee-Urlaub waren die Bremsbeläge runter.

  Dagmar Dörpholz (BIKE-Grafikerin) fährt Mountainbike seit 1992. Das Lieblingsrevier der Tourenfahrerin sind die heimischen Isar-Trails.Foto: Robert Niedring
Dagmar Dörpholz (BIKE-Grafikerin) fährt Mountainbike seit 1992. Das Lieblingsrevier der Tourenfahrerin sind die heimischen Isar-Trails.


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