Scott Genius 900 Tuned im Systemvergleich

Florentin Vesenbeckh

 · 06.01.2018

Scott Genius 900 Tuned im SystemvergleichFoto: Adrian Vesenbeckh
Scott Genius 900 Tuned im Systemvergleich

Ein 65er-Lenkwinkel gepaart mit 29er-Laufrädern: Diese Parameter sind eigentlich getrimmten Race-Enduros vorbehalten. Doch auch unser Testbike, das Scott Genius 900, rollt so an.


2018 schickt Scott seine neue Allround-Maschine Genius genau so auf die Trails, hinzu kommen 2,6 Zoll breite Maxxis-Schlappen und ein langer Reach. Wird aus dem gefälligen Bike für jedermann ein Spezialist für wildes Geradeausgeballer? Wir können beruhigen: Das Genius 900 fährt sich ausgewogen und gutmütig, da Scott auf einen ultrakurzen Vorbau, ähnlich Mondrakers Fast-Forward-Geometrie setzt. Trotz langem Reach sitzt man daher kompakt und muss aktiv Druck aufs Vorderrad bringen. Mit fahrfertigen 12,5 Kilo und schnell rollenden Reifen überzeugt das Genius mit exzellentem Vortrieb. Der bewährte Twinloc-Hebel strafft das Fahrwerk vom Lenker aus in drei Stufen bis zum Lockout und kürzt zugleich den Hub im Dämpfer. So klettert das Genius für ein 150-Millimeter-Bike sehr stark. Bergab fühlt man sich auf dem Bike dank ge­fälliger Geometrie ebenfalls sehr wohl. Das Fahrwerk ist eher straff und steht hoch im Federweg. Die Schluckfreudigkeit könnte allerdings größer sein, der Federweg fühlt sich begrenzt an. Die Maxxis-Rekon+-Reifen rollen gut, bieten aber wenig Bremstraktion und sind bei nassen Bedingungen schnell überfordert. So rauben die Reifen dem Genius etwas Sicherheit und damit Potenzial für noch anspruchsvollere Abfahrten. Die 2,6er-Reifenbreite hat uns gut gefallen. Das Fahrverhalten ähnelt eher dem normaler 2,4er-Pneus als dem breiter Plus-Walzen mit 2,8 oder 3,0 Zoll. Ein guter Kompromiss. Praktisch: Die Option verschiedener Laufradmaße packt Scott 2018 in ein Bike, statt sie über die Modellpalette zu verteilen. Mittels Flipchip lässt sich die Geometrie auf 27,5er- oder 29er-Laufräder anpassen.

Verlagssonderveröffentlichung


Adrian Vesenbeckh, Enduro-Racer und Fotograf:
Der Twinloc-Hebel macht das Scott Genius extrem renntauglich und kletterstark. Gepaart mit guten Bergabeigenschaften entsteht ein exzellenter Allroun­der. Das Fahrwerk könnte allerdings satter arbeiten. Der extrem flache Lenkwinkel wird durch den Stummel-Vorbau kompensiert und macht das Genius laufruhig, ohne in Kurven träge zu wirken.

  Scott Genius 900 Tuned, Adrian Vesenbeckh (Fotograf und Enduro-Racer)Foto: Christoph Bayer
Scott Genius 900 Tuned, Adrian Vesenbeckh (Fotograf und Enduro-Racer)
  Schönes Detail: Im serienmäßig am Scott Genius 900 Tuned montierten Syncros-Flaschenhalter steckt ein Multitool mit dem nötigsten Werkzeug. Foto: Adrian Vesenbeckh
Schönes Detail: Im serienmäßig am Scott Genius 900 Tuned montierten Syncros-Flaschenhalter steckt ein Multitool mit dem nötigsten Werkzeug. 
  Die Vorbau-Lenker-Einheit aus Carbon wiegt 292 Gramm und entspricht einem 20-Millimeter-Stummel-Vorbau. Sie kommt am Scott Genius 900 Tuned serienmäßig zum Einsatz.Foto: Adrian Vesenbeckh
Die Vorbau-Lenker-Einheit aus Carbon wiegt 292 Gramm und entspricht einem 20-Millimeter-Stummel-Vorbau. Sie kommt am Scott Genius 900 Tuned serienmäßig zum Einsatz.
  Die Geometrie des Scott Genius 900 Tuned aus dem BIKE-Testlabor.Foto: BIKE Magazin
Die Geometrie des Scott Genius 900 Tuned aus dem BIKE-Testlabor.
  So bewerten wir das Fahrverhalten des Scott Genius 900 Tuned.Foto: BIKE Magazin
So bewerten wir das Fahrverhalten des Scott Genius 900 Tuned.


Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe BIKE 10/2017 können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element